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Der Israelit · 1865-11-15 · Heft 46 (15.11.1865) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 46 (15.11.1865)
Date
1865-11-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage z« Nr. 46 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspon- ' -enzen. Preußen. ArnSwalde, den 18. Marcheschwon. Ihr geschätztes und weitverbreitetes Blatt berichtet uns oft, zur Freude und zum Tröste der orthodoxen Bekenner des Judenthums, daß es noch uneigennützige 'pn v'L'Np in Israel gibt, welche den ihnen anvertrauten Beruf im Sinne unserer heiligen Religion in treuester Sorgfalt und energievoller Thätigkeit betreiben. So gestatten Sie denn auch mir, daß ich heute mit einigen Worten von dem Leben und Streben eines Mannes berichte, der Ln der hiesigen Gemeinde eine höchst segensreiche Wirksamkeit entfaltet hat. Es ist dies der in der jüdischen wissenschaftlichen Welt schon bekannte Herr Abraham Berliner, der in der hiesigen Gemeinde als Prediger und Religionslehrer fast sieben Jahre fungirte, nunmehr aber seine hiesige Stellung aufgegeben, um einem Rufe als Dirigent der Talmud-Anstalt in Berlin zu folgen. Sein Abgang erregt das Bedauern der ganzen Gemeinde in einem sehr hohen Grade, das sich bei dem Abschiede so recht deutlich kund gab. Es wird von Allen anerkannt, daß da, wo es galt, -wx iinr! rix vpd miwb -wx rixi ivb' derselbe ohne Rücksicht auf Dieses oder Jenes die Wahrheit laut gepredigt und selbst geübt hat. Wie derselbe außerhalb seiner eigentlichen Berufspflichten durch Gründung und Leitung von wohlthätigen und frommen Vereinen gestrebt und gewirkt hat, ist nicht allein in hiesiger Gemeinde, sondern auch in der Umgegend genügend bekannt. Die Verdienste, welche dieser edle Mann sich durch seine erfolgreiche, aufopfernde Thätigkeit hier erworben hat, sichern ihm ein fortdauerndes Andenken in unserer Gememde und bewahren ihm im Herzen eines Jeden den einzigen Wunsch, daß ihm auch in seinem neuen Berufskreise die Verehrung und Liebe gezollt werde, welcher er sich mit vollkommenem Rechte hier zu erfreuen hatte. Mögen die Nachfolger unseres verdienstvollen Herrn Berliner stets die Bahn betreten, auf der er sich die Krone des guten Rufes irv Iw Ow erworben. Hiller Fließ, im Namen Vieler. Oesterreichischer Kaiserstaat. S. a. Ujhely, im November. (Privatmitth.) Auch hier wie in allen Gebieten dieses Landes erregte bei den Israeliten die Kunde des zunächst zusammentretenden Landtages die freudigste Stimmung. In einigen Wahlbezirken dieser Gegend gaben sogar die Israeliten ihre unsägliche Freude dadurch kund, daß sie sich mit vollem Eifer und echt patriotischer Liebe an den Wahlbewegungen betheiligten. Fast von allen neuernannten Obergespanen wurde in den JnstallationSreden das von Sr. Majestät, dem allergnädigsten Regenten, in seinem Manifeste mehrmal betonte, für die ungarische Judenheit so hoffnungsvolle, vielversprechende Wort Gleichberechtigung in tolerantester Weise wiederholt. Mit welch' liberaler Toleranz die Landtagsdeputirtencandidaten in ihren Wahlprogrammen ihrer Mitbrüder jüdischer Confess > on gedenken, glauben wir durch folgende, von einer hervorragenden Notabilität dieses Comitates vor Kurzem gesprochenen Worte klar genug zu charakterisiren. Jene loyale Autorität äußert sich nämlich in ihrem an die magyarischen, slavischen und ruthe- Nischen Bewohner ihres Wahlbezirkes gerichteten Programme über die Emancipation der Juden folgendermaßen : „Hebräer, Söhne Israels, ihr ehrenhaften aber bedauernswerthen Sprossen dieses Vaterlandes! Ihr steht auch jetzt noch außerhalb des Rechtes; ich aber finde dies als eine ungerechte Sache, denn ihr seid ebensosehr nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen wie wir; so wie wir, opfert auch ihr, wenn es sein muß, Geld und Blut diesem Boden. Ihr habt demnach gleichfalls ein Recht, das Erbe mit allen Vortheilen des konstitutionellen und gesellschaftlichen Lebens anzutreten. Was meine individuelle Ansicht anbelangt, so habe ich in den letzten siebzehn Jahren nie hoffnungsvoller und ruhiger der Lösung dieser Frage entgegengesehen, als jetzt, an der Schwelle des Reichstages. Ich glaube, daß schon jetzt die Zeit gekommen ist, wo man jener großen, bisher ausgeschloffenen Klasse alle politischen Rechte ausfolgen muß. Denn einen Menschen, einen Bürger der gesellschaftlichen Rechte zu berauben, ist in allen Wörterbüchern der heutigen Civilisation gleichbedeutend mit Gotteslästerung." Wir dürfen demnach zuversichtlichst hoffen, daß mit dem Zusammentreten des nächsten ungarischen Landtages für die Wohlfahrt der magyarischen Israeliten eine neue, günstigere Aera erblühen und wesentliche brüderliche Eintracht der in Ungarn lebenden Nationalitäten ohne Unterschied in's Leben treten rwrd. Alexy Knopfler. Sa Ujhely, Anfang November. Soeben erhielt der hiesige Musterhauptschullehrer Nathan Eliasar Fischer die Concession zu der Herausgabe eines Wochenblattes für die jüdische Schule. Das Blatt wird in deutscher Sprache unter dem Titel: „Der jüdische Schulbote" erscheinen und wird dessen Probenummer demnächst die Presse verlassen. BemerkenSwerth ist es, daß Se. Excellenz der TavernikuS P. v.

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