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Der Israelit · 1865-11-29 · Heft 48 (29.11.1865) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 48 (29.11.1865)
Date
1865-11-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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717 Amerika. Der Großmeister der „Benei Berith" in den Bereinigten Staaten erließ an die 60 Logen dieses Ordens einen Aufruf zur Unterstützung unserer bedrängten Glaubensgenossen in Palästina. Seinerseits wurde der Großmeister durch das amerikanische „Board of Delegates" zu dieser Aufforderung veranlaßt, in welcher er von jeder Loge 50 Dollars verlangt; das Geld soll an Sir Moses Montefiore übermittelt werden. (I. Chr.) W e st i n d i e n. Zu unserem größten Bedauern erfahren wir, daß durch die Negerunruhen aus Jamaika auch unsere Glaubensgenossen gelitten haben. Die Namen Alberga und Da Costa figuriren leider unter denen, die den Insurgenten in die Hände gefallen sind. Andererseits ist es wieder erfreulich zu vernehmen, da? unsere Religionsgenofsen De Cordova und Karl Levp sich unter den freiwilligen Verteidigern rühmlichst ausgezeichnet haben. Der erster^ ist Hauptmann bei dieser Truppe, der letztere sein Lieutenant (I. Chr.) Feuilleton. Der kurze Freitag. Von vr. vae6. ^Isxauäer Lvru. Früh schon entreißt sich die sorgsame Hausfrau dem wärmenden Lager, Reibt sich verschlafen die Augen und dehnt die gefügigen Glieder, Hurtig, denn Herl ist der kürzeste Freilag und viel zu beschicken, Schlüpft in die Kleider behende und wäscht das Gesicht und die Hände. Während sie selbe noch trocknet am Handtuch spricht sie den Segen: „Vater ich preise Dich, daß Du den Menschen gebildet mit Weisheit Und uns geheiligt durch dcine Gesetze und deine Gebote, Dank Dir, o Vater des Weltalls." Gar oft wiederholt sie den Segen: „Sei uns gepriesen Du ewiger Vater und Herrscher der Welten," — Welcher die wichtigsten Abschnitte schließt gar vieler Gebete. Andächtig drückt sie die Lider beim Schma Jisroel zusammen: „Israel hör' und erwäg' es, ein einiger Gott ist der unsre!" Also betet sie täglich und niemals versäumt es die Fromme. — Beile, die emsige Magd, unterhält ein knisterndes Feuer Achtsam im Ofen, es wirst sein goldiges Leuchten ins Zimmer, Kocht noch in altherkömmlicher Weise den Kaffee zum Frühstück Setzt auch Cichorie hinzu; denn dieser verbessert die Mischung. Fertig erwartet der labende Kaffee den betenden Hausherrn; Aber der Hausherr verkürzt sein Gebet nicht zu Gunsten der Hausfrau, Mahnte sie gleich zur Elle zu Gunsten des kürzesten Freitags; Lange schon wärmt sie das wärmende Frühstück, gewärtig des Herrn, Immer noch weilt er im Bethaus und denkt nicht des kürzesten Freitags. Andere freu'n sich daheim schon längst des erquickenden Kaffees. Spät erst schreitet er langsam würdigen Schrittes nach Hause. Andächtig streift seine Hand das Schaddaj an der Mesrüah. Führt sie zum Mund und küßt sie und spricht bedächtig den Gruß gar, Wäscht dann die Hände zum Frühstück und spricht den gebräuchlichen Segen. Bald nach beendetem Frühstück betet er leise von Neuem: „Sei uns gepriesen o ewiger Vater und Herrscher der Welten. Der Du mit Gnad' und mildem Erbarmen speisest die ganze Welt und jegliches Wesen ernährst mit ewiger Güte." Eisrigst knetet indessen den Teig zum Kuchen die Hausfrau, Nimmt von demselben ein Stückchen und wirft eL in's brennende Feuer Opfernd dem gütigen Gotte, denn also steht es geschrieben : „Erstling' des Teiges bringet zu jeglicher Zeit?urem Gott und Preist dann den Herrn in der Höh', daß er Opfergebote verliehen." Früher in frömmeren Zeiten, da nahmen auch Challah die Bräute, Opferten Hochzeitskuchen zum Sabbatfest der Vermählung.

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