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Der Israelit · 1865-11-15 · Heft 46 (15.11.1865) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 46 (15.11.1865)
Date
1865-11-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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67S der Heiligung Gottes". Der Name Jsaac, Sohn Abraham's des Patriarchen, ist derselbe, den er bei seiner Bekehrung als Jude annahm; sein früherer Name als Christ wird nicht angegeben. Die Worte „Sohn Abraham's des Patriarchen", vri-ox p, werden gewöhnlich den israelitischen Proselyten beigelegt, weil die nur als echte Söhne Abraham's zu betrachten sind. Wie wir bereits § VI bemerkt haben, hat Ephraim aus Bonn zuerst die Geschichte des Märtyrers R. Amnon niedergeschrieben. Dieser N. Ephraim aus Bonn ist der bekannte jüdische Geschichtsschreiber, der 1133 das Licht der Welt erblickte. Denn in der Beschreibung des zweiten Kreuzzuges im Jahre 1146 erzählt er, daß er damals 13 Jahre alt war. Aus der eignen Handschrift Ephraims aus Bonn hat nachher Jsaac aus Wien diese Geschichte in seinem Buche, „Or Serua" betitelt, ausgenommen. Dem Werke Jsaac's hat sie Jochanan Croyes in seinem Machsor- Commentar entlehnt, der neben dem Texte in Bologna 1541 erschienen ist. Die italienische Censur hat aber den Character der Erzählung entstellt, indem sie statt: pvn Bischof, Erzbischof, Herr, Fürst, unterschob, so daß man nicht mehr wußte, wer der Verfolger in Mainz eigentlich war. Eine andere Unterschiebung war: Ephraim ben Jacob aus Vienne, W en, statt: Ep raim ben Jacob aus Bonn , dergestalt, daß der Verfasser der Schalschelet Ha-Kabbale, der die Märtyrergeschichte des R. Amnon dem Machsor-Commentar entnahm, den Geschichtschreiber aus Bonn, den er früher erwähnte, nicht erkannte und die Zeit der Abfassung der Geschichte nicht angeben konnte. David Gans, der aus dem Schalschelet Ha-Kabbale schöpfte, setzte willkürlich das Martyrthum R Amnon's in's Jahr 1240, und ihm folgte blindlings Dr. Jost in seiner Geschichte der Israeliten, ohne zu bedenken, daß der Historiker von N. Amnon's Geschichte ein Jahrhundert vor dem Helden seiner Erzählung gelebt hatte. Dem sei wie ihm wolle, so lautet der historische Bericht des Ephraim aus Bonn, wie folgt: „R. Amnon aus Mainz war ein Großer seines Zeitalters, r^ich, edel und wohlgebildet. Der Erzbischof und sein Vertrauter versuchten es, ihn zu bereden, daß er sich brk hre, er lehnte es aber ab. Als sie ihm hier über täglich stark anlagen und der Erzbischof heftig in ihn drang, gab er ihm zu^ Antwort: „Gib mir drei Tage Bedenkzeit". Dies war eigentlich nur eine Ausflucht, um sich los zu machen. Kaum hatte er den Erzbischof verlassen, so drückte ihn sein Gewissen, eine solche Antwort gegeben zu haben, die seinen Glauben in Zweifel ziehe. Er wurde sehr traurig und betrübt. Am dritten Tage ließ ihn der Erzbischof zu sich rufen, aber er verweigerte hinzugehen. Hierauf ließ ihn der Erzbischof mit Gewalt vor sich bringen und stellte ihn zur Rede. Da antwortete R. Amnon, ich will mir mein Uriheil selbst sprechen: meine Zunge, die gelogen hat, soll herausgeschnitten werden. Nein, entgegnete der Erzbischof, nicht deine Zunge, die gerecht sprach, will ich dir abschneiden lassen, sondern deine Füße sollen abgehauen werden, weil sie nicht nach Versprechen zu mir gekommen sind, und auch deinen übrigen Körper werde ich züchtigen. Er befahl, und man schnitt ihm zugleich die Daumen von Händen und Füßen ab. Bei jeder Verstümmelung wurde er gefragt, ob er seine Religion verlassen wollte, er antwortete aber immer „Nein". Am Ende ließ ihn der Erzbischof nebst seinen abgeschnittenen Daumen in eine Tragbahre legen und ihn so nach Haus tragen; R. Amnon blieb aber seinem Glauben treu, wie auch sein Namen Amnon „treu" bedeutet. Als nachher das Neujahrsfest herankam, ließ sich R. Amnon in die Synagoge tragen und neben den Vorbeter setzen. Als nun die Zeit der Keduscha kam, ries ihm R. Amnon zu und sprach:, „Halt, ich will erst den Ewigen verherrlichen!" Er fing an mit lauter Stimme: „Nun 'oll sie dir aufsteigen, die Heiligung" und heiligte den Namen Gottes. Hierauf sagte er auswendig: „Und wir wollen von der mächtigen Heiligkeit dieses Tages, Juda erzählen". Als er dann ganz ausgeredet hatte, heißt es weiter, sei er verschwunden in Aller Gegenwart — denn Gott hatte ihn zu sich genommen. Drei Tage nachher erschien er des Nachts dem R. Kalonymos, Sohn des R. Meschullam, Sohn des R. Kalonymos, Sohn des R. Moses, Sohn des N. Kalonymos, Sohn des R. Meschullam. Sohn des R. Kalonymos, Sohn des R. Moses Ha-Saken, lehrte ihn das ganze Gedicht auswendig und befahl ihm, daß er es allenthalben in Israel herumschicke zum ewigen Andenken." (Fortsetzung folgt.) E. Carmoly. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. L München, 31,Oct. .... W2PD Endlich hat die Synagogen Frage, die unser, Gottlob, noch nicht von Reformsuckt angestecktes München seit langer Zeit in Athem hielt, ihren würdigen Abschluß erhalten. In jüngster Sitzung nämlich wurde beschlossen, eine mindestens dreihundert Männerplütze fassende neue Synagoge zu

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