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Der Israelit · 1865-11-15 · Heft 46 (15.11.1865) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 46 (15.11.1865)
Date
1865-11-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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660 bauen. Waren schon vorher in der Gemeinde die Stimmen derart verschieden, daß ein Theil keine zweite Synagoge wollte, weil angeblich die gegenwärtige den größten Theil des Jahres groß genug sei, ein anderer bloß die Vergrößerung dieser wünschte — während ein dritter sogar „eine der Hauptstadt würdige, große" wollte, so gelangte in bezeichnter Sitzung doch nur die letztere (dritte) gegenüber der Meinung einer zweiten (neuen) Synagoge zum Ausdrucke. Der erfolgte Beschluß ist daher um so erfreulicher, als er nicht nur im Interesse der Gemeinde und beider Synagogen ist, sondern auch diejenigen, welche anderer Ansicht waren, vollkommen befriedigen kann. Doch ist zu bemerken, daß eigentlich Herr Vorsteher Willmersdörffer den Ausschlag gab, indem die Stimmen derart getheilt waren, daß neun für eine große und acht (ohne den Herrn Vorsteher) für die beschlossene abgegeben wurden. In Folge davon, daß schon vor mehreren Jahren (sammt den nicht mehr genügend Raum war, bei der immer größer werdenden Gemeinde pi p und man in letzterer Zeit auch von Gemeindewegen im sogen Betsaale sowie in einem Lokale der Religronsschule Gottesdienst halten mußte, — sah man immer mehr den Mangel einer neuen Synagoge ein. Es dürfte der ermähnte Gemeindebeschluß umsomehr gerechtfertigt erscheinen, da man die isr. Elementar- und Religionsschule, die bisher in einer gemietheten Privatwohnung war, unterhalb d. h im Erdgeschosse der neu zu bauenden Synagoge zu etabliren gedenkt. Ich kann nicht umhin, bei dieser Gelegenheit die Amtsführung unseres Gemeindevorstandes rühmend anzuerkennen, indem derselbe stets eingedenk des dm Lp L'pmpTi, in Bezug aus Gottesfurcht, Energie und Umsicht, nur das wahre Wohl der Gemeinde im Auge hat. '». LvL" Jchenhaufen (Bayern). Durch die in jüngster Zelt von hiesiger Gemeinde an Sie eingesandten circa fl. 600 in zwei Posten, werden Sie den Sinn für Wohlthätigkeit ersehen haben, daß aber nebenbei dahier auch Sinn für.imLsiherrscht, dafür möge Folgendes Ihnen als Beweis dienen: Unser Rabbiner, Herr 14r. Löb, hat es durch seinen unermüdlichen Eifer, um L'2^2 zu sein, dahin gebracht daß eine große Anzahl achtbarer Männer und Jünglinge rn hiesiger Gemeinde sich jeden Samstag Nachmittag um ihn versammelt, um zwei Stunden lang Vorträge über den Wochen-Abschnitt zu hören. Auch unser würdiger Talmudlehrer, Rabbi Koppel Ullmann, erwirbt sich um die Hebung des religiösen Sinnes in unserer Gemeinde erhebliche Verdienste. S. K. Preußen. Berlin, 1. Nov. Die „N. pr. Ztg." berichtet: „In der hiesigen jüdischen Gemeinde, der zahlreichsten in Deutschland, besteht schon seit dem Februar des vorigen Jahres ein Conflict. Es sind da nämlich zwei consütutionelle Gewalten, ein Vorstand und eine Repräsentantenversammlung, auf deren Uebereinstimmung ein „Gemeindebeschluß" beruht. Man hat die neue Synagoge in der Oramenburgerstraße gebaut, die größte und schönste in Deutschland; nur die in Pefth soll größer sein. Dem Vorstand ist es nur darum zu thun, durch „anziehendere" Handhabung des Ritus, Orgelbegleitung u. dergl. den Antheil an den Versammlungen zu beleben. Darüber haben natürlich die Rabbiner mitzusprechen, aber man hat keine Rabbiner seit dem Tode des Or. Sachs.*) Diejenigen, welche der Vorstand wählen wollte, waren nicht nach dem Sinne der Repräsentanten, und umgekehrt. In den nächsten Zeiten werden die Repräsentanten neugewählt. Der Vorstand hat in einer Schrift den Gemeindemitgliedern eine Darlegung des Conflicts gegeben; die Gemeinde wird durch ihre Wahl entscheiden." Berlin. Der hiesige Privatdozent Herr I^r. Rosen ft ein, Sohn des Herrn Nabbinen Elchanan Rosenstein Hieselbst, ist nach Holland an die Universität zu Groningen als ordentlicher Professor der medicinischen Klinik berufen worden. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 6. November. Eine Notiz in Nr. 44 Ihres geschätzten Blattes bestimmt mich zu bemerken, daß mir aus Deutschland nur von Stuttgart und Heilbronn, Geldsammlungen angewiesen worden sind, die ich wie zu jeder Zeit an die Herren Holländer und Lehren in Amsterdam beförderte. Nur rücksichtlich der Geldbeträge von Heilbronn, wurde ich ausdrücklich von den Herren Gebrüdern Gumbel angewiesen, dieselben gleichmäßig unter Christen und Juden vertheilen zu lassen, und in dieser Weise ist auch längst verfügt worden. — Indem ich Sie bitte, dieser Bemerkung Raum geben zu wollen, zeichne ich mit achtungsvoller Ergebenheit Ignatz Deutsch. Pefth. Ein reges Leben gibt sich in unserer Hauptstadt kund; Alles sieht mit Freuden dem Beginn *) Anm. der Red. des Isr.: Dies ist nicht ganz richtig; das Berliner Rabbinatscollegium bestand aus drei Mitgliedern, von denen allerdings Herr Rabb. Oett nger und He r R.ibb. vr. Sacks aus diesem Leben schieden. Allein Herr Rabb. Ro seiest ein, den Gott noch l nge gesund erhalten möge, hat sich ebenso wie seine verewigten College» häufig und energisch genug gegen den „anziehenderen" Gottesdienst mit Orgelbcgleitung re. ausgesprochen.

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