Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1865)
- Date
- 1865-11-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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664 hat , ist während den Halacha - Erörterungen unseres hochgelehrten Rabbi sehr lebhaft. Auch Herr Lazar Löw, Cohn des Herrn Oberrabbinen, der wegen seiner hohen Gelehrsamkeit und seiner ungeheuchelten Frömmigkeit weithin rühmlichst bekannt, belehrt — trotzdem er der Geschäftssphäre zugewandt — eine nicht minder große Anzahl Bachurim. Es ist eine beseligende Freude, mit anzuhören, wie die Kleinen allwöchentlich, Freitag, ihr von ihnen sehnsuchtsvoll erwartetes Examen bestehen. Da weiß Jeder die besprochenen Themata sammt den Erörterungen der geläufig herzusagen. Auch steht man hier 14—15jährige Jünglinge Nächte durchwachen und nur mit dem Studium der heiligen Lehre sich befassen. Mögen beide Hochschulen recht lange blühen, und mögen die Leiter derselben vom Allvater noch lange rüstig erhalten werden, auf daß sie, wie bis jetzt, mit unermüdlichem Eifer das Wort Gottes lehren! Maier Deutsch. Frankreich. Paris. (Jüdische Briefe von A. Cohn.) (Forts.) XIII. Sowohl zu Damascus als auch zu Alexandrien betrachtete man die Sache als beendet. Die Acteure in dieser Tragödie waren von der' Bühne verschwunden, ihre traurigen Rollen gespielt. Die jüdischen Missionäre trennten sich daher von einander, um beliebig die Rückreise in die Heimath antreten zu können. Während sich der unermüdliche Montefiore nach Constantinopel begab, um auch vom Sultan einen Ferman zu erwirken, der die Juden für völlig unbetheiligt an dem Verschwinden des Pater Thomas und seines Dieners erklärte, begab sich Herr Crömieux und Herr Munk nach Cairo, um sich dort ein bleibendes Andenken zu hinterlassen. Die Gründung jüdischer Schulen für beide Geschlechter war unstreitig das schönste Werk, das eine Israel. Mission in dem alten Lande unserer Knechtschaft verrichten konnte. Obschon diese Schulen harte Kämpfe zu bestehen hatten, machte ich doch, als ich im Jahre 1854 die Organisation der Gemeinde und der Schulen zu Alexandrien bearbeitete, die Wahrnehmung, daß sich die Schulen seither krästig entwickelt hatten Aus dem Aufruf, den Herr Cremieux an die ägyptischen Juden ergehen ließ und der von Munk in's Hebräische und Arabische übertragen wurde, heben wir nur Folgendes hervor: Und Ihr, unsere Brüder und Einwohner Alexandriens, erinnert Euch der großen Thaten unserer Brüder, die einst ihren Aufenthalt in dieser Stadt berühmt gemacht haben. Sowohl unter der Regierung der Ptolemäer als später unter den Muselmännern zeichneten sie sich aus; besonders zur Zeit des N- Saadjah Gaon und später zur Zeit des großen Maimsttides. Erinnert Euch dieser herrlichen Zeiten und bewabret dieses köstliche Erbgut unserer Vorfahren. Ein Jeder trage bei, nach dem Segen, den ihm der Ewige verliehen, und nach zwei oder drei Jahren werdet Ihr wie eine der großen Gemeinden Europa's dastehen, die Euch ihre Zuneigung durch die übersandte Mission gezeigt haben. Zu Alexandrien wie zu Cairo wurden Schulen eröffnet, die zwar nach einigen Jahren, nachdem der Zufluß der Unterstützungsmittel von Außen aufhörte, wieder eingingen. Nichtsdestoweniger war ihr Bestehen, wenn auch nur ein kurzes, doch von großem Nutzen. Die Schüler dieser Anstalten, begeistert von dem Wesen unserer erhabenen Religion, gründeten zehn Jahre später andere Schulen und widmeten dem Gedeihen der letzteren viele Sorgfalt. Herr Munk war in seinen Nachforschungen nach orientalischen Manuscripten recht glücklich. ErnTheil des Commentars Maimonides über die Mischnah und ein großer Theil des umfangreichen caraitischen Commentars von Jephet waren das Erheblichste von den Erfolgen dieser Nachsuchungen. In Europa beschäftigte sich die Presse viel mit der Rückkunft der würdigen Reisenden, und bekundete dadurch ihre Anerkennung des Strebens dieser Edlen für die allgemeine Humanität. Gegen das Ende des Jahres 1840 trafen unsere Pariser Missionäre wieder hier ein, um ihren gewohnten Geschäften obzuliegen. Auch für die Gemeinden der Stadt Paris hatte diese Begebenheit einigen Nutzen. Gegen das Ende dieses Jahres wurde in der Straße Trois-Bornes das Unterftützungshaus eingeweiht, daß zwölf Jahre später, im Jahre 1662 durch das herrliche Gebäude, das Herr Baron James v. Rothschild errichten ließ, ersetzt wurde. Welche Mühe kostete es nicht, um dieses kleine Hospital, das nur 15 Betten enthielt, und sich in einem für 1500 Francs gemietheten Häuschen befand, zu gründen! Jeder Schritt auf diesem schwierigen Terrain mußte erkämpft werden. Wie Viele mußte man bitten ihr Scherflein beizutragen, um für arme und kranke Israeliten, die sich lieber die größten Entsagungen während ihres Krankenlagers auferlegten, nur um den Vorschriften der Religion getreu bleiben zu können und ihr lebensmüdes Auge im Kreise liebender Brüder unter ihren Gebeten zu schließen, ein Asyl zu finden. Diese Gelegenheit erinnert mich, des sel. Herrn Benoit Cohen und des Herrn vr. Cahn zu gedenken, welche beide ihren ganzen Einstuß dazu verwandten und kein Opfer scheuten, die Errichtung dieser Anstalt, auf die jetzt die ganze Gemeinde stolz ist, zu befürworten und zu unterstützen. Das Jahr 1841 sah ein Werk entstehen, daß trotz seines geringen Anfanges, anderen zum Vorbild dienen könnte und besonders dürfte dieses von Damen anderer Städte beherzigt werden. Unter dem Namen „Looiütä äss Hermes ül-