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Der Israelit · 1865-12-06 · Heft 49 (6.12.1865) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 49 (6.12.1865)
Date
1865-12-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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724 erkennung bringend. So wird uns denn auch von allen Seiten die erfreuliche Versicherung ertheilt, daß der „Israelit" in jedem echtjüdischen Hause, in welches er Eingang gefunden, nicht allein gern gesehen, sondern allwöchentlich herbeigesehnt wird. Als wir im Jahre 1860 dies Blatt in's Leben riefen, war sein Umfang nur auf einen Bogen wöchentlich vorgesehen und danach der überaus billige Preis von 2 Thalern jährlich bemessen; allein wir fanden sofort, daß bei der großen Aufgabe unserer Zeitschrift der Umfang von einem Bogen unmöglich genüge und gaben gleich beim Erscheinen IV2 Bogen; seitdem sahen wir uns genöthigt, immer mehr und mehr zu geben, so daß der laufende Jahrgang fast 100 Bogen zählen wird; dabei haben wir den Druck verengert, so daß der gebotene Stoff mehr als das Doppelte von dem anfangs beabsichtigten Quantum beträgt. Auch sind durch Erhöhung der Setzer- und Drucker-Löhne und durch die Verteuerung des Papiers die Kosten der Herstellung nicht unbedeutend gewachsen. Dazu kömmt noch, daß die sich stets höherstellenden Anforderungen an unser Blatt uns fortlaufend zwingen, den Umfang zu vergrößern. Wir haben deßhalb im verflossenen Jahre nicht unbedeutende Opfer bringen muffen und glauben wohl an das Billigkeitsgefühl unserer Leser appelliren zu dürfen, daß uns bei all der geistigen Anstrengung und Mühe nicht auch noch materielle Opfer aufgebürdet werden. Wir hoffen daher, daß es uns Niemand verübeln wird, daß wir vom 1. Januar des kommenden Jahres an den jährlichen Abonnementspreis bei der Post und der Buchhandlung auf drei Thaler oder 5 fl. 15 kr. rheinisch erhöhen und auf 4 Thaler oder 7 fl. rh. bei directer Francoversendung unterSLreifband. Für jeden Einzelnen ist der Mehrbetrag gering, und wir fürchten nicht, daß irgend Einer dadurch veranlaßt wird, sich von der Betheiligung an einer Zeitschrift zurückzuziehen, die für das deutsche Judenthum von der größten Bedeutung ist. Unsererseits werden wir jedoch dadurch in den Stand gesetzt sein, für die Gediegenheit und Fülle des gebotenen Stoffes und für die stete Vermehrung desselben immer mehr leisten zu können. Wir werden denUmfang einer jeden Nummer auf mindestens 2 Bogen (ohne die Extrabeilagen) normiren und von Zeit zu Zeit eine rein wissenschaftliche Beilage geben, für die wir bereits tüchtige Kräfte engagirt haben. Sollten jedoch Unbemittelte unter unfern geehrten Lesern den Mehrbetrag von einem Thaler nicht zu leisten vermögen, so sind wir gern bereit, nach geschehener^lnzeige, denselben zurückzuerstatten. Zugleich bemerken wir für unsere geehrten Leser im österr. Kaiserstaate, daß, da der Cours der österr. Papierwährung gegenwärtig günstig steht, es für diejenigen, welche dm „Israelit" direct von uns beziehen, bei dem bisherigen Preise von 6 Gulden öst.'W. solange sein Bewenden hat, als die österr. Währung fortschreitend sich dem Paristande nähert. Im unerschütterlichsten Vertrauen auf den Beistand unseres allmächtigen Vaters im Himmel und voll Zuversicht auf die sich stets steigernde Theilnahme unserer Glaubens- und Gesinnungsgenoffen, die unsere Bemühungen zu würdigen wissen und die mit uns dieselben Ziele erstreben, sehen wir der zukommmden Zeit entgegen, die für die wahrhaften Bekenner unserer heiligen Religion eine freudenreiche sein möge. Möge der Leserkreis dieser unserer Zeitschrift sich stets erweitern und mögen die Erfolge ihrer Anstrengungen immer gottgesegnete sein. Und Ihr, Ihr treuen Hirten in Israel, Ihr gesinnungstüchtigen Rabbinen, Ihr gewissenhaften Lehrer, leistet uns fortwährend Ärren gewichtigen Beistand, fördert unsere heilige, gemeinsame Sache, soviel in Euren Kräften steht; der „Israelit" wird wiederum auch Euer Mühen unterstützen, Euch Euer heilig Amt erleichtern, Eure materielle Besserstellung stets befürworten, für die Anerkennung Eurer gediegenen Leistungen immer bemüht sein und Euch als treuer und ausdauernder Freund bei allen Kämpfen, in Freud und Leid aufopfernd zur Seite stehen. Und Ihr, Ihr Väter und Mütter in Israel! sorget dafür, daß der „Israelit" in Euer Haus komme, daß Eure Heranwachsenden Söhne und Töchter durch die Lectüre desselben im Glauben erstarken und zum religiösen Leben wie zur religiösen That ermuntert, zur Liebe für die Religion unserer Väter, zur Verehrung für unsere heilige Gotteslehre begeistert werden. Und Ihr, Ihr Vorsteher von Gemeinden und Vereinen, die Ihr es wollt und wünscht, daß unsere heilige Religion in Israels Mitte erhalten bleibe, sorget dafür, daß unsere Zeitschrift in den Kreism Eingang finde, die Eurer Leitung unterstehen, damit religiöse Kenntniß und echt jüdischer Gemeinsinn mächtig erstarken, damit Alles regen Antheil nehme an dem Leben und Weben unseres Volkskörpers, dessen Glieder über die ganze Erde verbreitet sind und von deren Existenz, deren Freuden und Leiden diese Blätter so reiche Kunde bringen. Drei Säulen tragen die Welt: .-iiwp .-nm O'-iOli, die Lehre, der Gottesdienst und die werkthätige Bruderliebe; diese drei Säulen zu stützen, daß sie nimmer wanken — das zu erwirken, ist der „Israelit" eifrigst bestrebt; sie aber tragen auch ihn und halten ihn aufrecht, daß seine Fahne sich weithin entfalte, die Fahne Israels, auf der zu lesen wie auf der Fahne der Helden des herannahenden Chanukahfestes -prn /-r „wer ist wie Du, unter den Mächtigen, 0 Gott!" damit sein Schwert nicht verroste, das da wie Gideons Schwert für Gott und Israel gezogen ist.

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