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Der Israelit · 1865-12-13 · Heft 50 (13.12.1865) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 50 (13.12.1865)
Date
1865-12-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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743 höchst selten aufgeworfen wurden, drängen sich jetzt dem unbefangensten Gemüthe auf, und aus diesem Gesichtspunkte läßt sich gegenwärtig das Streben einer Partei in Ungarn und Polen erklären, die mächtig bemüht ist, zwischen den Söhnen und Töchtern Juda's einerseits und der modernen Bildung andererseits eine gewaltige Schranke aufzurichten, modernes Wissen, ja sogar die richtige Aussprache des Deutschen zu verpönen. Allein das ist vergebenes Mühen und schon deßhalb nicht gut zu heißen, weil es das Unmögliche erstrebt, aber auch deßhalb nicht zu billigen, weil eS den Anschein gibt, als hatte unsere heilige Religion den Vergleich und die Prüfung zu scheuen. Da sei Gott vor l Freilich ist nicht Jeder geeignet zu vergleichen und zu prüfen; daher muß sich der Schwache an den Starken, die unerfahrene Jugend an daS erfahrene Mer anlehnen, aber nur an daS erfahrene Alter, das da die Tugend und die Gottesfurcht krönt, -rin M828 '.-1 3^2 '2 IN'SO VP2M V81 12'L2 2112 VP22 21828 <2 121 2V11 28 1.1'LO .-lim 0P22 ^>8 , 8d. „Und du sollst suchen die Lehre au? seinem Munde, denn ein Engel des Gottes Zebaoth ist er." „Gleicht dein Lehrer einem Engel des Gottes Zabaoth, so sollst du suchen Lehre aus seinem Munde, wenn nicht, so sollst du nicht suchen Lehre aus seinem Munde." — Bei der Vergleichung unserer Wahrheit mit dem, was Andere als solche bezeichnen, find es weniger die fremden Religionen, die etwas Verlockendes haben oder die überhaupt in Betracht kommen; daS Judenthum ist im Vergleich mit jenen so rational, so vernunftgemäß; es verlangt, wenn auch den Glauben an übernatürliche Dinge, so doch niemals den Glauben an Widervernünftiges — eS ist vielmehr das modeme Heidenthum, der Unglaube, der geistige Hochmuth, die Gedankenlosigkeit, die Viele unserer Brüder gefangen hält. Die sogenannte Philosophie, die in jedem Lehrbuchs anders gelehrt, von jedem Philosophen auf anderen Grundlagen aufgebaut, zu anderen Eonsequenzen führt, die nicht einen unbestrittenen Lehrsatz besitzt, die unfähig ist, praktischen Gesetzen Eingang zu verschaffen, die eine trügerische Führeritt ist, die verschwindet zur Zeit der Noth und Gefahr, die, wo sie noch erprobt worden, als unzuverlässig befunden — sie sollte siegreich unserer heiligen, unserer altbewährten Religion gegenübertreten können, die da besiegelt ist mit dem Blute Tausender, die da seit Jahrhunderten den Milliarden unserer Vorfahren, Trösterin, Führerin, Beglückerin gewesen? Wenn die Erfahrungen de-Einzelnen nicht ansreichen, so sind die Erfahrungen des Menschengeschlechter, so ist die Geschichte und namentlich die Geschichte Israels untrüglich. Denn die ganze Weltgeschichte zeigt unmittelbar auf das Walten Gottes in ihr hin, und ebenso auf die Erwählung und Bestimmung Israels p'bp ^2122 22 ISOO^ 2'Op 21^121 2L» ,O18 '12 11'1O22 , O'IZ 12>21 >22 2PP' ,12p "2 P^2 '2 ^812". „AlS Gott die Völker erben ließ, als Er trennte die Menschensöhne, stellte Er fest die Grenzen der Rationen nach der Anzahl der Kinder Israel; denn der Antheil des Ewigen ist Sein Volk, Jakob das LooS Seines Eigenthums." Vorbereitet war die Entstehung des jüdischen Volkes dadurch, daß feine Stammväter von den Edelsten und Besten der ersten Menschengeschlechter gezeugt waren, vorbereitet ward dieses Volk selbst in den Sclavenfeffeln Aegyptens, damit es Alles, Alles unmittelbar von Gott empfange bis zum kostbarsten und unschätzbarsten Geschenk, bis zur Offenbarung am Sinai, die eine unbestreitbare und unzweifelhafte Thatsache, da sie öffentlich vor 2*/, Millionen Menschen erfolgte; vollendet war Israels Dasein mit dem Besitze jenes Landes, das da die Bölkerbrücke dreier Erdtheile ist und auf das noch heute unverwandt Aller Augen gerichtet sind — da mußte Israel widerstehen dem Eindringen aller fremden Elemente, kämpfen mit jeder Weltmacht, bis es unterlag, um aus der babylonischen Gefangenschaft, nur desto fester in der Lehre und im Gesetze wurzelnd, zurückzukehren, da mußte es geprüft werden am Probirstein des die Welt unterjochenden Griechenthums, eine herrlich überstandene Prüfung, der wir das schöne Chanukah- Fest verdanken, — da mußte es unterliegen dem Römerthum, um, über die ganze Welt zerstreut, die Treue und Anhänglichkeit nicht allein für seinen Gott, für dessen Lehre, auch für dessen Gesetz zu bewähren, bis es zum dritten Male, dann aber mit der Vollendung Strahlenkrone heimkehrt, um auf Zion den Altar zu errichten, auf dem die Flamme der Liebe und der Erkenntniß lodert für daS ganze Menschengeschlecht .siehe, wir haben die Heerstraße gewonnen, wahrlich wir find auf dem rechten Wege. So möge uns denn leuchten die Fackel des Gesetzes und die Tageshelle der Lehre, so mögen wir denn wandeln den Weg, den alle unsere heiligen Vorfahren gewandett, bis wir gelangen an jenes erhabene Ziel, von dem unsere gottbegeisterten Dichter gesungen, unsere vom Gottesgeist erleuchteten Propheten geweiffagt haben. Ihr aber, theure Glaubensgenossen, sammelt Eure Kinder um die Chanukah-Lichter und erzählet ihnen von den Leitsternen in den Kämpfen des Lebens; denn die Kämpfe werde» auch ihnen nicht erspart werden. An Euch aber isss, sie dafür zu kräftigen, und Gott wird sie, wird uns zum Siege führen, wie er einstens die hasmonäischen Helden zum Siege geführt hat. —

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