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Der Israelit · 1865-10-25 · Heft 43 (25.10.1865) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 43 (25.10.1865)
Date
1865-10-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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638 jedoch höchstens erst 100 Jahre lang hier, die, des Handels halber ihre früheren Wohnsitze, die türkischen Länder, Serbien und Bulgarien verließen und sich in der Wallachei ansässig machten. Täglich strömen noch neue Zuzüge solcher Handelslustiger in diese Länder, die für manche Handelsartikel eine günstige Lage haben, hinzu. Der Wohlstand dieser zugereisten Kaufleute steigt immer mehr. Auch sind sie durch ihre friedliebende Charactäre weit angenehmer, als ihre polnischen Religionsgenossen, die oft Händel unter sich haben und überhaupt geneigter zu Processen sind. — Diese Sephardim lassen irr ihrem Hauswesen und ihrer Lebensweise nicht verkennen, daß sie der europäischen Türkei, den Ländern Asiens und Afrikas entstammen. Wie alle Morgenländer lieben sie die Ruhe und das behagliche Wesen stiller Häuslichkeit. Selbst in ihren Gebethäusern herrscht dieselbe Stille, nur in geregelter Weise erheben sie an gewissen Stellen einmüthig ihre Stimmen. Hospitäler besitzen sie nicht, auch bestehen keine anderen Unterstützungsvereine unter ihnen, da sie größtentheils wohlhabend sind und daher einen Bedürftigen leicht zu unterstützen im Stande sind. Ihre geistige Bildung läßt jedoch viel zu wünschen übrig, da ihr Handelssinn jeden Drang für Geistescultur unterdrückt. Auch sie haben die orientalische Tracht bereits abgelegt. Nur der Vorsänger und seine Gehilfen und noch einige alte Männer tragen die gewohnte Kleidung. Die Frauen jedoch tragen noch immer den türkischen Fez und leben überhaupt , sehr viel im Hause, wenn sie auch nicht so eingesperrt sind, wiediemuhamedanischen Frauen. In ihrem Hause herrscht die größte Reinlichkeit. Wenn man durch die Straßen ihrer Viertel geht, glaubt man sich in einer orientalischen Stadt zu befinden. — Ihre Sprache ist die kastilianische, ist jedoch durch das türkische Element, das sich in dieselbe einzubürgen gewußt, ganz verunstaltet worden. Die Vornehmen unter ihnen sprechen jedoch oft ein sehr schönes und reines Deutsch, weit besser als die Polen, mit denen sie sich übrigens verschwägern. Die Patricier suchen sich jedoch stets für ihre Töchter sephardische Jünglinge. (Fortsetzung folgt.) ——— »» - -»» »», > ——W PPPIILVIV^IP M'V'^>P811'8 1'S sp"ipP'UW1p2b'? 1118-1^81 fplM 1118 1p1'v81 f8S 11'1'V1PS18 112 empfiehlt sich die Lmistailstalt für Stickerei «ick Weberei des ctki, l-iim in Wien, Neubau, Dreilaufergasse Nr. 3, welche sowohl durch ihre oftmalige Ausstellung im k. k. Museum als auch durch viele vorliegende Anerkennungsschreiben von Kultusgemeinden und Privaten des In- und Auslandes die genügendste Garantie für eben so reelle als künstlerisch ausgeführte Essektuirung der ihr anvertrauten Bestellungen bietet. Skizzen und Proben von Stickereien für Paroches, Capores, Chuppa Kanzelborden u. s. w. liegen im Atelier zur Einsicht auf und werden Abrisse hievon auf Verlangen eingesen- > Bei Bestellungen wird ersucht, keine zu kurzen Anfertigungs-Termine zu bestimmen. --8? International - Institut. Versinkt 2öKlioS6 aus Frsnkrei'vü, Osutsoklanck, Lu^lanck eto. Hauptstucissn: lebenüle 8A»ravlrsit unä I^sdrplun n, dst öoriadt kravoo. Äan ivsoäs sied an cksn kräsiclsnlsu ckes VsrvaltuvAsratdss in Vi-iiLvjksal (Lsäso).

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