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Der Israelit · 1865-10-25 · Heft 43 (25.10.1865) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 43 (25.10.1865)
Date
1865-10-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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631 Pädagogen, nach welchem Systeme man griechische Sprache und Literatur in der Volksschule unterrichten könne, sowie man in unfern Schulen hebräische Grammatik und Literatur unterrichtet? Fragt ihn, nach welchem pädagogischen Systeme man in der Volksschule drei Sprachen unterrichte, sowie es in den jüdischen Schulen unseres Vaterlandes geschieht? Indessen wollen wir den Gegenstand praktisch besprechen. Außer Religion und Arithmetik richtet die Schule ihr Hauptaugenmerk auf die Entwicklung der Denk- und Sprachkraft. Nun dünkt es mich, daß es keine .-U7O^> .12^.1 sei, die Entwickelung der Denk- und Sprachkraft gerade aus den Vernalcken'schen Sprach- und Lesebüchern zu nehmen; sehen wir zu, ob sich diese Entwicklung auch noch aus einer anderen Quelle schöpfen läßt. Wir haben bereits die jüdischreligiösen Lehrstoffe für unsere Schule als oonältio sins gua von bezeichnet; sprechen wir noch ein Wort über deren Behandlungsweise. Das Kind muß dieselben in reiner Sprache übersetzen, und auch deren Inhalt mit eigenen Worten ebenfalls in reiner Sprache geben können. Diese Lehrstoffe wurden bereits seit Jahrhunderten im Judenthume so behandelt, mit dem Unterschiede, daß es früher nicht in reiner Muttersprache geschah, dies jedoch in unserer Zeit unerläßlich geworden ist. Nun erlaube ich mir die Frage: ob denn die 2112 ,211222 ,2i?'Z2 VQ2 ,O'^'22 und die nicht so viel Denk-*) und Sprachstoff bieten, wie alle Sprach- und Lesebücher der modernen Pädagogik? ob sich denn mit einer V2iri 2^12 nicht all die Denk- und Sprachübungen vornehmen lassen, wie mit irgend welchem Lesestücke? ja ob sie nicht schon deswegen vorgenommen werden müssen, um den Lehrstoff gründlich aufzunehmen? Betreff der Entwicklung der Denkkraft, Charakter- und Gemüthsbildung, da haben die oben angeführten jüdisch-religiösen Lehrstoffe bereits eine bessere Probe abgelegt, als die glänzendsten Leistungen der modernen Pädagogik. da erscheinen uns diese, jenen gegenüber wahrhaft nur als Zwerge; und dasselbe Verhältniß dürfte auch betreff der Sprachentwicklung zum Vorschein kommen, wenn eine praktische, verstandesmäßige Methode angewendet würde. Sagt doch schon Börne, daß er seine eigene Sprachbildung zum größten Theile den von ihm gemachten Übersetzungen verdanke. *) Anm. der Red.: Wir können unserem vereyrl. Correspondenten nur zustimmen. An mehreren, wahrhaft jüdischen Schulen, die neben allen Unterrichtsgegenstanven der deutschen Handelsinstitute die jüdische Literatur, selbst bis zu 2^i72 und in i'r Programm ausgenommen haben und mit gutem Erfolg unterrichten, hat man die Wahrnehmung gemacht, daß gerade die Zöqlinge, welche sich im Hebräischen auszeichncn, auch in allen übrigen Fächern voranstehen; und daß ferner solche Anstalten den besten christlichen Instituten würdig an die Seite gestellt zu werden verdienen, sie sogar häufig übertreffen. Schiller hat die deutsche Sprache aus Luthers Bibel gelernt, und so mancher gebildete Jude legte den Grund zu seiner Sprachgewandtheit durch das Stu! dium der Bibel mit der Mendelssohn'schen Ueber-! setzung. Ergänzen wir alles dies mit einigen nöthigen! Sprach- und Stylregeln und einigen wenigen, aber! kernige« Lesesiücken aus den interessantesten Erschei- , nungen der Natur- und Heimathkunde, und wir sind > zu den glänzendsten Resultaten der allgemeinen Sprach- , bildung berechtigt. - Das sind meine Ansichten betreff der Kräftigung unserer Gemeindeschulen, worin ich nur die öffentliche Meinung zu iuterpretiren glaube. Es ist möglich, daß ich mich irre . . . was ich aber nur dann zugeben werde, wenn ich in ebenso aufrichtiger Weise widerlegt werde. Wilhelm Reumann. Zeitungsnachrichten und Correfpoudenzen. Deutschland. München, 15. October. Am Vorabende des verflossenen.11,2 22217 feierte der seit vielen Jahren hier bestehende „ Frommen - Verein " 2"2 21211) sin sehr erhebendes Fest; es wurde nämlich eine neue Gesetzesrolle (2112 122) unter verschiedenen Feierlichkeiten in der Synagoge eingeweiht. Ein langer Festzug, eröffnet von dem Herrn Rabbiner Aub, Herrn Obercantor Löwen st am mit dem gesammten Chor, den Vorständen Herrn Joseph Bittmann und Herrn Mathias Stern, bewegte sich in den herrlicherleuchteten Raumen der Synagoge. Bei dieser Gelegenheit können wir nicht umhin, den Leistungen dieses Vereines die gebührende Anerkennung zu zollen, indem derselbe durch Wohlthätigkeit 2'22v?2 2"2v s'2 den Namen „Frommen-Verein" verdient. Ganz besonders aber müssen wir die sabbatlichen Vorträge des gelehrten Herrn Joseph Wolfsheimer hervorheben. Diese bewegen sich nicht im Kreise einfacher Moralien, sondern erläutern durch geistreiche Ideen viele schwierige Talmudstellen und Midraschim, wodurch der Verein auch hinsichtlich der .1112 112^2 vollkommen seinen Zwecken entspricht. Preußen. Berlin. Eine im hohen Grade geachtete und durch ihre Wohlthätigkeit weit und breit geschätzte Dame, Frau Daniel Meyer Wulfs, eine Nichte Lippmann Wulff's, des Großvaters von Meyerbeer

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