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Der Israelit · 1865-10-25 · Heft 43 (25.10.1865) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 43 (25.10.1865)
Date
1865-10-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage z« Nr. 43 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondeuzen. Deutschland. Nastätten (Herzogtum Nassau). Mittwoch, der 11. October, muß gewiß der israel. Cultusgemeinde zu Nastätten noch lange in freundlichem Andenken bleiben. Verkündeten auch nicht Böllerschüsse und Glockengeläute den Festesmorgen, so war es doch ein solcher, und gewiß ein recht schöner. Galt cs ja der Weihe einer von der frommen und goltesfürchtigen Familie Oppenheimer daselbst, der Synagoge zum Geschenk, gemachten ci"o. Schon Tags zuvor waren viele Hände beschäftigt, um Vorbereitung zur würdigen Feier des Tages zu treffen. Fahnen wurden ausgehangt, Guirlanden gewunden, paffende Transparente angefertigt, Illuminationen rc. vorbereitet. Wahrlich, ein erhebender Moment war es für uns, die herrliche von Herrn I. Liss au er aus Ungedanken angesertigte r>"O in ihrem umgeben von Lichterglanz und Blumenduft, zu iehen. Wenn es überhaupt möglich ist, die n-nri, diesen unseren schönsten Schmuck, durch äußeren Reiz noch zu verschönern, so hat Herr G. Oppenheimer diese Aufgabe erfüllt. Haufenweise strömten Beschauer herbei, um die herrliche , in völligem Vlüthenschmuck stehende Thora zu sehen. Herr Or. Hochstädler von Ems war Tags zuvor angekommen und sprach sich am Vorabend des Festtags in herrlichen Worten über die Bedeutung solcher Tage aus, worin er besonders den religiösen Sinn der Familie O. anerkannte und lobte. Nachdem man am Festesmorgen niOZV.-i gemacht hatte, wurde um 9^/2 Uhr die ri"O unter Sang und Klang in einem festlich geschmückten Zuge von der Behausung des Herrn E. G. Oppenheimer nach der Synagoge gebracht, woselbst außer Verrichtung der üblichen Gebete der Festredner Herr Or. H. in einem l^stündigen, von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Vortrage die Vorzüge unserer heil. Thora ins klare Licht stellte und schließlich die Gemeinde aufforderte, sich um dieses Panier zu schaaren. Wir aber verfolgen mit diesen Zeilen nur den Zweck, den Namen der höchst ehrenrverthen Familie Oppenheimer öffcntlich zu nenmn und den Wunsch auszudrucken, daß solche Thaten vielfache Nachahmung finden mögen, auf daß unsere heil. Thora, unser Stab und unsere Stütze zu allen Zeiten, in recht vielfachen Exemplaren vorhanden sein möge zur Zierde Israels und zur Veredlung der ganzen Menschheit. Das walte Gott! r. Preußen. Treis, an der Mosel, (durch Zufall verspätet). Obschon es die Leser Ihres geschätzten Blattes wenig intercssiren dürfte, etwas von einer so kleinen jüdischen Gemeinde, wie die unsrige, zu erfahren, so fühle ich mich doch verpflichtet von unserer neuen Synagoge zu referiren, weil dieselbe größtentheils ein Werk der Mildthätigkeit ist. Mit der Hilfe Gottes waren wir endlich nach vielen Jahren so glücklich: Freitag, den 18. August, Sidra Reöh, unsere Synagoge feierlichst einzuweihcn. Die Feier begann mit einem schönen Zuge, an welchem sich die Beamten von hier und Carden, so wie mehrere eingeladene christliche Bürger in tolerantester Weise betheiligten. An der Synagoge angelangt, hielt der Vorsteher auf der Straße eine kleine Ansprache, erklärte die Aufschrift an der Außenseite derselben : „Bet Thephilat Jisrael" namentlich das Wort Jisrael, wie Jacob mit diesem Namen gesegnet wurde, und daß die Israeliten also die Träger des Namen Gottes sein sollen; erwähnte ferner, daß der anwesende Herr Consistorial - Oberrabbiuer Auerbach sich sehr viele Mühe zur Herstellung dieses Bethauses gegeben, dankte dann dem Herrn Obberrabbiner, sowie dem Unternehmer des Baues, der Alles einfach schön eingerichtet, dankte den edlen Spendern und Allen, die durch Schrift, Wort und That uns günstig waren und erflehete endlich den Segen des Himmels für dieselben. Auch Ihrer, Herr Redacteur, und des hiesigen Bürgermeisters, wurde bei dieser Gelegenheit gedacht. Der Herr Oberrabbiner war eigens zu dieser Einweihung von Bonn in Begleitung seines Sohnes Hierher gekommen. Dieser junge Herr Auerbach hielt die Festrede zur vollkommenen Zufriedenheit mcht allein seiner Glaubensgenossen, sondern auch der vielen hohen Beamten und aller Zuhörer. Im Anschluß an die Predigt erflehete derselbe den göttlichen Segen iür den König, die Königin, den Kronprinzen und das Königliche Haus, das Vaterland, die Beamten, die israelitische Gemeinde, die edlen Spender, den Ort Treis und für alle Anwesenden. Die große Anzahl der edlen Geber, welche zum Bau beisteuerten, mit Namen aufzuführen, ist unmöglich; die größte Gabe erhielten wir von Herrn Baron v. Rothschild in Paris — auch konnte zur Porto-Ersparung nicht allen einzelnen Spendern brieflich gedankt werden; wir sprechen daher Allen hiermit öffentlich unseren Dank und unsere Segenswünsche aus. Zur Einweihung wurden uns als Geschenke zugesandt:

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