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Der Israelit · 1865-10-25 · Heft 43 (25.10.1865) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 43 (25.10.1865)
Date
1865-10-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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637 sprach: „Schaffet mir diese Hunde von Juden weg," was diese sofort in der schmählichsten Weise vollzogen. Tags darauf ließ sie der General abermals vor sich kommen, wo sich die muhamedanischen Einwohner Syrbas bereits eingefunden hatten. Während der Verhandlung äußerte sich der Rabbiner vonAl-Chara- Ulkalira, Herr Jacob Chatat: ,Mir genießen den Schutz unseres Regenten und lebten sorglos, bis diese Räuber uns überfielen und all das Unsrige fortschleppten. Unser Herr, der König, möge nun auch das Opfer vor seinem Räuber beschützen, damit man uns das Geraubte wieder erstatte." „Verfluchter Hund" herrschte ihn der General an, „glaubst Du denn, daß der König Euch beraubt habe. Alsbald befahl er seinen Untergebenen, den Nabbinen hinauszuwerfen, was auch geschah. Man kann sich denken, wie es den übrigen Israeliten bei dieser Seme zu Muthe war. — Darauf wurde der Befehl ertheilt, die Juden sollten sich mit den Muhamedanern vergleichen. Der Beamte, dem dieses Geschäft anvertraut war, sprach zu den Versammelten: „ich werde die Sache auf gütlichem Wege zu erledigen wissen. Ihr Muselmänner gebt den Juden 150,000 Reale. Beioe Parteien wollten nichts von diesem Vorschläge wissen. Die Ersteren sagten : „Wir können nichts mehr geben, nachdem wir bereits 5 Millionen Francs an ine Staatskasse als Strafe zahlen mußten. Die Juden sagten: lieber als diese Kleinigkeit wollten sie gar nichts haben. Als der Beamte dies hörte, sprach er, nun habt Ihr ja gehört, die Juden wollen nichts von Euch haben. Nun ließ er die Juden von sich weisen und befahl, sie nicht mehr vorzulassen. Gegen Abend schickte der Beamte, einen GerichtSbiener nach, um ein Schriftstück, das er ihnen vorlegte, zu unterzeichnen. Als die Juden nach dem Inhalt gefragt hatten und man ihnen sagte, daß sie bekräftigen sollten, daß sie den Muhamedanern das Geraubte geschenkt hätten, sprachen sie: „Wir haben nichts geschenkt und werden nichts verschenken. Der Beamte, von dieser« in Kenntlich gesetzt, befahl alsbald die Juden zu binoen und sie so lange zu prügeln, bis sie gutwillig unterschreiben würden. Zu Tausenden wurden Stöcke herbeigeschafft, um die Armen zu geißeln. Den Anfang machte man mit einem Rabbmen, einem alten unv schwachen LOjährigen Greise. Mit schrecklicher Grausamkeit verfuhr man gegen diesen Unschuldigen, so daß die Juden, bewegt von Mitleid mit dem unglücklichen Bruder, lieber ihr ganzes Vermögen opferten und das vorgelegte Aktenstück unterschrieben. Diese Thatsachen, die wir zum Theile dem „Hamaggid" entnehmen, wurden von den Juden der betreffenden Gemeinde an einen Correspondenten der genannten Zeitschrift geschrieben. Faid Mosche Schmaschah übersetzte sie ins Arabische und reichte sie dem Ministerpräsidenten ein. Mögen sich unsere einflußreichen Brüder in England und Frankreich der bedrängten Brüder annehmen, und der Allgütige ihr Werk segnen. Feuilleton. Die rumänischen Israeliten. Eine cultur - historische Skizze nach dem „Libanon." (Fortsetzung.) Dies war ungefähr der sociale Zustand der Israeliten bis zum Beginne der 3. Periode. Als Alexander Johann 1. Herrscher der Moldau würbe, hofften die JsraeUten, daß die Schranken, die Unduldsamkeit zwischen einem Burger und dem anderen gezogen, allmählich verschwinden würden. Um die Vorwürfe der Judenfeinde, als seren sie, die Juden, einer bürgerlichen Gleichstellung unwürdig, so grundlos sie übrigens fast immer sind, gänzlich verstummen zu lassen, errichteten die Kaufleute uno Notablen Jassy's mehrere Schulen, um die jüdischen Kinder der L>tadt und Umgegend in den gewöhnlichen Elementargegeuständen unterrichten zu lassen. Die Gemeinde Jassy ist die größte und angesehenste unter allen übrigen. Ihr reihen sich zunächst an: Botaschani, Galatz, Folttscyeni, Roman, Baken, Darheu, Byrlat undFokschanr; jedoch werden sie alle von Jassy ourch dessen vortreffliche Gemeindeverwaltung uno den Sinn für höhere geistige Bildung, der nur in Jassy allein zu siuoen ist, überragt. Der Hauplerwerbszweig der jüdischen Einwohner Jassy's, ist Ackerbau und Handel, hauptsächlich in Lanoesprodukten und Rauchwaare. Obschon die Inhaber der größten Handelshäuser Israeliten sind, sin det man am Samstag fast ein jedes Geschäft geschlossen. Auch der Hunowerte.stanb hat seme zahlreichen Vertreter unter ihnen. Andere stnd wiederum Lastträger, Holzhauer uno Wasserträger, uno dennoch behaupten ihre Gegner, daß sie im Durchschnitt faules uno unthätlges Gesindel seien! Der Verein „Union Jsraelite" hat viel zu der Hebung des Ansehens unserer Glaubensgenossen m Numenien beigetragen. Auch die Zeitschrift „Resorma" nimmt stets dre Juden und ihre Interessen in Schutz. Nun zur Geschichte der rumenischen Juden. In der Hauptstadt Bukarest, in den Städten Plojeschü, Krajowa und Ärarla finden sich zahlreiche Juoen^ememden. Die Zahl der Mischen Einwohner in den genannten Städten ist jeooch verjchrvmoM genug, gegen die Juden m der Moldau. Die Zeit ihrer ersten Ansiedelung ist leicht festzuftellen uno Mt ungefähr um das Jahr 1610. Dre Sephardim wohnen

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