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Der Israelit · 1865-10-18 · Heft 42 (18.10.1865) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 42 (18.10.1865)
Date
1865-10-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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616 Württemergs hat somit im Ganzen 2217 fl. 9 kr. ersammett und dazu von den größeren Landgemeinden, wie Oberdorf, Jebenhausen rc. und von Christen bedeutende Beiträge erhalten. Interessant ist das Dankwort, welches Herr Dr Maier mit der h. Schrift den edlen Gebern zürnst: i'27>8 vdv' „ES gehe wohl deinen Freunden Jerusalem!", weil eben dieser Kirchenrath und Rabbiner einst seine Weiherede bei der Einweihungsfeier der Stuttgarter Synagoge mit den Worten schloß: „Dir geliebtes Stuttgart. unserem Jerusalem, wünschen wir Heil!" (S. 7>2iv rin2ir> I. S. 47.) Wir wünschen ihm und uns Glück zu dreier Lustration im verflossenen Lustrum. '2V8 — Tllipi — VVO1 712«-. M 8771 71^ ^>2 7>N-t2 pp Neckarsulw. Am 2. Tage der nm'^>O wurde auf dem hiesigen pQ^p n'2 der in Kochen darf geborene und gestorbene, pensionirte Rabbiner Kallmann rc. beerdigt. Es herrschte große Entrüstung unter den religiösen Juden und war auch dem christlichen Publikum auffallend, daß die Leiche des frommen und würdigen Mannes nicht in feierlicherer Weise, im Sinne der Vorschrift des Tipi 7121' Z. 340 und 344, der Erde übergeben wurde, auf der er als gelehrter Rabbiner aus der alten Schule und als acht frommer, orthodoxer Jehudi bis zur gewöhnlichen Grenze menschlichen Lebens nach Maßgabe seiner Kräfte gewirkt hatte. Die Vernachlässigung dieser „7P121 TiiLv" ist um so tadelnswerther, als der Heimgegangene in eben diesem Sprengel vor wenigen Jahren noch als Bezirksrabbiner zu Lehrensteinsfeld, wohin er von Buttenhausen aus auf seine Bitte befördert worden war, angestellt gewesen und in seinem zum Bezirksorte gehörigen Geburtsorte, wo er seit seiner Pensionirung in stiller Zurückgezogenheit lebte, heimgegangen ist, zu seinem himmlischen Vater, dessen gehorsamer Sohn er war. Gern hätten alle Gemeinden des Bezirks, wenn sie rechtzeitig davon in Kenntniß gesetzt worden wären, allgemein oder durch Deputationen an der Ti'p Theil genommen, benachbarte Kollegen des Verblichenen und jedenfalls die Vorsänger des Rabbinatsbezirks in ihrer Amtstracht dem Zuge sich angeschlossen und Reden gehalten "i'SOTi^ '22 2^71 litt O'22VO7, O'222 1'2p 2r2pl ">822 7>Q71 ^a-i'OTn )7V2711 1712W 2'217>V1 71'22 7>12271^. Die Religionsbehörden würden sich damit ein selbst ehrendes Verdienst um so mehr erworben haben, als die hinterlassene ri'i227i 7iiv^8 nicht in der Situation ist, dergleichen Anordnungen selbst zu treffen. Der frommen Einfalt des Gemüthes, wodurch der Verblichene sich vor seinen Mitmenschen vortheilhaft auszeichnete, mag das simple Leichenbegängmß nun allerdings entsprechen und genügen; aber die Hinterbliebenen trifft der gerechte Tadel, wenn sie in dem v2n i'vdTi nicht die Ti-nn ehren, deren Träger er war Tl'Ti 712171 '2 imQi«. Es wäre jetzt um so verdienstlicher, wenn Jemand, dem seine Lebensgeschichte bekannter als dem Einsender dieses ist, sich entschließen wollte, dem frommen Pilger durch einen Nekrolog ein würdiges Denkmal zu setzen. L7i O'p'72 '2 Heilbronn a. N Am Sabbat -nri '2 's feierte vre hiesige Synagoge die Einweihung einer neuen Tiiiri -iLO, welche Herr Maier Strauß hier nebst werthvollem Mäntelein unter der merkwürdigen Bedingung gestiftet hatte, daß im Falle der Einführung einer Orgel oder der Abänderung im Vorlesen der Thora in der hiesigen Synagoge, (welche zur Zeit zwar ein gemietheter Betsaal ist, künftig aber ein neuerbauter Tempel sein wird,) ihm oder seinem Erben das Recht zustehen solle, die Thorarolle wieder zurückzunehmen. Das hiesige Kirchenvorsteheramt hat die so bedingte Stiftung gerne angenommen und die isr. Oberkrrchenbehörde, welcher alle Stiftungen von Oberaufsichtswegen zur Genehmigung vorgelegt werden muffen, hat gegen den örtlichen Beschluß nichts zu erinnern gewußt Bei der Einweihungsfeier sprach der Bezirksrabbiner paffende Worte über die Stelle Ps. 19, 8. 9. und würdigen Dank dem ehrenwerthen Stifter aus. Der-Stiftungssinn der Gemeinde hätte hiebei angeregt und geweckt werden dürfen, da die junge rasch zunehmende Gemeinde zu ihrer Constituirung noch mancherlei Einrichtungen bedarf, wozu insbesondere 127121 pvbp r>'2 zu zählen sind. Wir haben jetzt 5. 712151 '22O als Gemeinde Eigenthum, während die N21P '>2 dazu noch im Besitze von Privaten sich befinden.!s22S' PI 7122' P Jcherrharrsen. Dieser Tage wurde auch hier eine Sammlung zu Gunsten der Pilgerwohnungen in Palästina veranstaltet, deren Ergebniß im Betrage von fl 381 um so anerkennmpswerther erscheint, als erst jüngst zur Abwehr des unfern Glaubensbrüdern im heiligen Lande drohenden Hungers die Mildthätigkeit der hiesigen Gemeindeglieder in Anspruch genommen war und außerdem alljährlich ea. 300 bis 400 fl. aus pix iioip dorthin geschickt werden. Anregung zur Sammlung gab der für die heilige Sache wahrhaft begeisterte Herr Salomon Ettenheimer aus Kleinerdlingen, welcher eigens zu diesem Zwecke hierhergereist war, und mit demselben Eifer unterzog sich auch Herr Anselm Hirsch '"x '821 hier ebenfalls der Mühe des Einsammelns. Hierzu zwei Beilagen. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf- Sämellpressendruck von I. Gottsleben in Mainz.

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