Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 42 (18.10.1865)
- Date
- 1865-10-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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eis Feuilleton. Die rumänischen Israeliten. Eine cuttur-historische Skizze nach dem „Libanon". In unserer vielbewegten Zeit versucht das Licht der Wahrheit und der Gerechtigkeit sich endlich auch in einem derjenigen Länder auszu breiten. welche sich bisher den wohlthuenden Strahlen der Humanität verschlossen: in den Donaufürstenthümern versprach der Fürst allen Bürgern Gleichheit vor dem Gesetz, und sein Volk jauchzt größtentheils dem zu, der die drückenden Schranken für einen edlen Theil der Bevölkerung, für die Israeliten niederreißen will. Deßhalb dürften gerade jetzt einige historische Notizen über die rumänischen Israeliten von größtem Interesse sein. Die ursprüngliche jüdische Bevölkerung in den Donaufürstenthümern bestand aus Emigranten und Vertriebenen anderer europäischer Staaten; der Zeitpunkt dieser Ansiedelungen aber ist nicht genau zu bestimmen. Soviel steht jedoch fest, daß vor etwas mehr als 3 Jahrhunderten keine Gemeinde dort bestand Denn erstens geschieht den Israeliten in früheren Chroniken keine Erwähnung, und zweitens findet sich keine Synagoge und kein anderes den Israeliten zugehöriges Gebäude, das so alt wäre. Dieser Grund ist jedoch nicht hinreichend, da bei Vertreibungen rc. das unbewegliche Gut der Unglücklichen confiscirt wurde. — Die erste Urkunde, welche von Israeliten spricht, ist vom Jahr 1579 — ein trauriges Aktenstück, in welchem der Fürst Peter die Vertreibung dieses Theils seiner Unterthanen befiehlt. Doch zum Ruhm der Donaufürstenthümer sei es gesagt, dies war das einzige Mal, daß die grauen Schrecken des Mittelalters unseren Glaubensgenossen schadeten, bis — vor einigen Jahren, im 19. Jahrhundert das alberne Mährchen vom Gebrauch des Menschenbluts am Ueberschreitungsfest vielen ebräischen Einwohnern von Galaz Verderben brachte. In der bürgerlichen und socialen Stellung der rumänischen Israeliten können 3 Perioden unterschieden werden: 1) bis zum Frieden von Adrianopel 1829; 2) bis zur Thronbesteigung des Fürsten Cusa; und endlich 3) die neueste Zeit. Vor dem Aufstand gegen die türkische Herrschaft, war in den Donaufürstenthümern ganz und gar orientalische Sitte und Tracht, wovon sich auch der Jude nicht ausschloß: der türkische Rock kleidete ihn, der Turban deckte sein Haupt, und der farbige Gürtel hielt sem faltenreiches Gewand zusammen. Niemand ermannte sich zu thatkräftigem Handeln, und selbst des Thorastudiums bemächtigte sich JndifferentismuS. Doch hatten es die jüdischen Einwohner gut,! und kein Ausnahmegesetz zog enge Schranken um! sie konnten wohnen, Handel treiben wo und wie! wollten, nur konnten sie kein Grundeigenthum er«! ben. Doch pachteten sie Grundstücke und lebten j vom Ackerbau. Jüdische Beamten aber gab es w Mit dem Beginn der 2. Periode erfuhren! Verhältnisse einen allgemeinen Umschwung: der 1 herige Geist wurde von dem des Occidents verdräi welcher alle Kanäle einer betriebsamen Emsigkeit öffnete. Diese große Veränderung manifestirte sich zu> durch Einführung der europäischen Tracht statt türkischen und durch den Gebrauch der französisc und spanischen Sprache; man bediente sich aller w tigm Erfindungen und Entdeckungen auf dem Geb der Mechanik, der Naturwissenschaften und des Ack baues — mit einem Wort: die europäische Civ sation hatte sich allenthalben Bahn gebrochen. Doch die Kleidung des Israeliten unterschei sich seit diesem Zeitpunkt wesentlich von der w lachischen: eingewanderte polnische und russische den brachten ihre Tracht mit. und diese wurde herrschende. Durch sie unterscheidet sich der dort Glaubensgenosse von seinen andersgläubigen Mitbi gern; sie wurde leider oft der äußere Anlaß zu I sulten und Mißhandlungen. (Fortsetzung folgt.) Alte Sprüche, übersetzt von De. 8. Lks/sr. 1)22 1')p 1'122 l"2P.11 1OO2 .11'2P 121p Ol« Auch im Geheimen sünd'ge nicht, Denn Gott bringt es an's Tageslicht. (Sotah 3 ».) * -ft He «12 L"2 «21OQ rSlb.1 '12p «121L1 «O21212 Wenn sich vermählen Katz' und Maus, Entsteht gewiß nichts Gutes d'raus. (Synhedrin 105 k.) * * * 21PH «v «Oll» 111O DUO «112) s2'12« Was Dich zur Sünde kann verleiten, Davon entferne Dich bei Zeiten. (Abodah Sarah 17.) * * * D.1O 11.1O) 121N2.1 ^>21 «OV «2V) 121112.1 ^>2 Wer sich zu Schlechten hält, wird schlecht, Wer zu Gerechten, bleibt gerecht. (Baba Bathrah S2.)