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Der Israelit · 1865-12-06 · Heft 49 (6.12.1865) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 49 (6.12.1865)
Date
1865-12-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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729 nächst von den Spitzen der Behörden, von der Geistlichkeit und den Honorationen der Stadt in herzlicher Weise beglückwünscht Die hiesige jüdische Gemeinde, deren langjähriger Vorsteher der Jubilar ist, überreichte einen Pokal nebst einem schönen hebräischen Gedichte. Während andere achtbare Bürger der Stadt ihren Glückwunschbesuch abstatteten, liefen aus Nah und Fern glückwünschende Schreiben ein, unter anderen von hochgeachteten Rabbinern, die als vorzügliche Autoritäten des Judenthums gellen. Um 2 Uhr versammelte sich eine zahlreiche Gesellschaft, zu welcher auch die oben erwähnten Honorationen gehörten, zu einem Festessen im Locale der Gesellschaft „Eintracht," welches zu diesem Zwecke bereitwilligst zur Verfügung gestellt war. Das Mahl verlief in fröhlichster Stimmung, die sichtbar bei allen Betheiligten vorherrschend war. An sinnigen Toasten, ernsten und scherzhaften Inhalts, hat es nicht gefehlt und werden hier nur die auf das Königliche Haus, das Jubelpaar, deren Kinder und Enkel, auf den Herrn Bürgermeister und die anwesenden Herren Geistlichen namhaft gemacht. Während die Geladenen sich am Feste vergnügten, waren auch die Bedürftigen der Stadt durch die Güte des' Jubelpaares mit reichen Liebesgaben bedacht worden, wie unter anderem namentlich der Herr Pastor Palm in seinem, mit warmer Herzlichkeit auf die Gefeierten ausgebrachten Toaste hervorhob, daß er ermächtigt gewesen sei, alle Arme ohne Begrenzung der Zahl, die sich an ihn gewendet, und auch verschämte Armen mit solchen Gaben zu betheiligen, und daß auch das hiesige Armen- und Krankenhaus solche empfangen habe. Nach 10 Uhr trennte man sich in fröhlichster Stimmung und begleitete die Gesellschaft, wie sie gekommen war, in geordnetem Zuge, unter Vortritt der Musik, das verehrte Jubelpaar nach Hause. Die ganze Stadt hat ihre Teilnahme durch festliches Beflaggen kundgegeben und war von dem Herrn Bürgermeister mit besonderer Freundlichkeit angeordnet, daß die beim Festmahle ausgebrachten Toaste durch Böllerschüsse begleitet wurden. Wir wiederholen hier nur einen am gestrigen Tage oft und mit Herzlichkeit ausgesprochenen Wunsch, daß es dem verehrten Jubelpaare vergönnt sein möge, in Gesundheit und Kraft noch viele glückliche Tage mit einander zu verleben. Oesterreichischer Karserstaat. Pesth, 23. Nov. Wie bekannt haben die zwei früheren Landtage die Gleichstellung der Juden auszusprechen zufälligerweise „vergessen". Als nun vor mehreren Tagen ein Wahl - Conscriptionscomitö bei dem jüdischen Eigentümer eines Hauses in der Vorstadt erschien, um die Wähler einzutragen, antwortete derselbe: Ich bin ein Jude, sämmtliche Partien in meinem Hause sind ebenfalls Juden, es ist daher nur ein Wähler in meinem Hause, nämlich mein Hausmeister (vulAo Hausknecht). England. Die Londoner Zeitungen veröffentlichen den letzten Willen unseres verstorbenen Religionsgenossen John Moß. Der „Jewish Meffenger" macht dazu folgmde Bemerkungen: „Die Carriere dieses Mannes ist eine außerordentlich wechselvolle. In seiner frühesten Jugend hatte er schon seinen Vater verloren, seine Mutter ernährte sich und diesen ihren einzigen Sohn dürftig durch angestrengte Arbeit und große Sparsamkeit. Kaum den Kinderjahren entwachsen, verließ tzr seine Mutter und sein Vaterland, um auf dem Continente sein Glück zu versuchen. In seinen Unternehmungen wurde er Anfangs durch Herrn Salomon Cohn aus London unterstützt, der dem jungen Anfänger Geld vorschoß. Durch Energie und eisernen Fleiß war er bald im Stande, nachdem er ohne die Hilfe eines Lehrers mehrere Sprachen erlernt hatte, seine Mutter zu unterstützen und nach und nach über ein ganz ansehnliches Geschäft zu gebieten. Das Glück lächelte den jungen Geschäftsmann; seine Unternehmungen waren von Erfolg gekrönt, so daß er bald in Paris, Genua, Mailand, Florenz und in anderen Städten des Continents rühmlichst bekannt wurde. Vor ungefähr 10 Jahren zog er sich von den Geschäften zurück, und vertauschte seine frühere Lebensweise mit einem ruhigen Pc oatleben in London. Da er keine Verwandte oder gesetzliche Erben hinterließ, so bestimmte er sein sehr bedeutendes Vermögen zu wohlthätigen Zwecken. Bristol. Der „Bristol Daily Post" vom 20. November entnehmen wir folgende Auszüge: Am Samstag wohnte der sehr achtbare „the Right Worshipsul" Mayor, Herr Joseph Abraham, dem Gottesdienste in der Synagoge bei, bei welcher Gelegenheit der Rabbiner E. M. Myers eins besondere Predigt hielt. Der Mayor wurde, als solcher, durch die Ehrenbeamten, den Vorstand, empfangen und an seinen Platz begleitet. Während des kommenden Jahres wird ihm dieser Platz ganz besonders Vorbehalten bleiben. Sein Sitz war mit karmoisinrothem Tuche bedeckt und mit dem Stadtwappen versehen. Das Vorlesepult war mit einer schönen Decke von ebenfalls karmoisinrothem Sammte, Ln Gold eingefaßt, bedeckt. Eine große Anzahl Betender war anwesend. Der Mayor hatte seine goldene Kette oder Dieustbekleidung nicht angelegt, sondern trug eins Art weißen Ueberwurf mit Fransen versehen, (das Talith.) Unter Denjenigen, die zur Thora gerufen wurden, waren der Mayor und sein Sohn. Der Lord-Mayor machte dem Fonds der GemeLndekaffe ein schönes Geschenk, und noch andere zahlreiche Spenden fielen bei dieser Gelegenheit.

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