Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1865-11-01 · Heft 44 (1.11.1865) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 44 (1.11.1865)
Date
1865-11-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447193-2447236--03799-2459219
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

649 Cultusvorsteher sein kann, wenn man nur die von chm aufgestellten „Sechs Punkte" adoptirt. Wir loben ihn dafür, daß er wenigstens Farbe bekennt und sich zu den Leugnern der positiven Religion zählt; aber er darf es uns auch nicht verargen, wenn wir dieß als einen Umsturz der Religion und nicht als Fortschritt betrachten, und ihn in religiöser Beziehung zur Umsturzpartei zählen. — Wir müssen endlich dem Herrn Correspondenten berichtigen, daß der fragliche Antrag nicht nur von Herrn Winter vertheidigt, sondern im Princip von Allen gebilligt wurde; selbst Herr Mendelsburg erklärte, daß der Herr Oberrabbiner, als Religionsvorsteher, dem Rechte der Pflicht und der Vernunft gemäß gesprochen habe, daß er und seine Gesinnungsgenossen sich aber doch nicht fügen können. Uns will es noch bedünken, daß ein indifferenter Israelit das Amt eines Cultusge- . rneinde-Vorstehers schon wegen des Ehrenpunktes nicht übernehmen soll, wenn man es ihm auch anböte. Er müßte als Vorsteher die Grundsätze der positiven mosaischen Religion vertheidigen, in diesem Falle handelt er gegen seine Ueberzeugung; oder er vertheidigt sie nicht, da tritt wiederum eine Coüission mit der von ihm übernommenen Pflicht ein. In keinem Falle kann er als Ehrenmann dastehen. In Betreff der „Sechs Punkte", die wir, in diplomatische Reminiscenzen weniger verliebt, auf sieben oder mehr bringen könnten, bemerken wir nur, daß der bisherige Vorstand, den Herrn Oberrabbiner an der Spitze, sich schon früher um Abstellung der Ausnahmsgesetze an das Vaterherz unseres angebeteten Kaisers und Herrn ehrfurchtsvoll gewendet, und die Gewährung dieser Bitte von Allerhöchftdessen Huld und Gnade in kindlicher Ergebung erwartet. Auch alle anderen Punkte hat der Vorstand nach Thuiüichkeit berücksichtigt, sogar ohne erst durch das Feuer einer am Sabbat glimmenden Havanna dazu angefeuert worden zu sein." — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Wittelshofen (Bayern), 18. Oct. Ein frommes, von tief-innerlicher Religiosität durchwehtes Leben hat am jüngsten Sutkot-Feste, in unserer biederen Nachbargemeinde Mönchsroth, durch den Hintritt des allverehrten Cultus-Vorstandes Herrn Hirsch Marx zum grüßten Leidwesen Aller, die ihn näher gekannt, schnell geendet, woourch überraschend plötzlich die freudig bewegte, festlich gehobene Stimmung in eine wehmuthsvolle, tiefbetrübte umgewandelt wurde l — rws.-7 Eine flüchtige Skizze des Lebens dieses Mannes verdient gewiß in einem Blatte registirt zu werden, dessen Tendenzen mit den seinigen so genau harmonirten, und deren Förderung und Unterstützung ihm zeitlebens eifrigst am Herzen lag. Zugleich dürfte hierdurch den nächsten Anverwandten und Freunden des Verewigten einiger Trost gespendet werden, sowie seine Gesinnungsgenossen und Freunde sich aufgemuntert fühlen, ein ähnliches segensreiches Leben und Streben zu bethätigen. H. Marx, den das Vertrauen seiner Gemeinde seit einer langen Reihe von Zähren zu ihrem Vorstände berief, wurde von frühester Jugend 212^5^ ungehalten, worin er auch ein gediegenes, vielseitiges Wissen bekundete. Gewiß hat kein Anderer in ähnlichen Verhältnissen bei seinem vielverzweigten ausgedehnten Geschäftsbetriebe dem talmudischen Worte gewissenhafter Rechnung getragen: oix V-L" l212vn — .2^22 — tt2?22 — 1'r>NN Denn nicht leicht gönnte er sich nach den vielfachen, mitunter sehr mühevollen Anstrengungen seines weitverbreiteten Geschäftes den erquicklichen Schlummer, bevor er nicht in noch später Abendstunde einen Mischna-Abschnitt oder eine talmudische Abhandlung „gelernt" hätte. Besonders rühmlich ist jedoch der Umstand hervorzuheben, daß er im Geschäftsverkehr die strengste Gewissenhaftigkeit und Treue bethätigte! Eine lange Reche von Jahren widmete sich der Verewigte mit wahrhaft frommer Begeisterung und Hingebung dem Dienste der Religion als geschickter -.212 — und als entsprechender ,2vsn ^p2. — Daß er stets seinen Posten als Vorsteher seiner Gemeinde würdig und höchst uneigennützig verwaltet, bewies das unerschütterliche Vertrauen derselben, sowie deren aufrichtige, ungeheuchelte allgemeine Trauer um seinen viel zu frühen Hingang. Möge dieser Fromme in den Gefilden des ewigen Friedens für seine vielseitigen, großen Verdienste reichen Lohn empfangen, und chm jene erhabenen Pforten eröffnet werden, auf welchen die goldene Inschrift strahlet:;2n — 12 m,2' O'p'-w — 2PP.2 rn Hohenbuch (Württemberg.) w'-r '222 '.2 21222 (?"o 'brv2) inrr i'2'ix ru. Die „Zeitung des Judenthums" und ihre württembergischen Correspondenten haben seiner Zeit nicht Worte genug finden können, die Hohenbucher Versammlung und ihre Tendenzen, betreffend die Revision der israelitischen Kirchenversaffung in Württemberg, zu verdächtigen und herabzuwürdigen. Doch kommen die Bestrebungen dieser Versammlung .2"p2 immer mehr und in stets weiteren Kreisen zur Anerkennung. Einer Privatmittheilung seines Blattes Nr. 41., worin über die finanziellen Collisionen zwischen Rabbinen und Lehrern

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.