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Der Israelit · 1865-11-29 · Heft 48 (29.11.1865) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 48 (29.11.1865)
Date
1865-11-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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714 zu wollen, wollen wir ihm doch den freundschaftlichen Rath ertheilen .2'2'v2 p'p'> -np 2121 12 122-r '2v Weil wir nun soeben von Herrn Nathanson gesprochen, können wir auch eine Anerkennung, die diesem ehrwürdigen Greise zugedacht, darum nicht unerwähnt lassen, weil sie ein Zeugniß ablegt, wie sehr unsere Gemeindemitglieder das Verdienst, das sich hervorragende Männer um die Gemeinde erworben, zu schätzen und zu würdigen wissen. Herr Nathanson ist Gründer und beinahe schon sechszig Jahre administrativer Leiter der hiesigen Freischule. Bei seinem nun herrannahenden 85. Geburtstage sind die bereits zu Männern gereiften älteren Schüler dieser Anstalt zusammengetreten, diesen Tag in solenner Weise zu feiern. Vor Kurzem fand hier ein Uebertritt zumJudenthume Statt. Zu Ncmders lebte nämlich eine Christin bereits über 7 Jahre mit einem Juden in leider hier zu Lande allzuhäufig vorkommender Mischehe, und hatte sich dieselbe so sehr ins Judemhum bmeingelebt, daß sie den festen Entschluß faßte, nicht allein einem Juden, sondern auch dem Judenthume anzugehören. Vor einigen Wochen kam nun dieses Paar hierher, woselbst die Frau mit einem der Ehe entsprossenen vierjährigen Knaben zum Judenthume übertrat und von Herrn vr. Wolf ousss Neue d-riL"i .iruv N22 ihrem Manne angetraut wurde. — Schabbath wurde in Friedericia die dortige neugebaute Synagoge, von deren Grundsteinlegung wir vor einiger Zeit rcferirttn, von Herrn Dr. Woif in Gegenwart der betreffenden Behörden und einer Anzahl auswärtiger Gäste feierlichst eingeweiht. — Auf Anregen des Herrn I-r. Mols hat sich hier ein Zweigkomite der „Alliance israelite" gebildet, welches mit Nächstem seine Wirksamkeit beginnen wird. — In Betreff der Wiederbesetzung der hiesigen Neligionslehrerstelle hat jetzt die betreffende Direction definitiv beschlossen, Herrn Heimrm-rm ans Gothenburg, der aus der Breslauer Schule hervorg-'- gangcn, als Neligionslehrer zu engagnen. Der gute Klang, den der Name des Vaters des Erwählten, des Herrn vr. Heinemonn in Eothenburg, auch im Auslande besitzt, bürgt uns dafür, daß diese Wahl eine gelungene sei. — Zu der gefall. Bemerkung, die eine Wohllöbl. Nedaction zu der von uns in Nr. 42 d. Bl. angeregten Stelle im 2pp' pp gemacht, erlaube rrns Wohllöbl. Redaction, darauf aufmerksam zu machen, daß Noa nicht nur allein Weinreben, sondern von jeglicher Art Früchte den Samen mit in du Arche genommen, was nicht nur allein aus '"L?2 zu V. 18, C. 6, I. B. M., sondern auch aus dem Urtexte V. 2l desselben Capitels erhellt. Freilich steht in diesem Verse ritsch L.-.sn ,2'.2i; es ist aber doch einleuchtend, daß sich dieses nicht nur auf die Zeit, während Noa in der Arche war, sondern auch auf die nach derselben beziehe. Auf welche andere Weise hatte m sonst die Beschaffung seiner Lebensmittel nach dem Ausgange aus der Arche bezwecken sollte? — .'lb> ll'22 V'r< P a l ä st i n a. Herr vr. Albert Cohn und Herr I. Blumenthal an der Spitze des französischen Unterstützungscomitös für Palästina haben auf eine ganz eigene, bis jetzt noch nie angewendete Art, die neuerdings wieder gesammelten 40^0 FrS. zu Gunsten unserer unglücklichen Glaubensgenossen in Palästina verwendet. Diese Herren beauftragten nämlich d,:S Haus Altaras in Marseille für dieses Geld Mehl nach Jerusalem zu senden, um cs dann durch das Verthnlrmgscomite der eingehenden Spenden, verkaufen zu lassen. Nun wird aber dieses Mehl um ein Viertel billiger verkauft, als es durch den Einkaufspreis und die Kosten zu stehen kommt. Das erzielte Geld wird wieder nach Marseille geschickt um neues Mehl einkaufen zu können. Die unermüdliche Thätigkeit unserer französischen Glaubensgenossen für diese höchst wichtige Sache, wird unseren achtungswerthen Mitbruder, Herrn Altaras, immer in den Stand setzen, d n seitherigen Export nach Palästina sortzusetzen und vielleicht auch noch zu verstärken. Das Praktische dieses Verfahrens leuchtet von s-bst ein, wenn man nur einigermaßen mit den jetzigen Verhältnissen unseres Mutterlandes bekannt ist. Im Herbst und Winter kommen nämlich die Oeconomen in die Stadt um ihre geerndete Frucht zu verkaufen. Da nun das Land seiner jetzigen Kultur den Getr^debedarf ruckt dettt, die Verkehrsmittel in zu schlechten: Zustand? sind, mitbin diesen Leuten fast gar keine Koncuneuz geboten ist, so erhöhen sie die Preise nach Belieben. Fast ebenso verhält es sich mit den übrigen Lebensmitteln. Die verehrlichen Unter stitzungScornit^s in Amsterdam würden einen ähnlichen L'rsuch nicht zu bereuen haben. Der Name Altaras bietet Garantie genug, daß ähnliche Aufträge selbst von noch weit größeren Summen, bei ihm in guten Händen sind. Ja, diesem Edlen, der zuerst von allen europäischen Israeliten für das Wohl seiner Glaubensgenossen eine Reise in daS französische Afrika »m Jahre 1830 unternahm, wird es gewiß zum größten Vergnügen gereichen, für das Wohl unserer Brüder im gelösten Laude in recht großem Maßstabe thätig sein zu können. Hierzu zwei Beilagen. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Rourschen Hofbuchhandlung. I. Gottsleben in Mainz. Dampf-Schnellpressendruck von

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