Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 42 (18.10.1865)
- Date
- 1865-10-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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sen; wir hätten aber von einem Gelehrten, — für den sich Herr?)r. Levison im Hamagid so manchmal preist — mehr Selbstachtung erwartet, als daß er sich, ohne vor sich selbst zu erröthen, entblöden könne, sich mit fremden Federn zu schmücken. Oder ist vielleicht anders das gegenseitige, sociale Verhältniß der Neologen so weit gediehen, daß das eine Mitglied die Mangel des anderen zudecken, der eine Bruder dem anderen als Leiter dienen muß, um den Montblanc des Ruhmes und der Glorie zu besteigen? Das wäre freilich ein nachahmenswerter Beweis von brüderlichem Zusammenhalten, eine anerkennungswerthe BethätigUNg des manus vaavurn lavat; doch wir können Herrn vr Stein N'cht eines solchen Freundschaftsdienstes fähig halten, angesichts der Procedur, mit der er seinerzeit gegen den Altmeister rc. Philippen vorging, und von welcher der zehnte Jahrgang des guest. Volkslehrers mehr als zur Genüge Zeugniß ablegt. Auch hier wurde zur Steuer der Noth unserer Brüder in Jerusalem auf Anregen des Herrn Or. Wolf eine Sammlung veranstaltet, die in wenigen Tagen ein Resultat von 2,100 Francs erzielte. Außerdem kam gleichzeitig eine beträchtliche Summe für die Abgebrannten in Kolomea zusammen. — Kurz vor Austritt des Jahres wurde unter großen Ehrenbezeugungen der bisherige Religionslehrer an hiesiger Schule entlasten, der seitdem sein neues Amt als Prediger in New-Aork angetreten hat. Zum Nachfolger in seinen! Amte Ist noch Niemand bestimmt; wir können aber von dem eifrigen Streben der Schuldirection erwarten, daß sie bei Wiederbesetzung dieser Stelle mehr Rücksicht auf hebräische Qualifikation, als auf profanes Wlffen nehme, das, wenn auch nicht zu unterschätzen, doch durch den Umstand, daß die hiesige Schule ausschließlich nur eine Religionsschule, die Bedeutung eines eonäitio sine Hns. von, verliert — Zum Schluffe möchten wir noch die geehrten und gelehrten Leser d Bl. auf eine Stelle im j'p Hinweisen, worauf uns der gelehrte Herr W. P. Heyman dahier aufmerksam gemacht. Zu der Stelle (2") 2i'x) 2'222 122 7U2' 22«? 22P2 '21 id 122« ,!2'222 ^22 2')22 1'NV 22*?2 222 rr'Li.-ls) 's) LN rin« N2'2S macht «"W2"7i2 folgende Interpretation: 122;u22 n.-iw NO2 2ipbp.2 rivrin «1.2 22« '2 i)"«i )s>ips>p i)p TU 2« 222 npmw. Ohne Annahme eines Anachronismus im «"L,"->.2",2 können wir nicht begreifen, wieso Noah's Zeitgenoffen vor der Sündfluth ihm einen Fehler zum Vorwurfe machen konnten, den er erst nach derselben begangen. Bei diesem Falle an ^i '22P12;'« zu denken, verhindert uns '"L?2 zu V. 20. K. 9. 1. B. M., und anzunehmen, daß Noah sich schon vor der Sündffuth mit Weinbau abgegeben, mangelt uns wenigstens jeder plausible Grund. Vielleicht ist einer der j mehrbegabten Leser d. B. im Stande, frenndlichst Aufschluß darüber zu geben, er würde uns dadurch verbinden. 'iß r>'2O «/'« (Bemerkung der Red.: Gerade aus dem angeführten Citat, des Raschi aus dem Midrasch Rabbah genommen, geht hervor, daß Noah sich schon vor der Sündfluth mit dem Weinbau beschäftigt hat; warum hätte er denn sonst Weinreben mit Ln die Arche genommen? —) Amerika. Baltimore, im September. Die Oheb-Jsrael- Gemeinde feierte am 1. September ein schönes Fest, das der Einweihung ihrer erweiterten und vergrößerten Synagoge. Die Leitung ruhte in den Händen des Rev. Dr. Solzd, Rabbiner der Oheb-Schalom- Gemeinde, und des talentvollen Obercantors, Herrn Joseph Leucht. Der imposante Chor wurde von einem trefflichen Musikcorps unterstützt. Nachdem von Letzterem die Feftouverture von Calliwoda ausgeführt worden war, wurden die Thorarollen von den Verwaltungsbeamten bis zum Eingänge der Synagoge getragen, worauf der Chor 122 22 (aus den Schir« Jeschurun von I. M Japhet) anstimmte. Dem Canto r wurde nun die erste Thorarolle überreicht und mit seinem Eintritt in die Synagoge sang der Chor dem Zuge 827, -p-Q entgegen (ebenfalls den Schire Jeschurun entnommen). Der Zug bewegte sich nach dem W2P2 112«, wo abwechselnd vom Vorsänger und Chor '22 vorgetragen wurde. Hierauf erfolgten drei Umzüge um die 22'2, wobei vom Cantor und Chor 2p'L22 ^2 «)« gesungen und das Weihegebet Sa lomons gesprochen wurde- Der gesangliche Theil wurde mit dem Einheben, nämlich: ,s>2«vpiii2 ,ißß2' 22«' 22121 ,2i2ß 212:2 geschloffen. (Einheben und Ausheben nach den Compssitionen von Rosewald.) Vor der nun folgenden Festpredigt wurde Psalm 95 (von Mendelsohn-Bartholdy) ausgeführt. Die Predigt fand allgemeinen Beifall. Der Freitag - Abend - Gottesdienst schloß sich an die Feier unmittelbar an. und trug der liebliche Vortrag des begabten Vorsängers Herrn Leucht zur Andacht der Versammlung wesentlich bei, indem sein lyrischer Tenor namentlich für die Ausführung des '212 712sich eignete (Schirö Jeschurun, Piece Nr. 4), welche den Glanzpunkt des Abends bildete und eine begeisterte Stimmung in der Versammlung hervorrief. In gehobener Stimmung verließ die Gemeinde das Gotteshaus, in welchem am folgenden Sabbat-Morgen Herr vr. Solzd dieselbe mit einem belehrenden Vortrag erbaute.