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Der Israelit · 1865-10-04 · Heft 40-41 (4.10.1865) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 40-41 (4.10.1865)
Date
1865-10-04
Page
– (sequence 15)
Language
German
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595 Sorgenlos, gleicht dem nicht vom Weibe geborenen Adam Unter dem Obdach und Schutz Gottes, des Schöpfers der Welt. — Sollen auch wir zich'n unter dem Schirm von grünen Gezweigen In das so liebliche Zelt, in das uns ladet das Fest; Sollen genießen wie damals die Nähe des Weltenerzeugers, Der doch so gerne sich zeigt denen, die sündenrein sind. Hier in der prangenden Hütte erschau'» wir des Himmels Gestirne Schimmernd so hold und so mild, gleichsam als winkten sie uns, Sprechend: „O seht, Ihr Kinder des Volks, des verachteten Jsrael's. „Ueberall wachet ein Aug' Gottes, der Euch so beschützt. „Banget und zaget nicht, denn der Euch sandte in die Verbannung, „Auf der Erde zerstreut, ist aller Orten mit Euch; »Ja, Ihr selber sollt gleichen uns, den Wächtern des Aethers, „Die wir kreisen so hoch über dem Erdenball hin „Ihr sollt unten so leuchten unter den Bürgern der Erde „Mit der Wahrheit voran, die wir Euch sandten herab. „Traget und duldet nur standhaft, was das Verhängniß auch bringe, „Kommen wird endlich die Zeit, Euch wird Erlösung zu Theil!" — Haben wir in uns vernommen diese so traulich? Sprache Durch das Sternengesicht, als ob es flüst're uns zu: Dann muß in unserem Herzen werden erweckt wohl das Streben, Gläubig zu wandeln vor Gott, fest zu halten am Bund, Den mit den Ahnen er schloß, den ewig glänzenden Lichtern, Die uns zum Muster so hell glänzen am Himmelsgezelt; Dann wird zeigen uns auch die leicht zerbrechliche Hütte, Die uns als Wohnung umgibt während der festlichen Zeit, Wie das irdische Leben ist gleichfalls nur leicht und zerbrechlich Schnell wie die Hütte gebaut, schnell auch wie diese zerstört. Nimmer kann Stolz dann und Hochmuth beschleichen bei solchen Gedanken Unser Innres sobald, wenn auf die Hütte wir schaun Wohl aber Hoffnung, Vertrauen auf Gott, Ausvauer im Kampfe Muß befestigen den Muth, wenn zu erliegen er droht! — II. Laß dir drum, Israelit, das Gebot der Hütte nicht klein sein Halte es aufrecht und chehr, wenn noch so schwer es dir wird; In ihr hast du zu feiern ja auch ein Dankfest, ein großes. Wie es kein anderes gibt unter den Festen des Herrn. War eingesetzt worden es auch beim Scheiden des fruchtreichen Sommers, Nachdem der Segen des Feld s sicher gebracht worden heim, Als ein Fest unüberschwenglicher Freude zum Lobe des Spenders Wie zum Danke an ihn für die gesicherte Hab'! Froh nun konnte der Landmann schau'n auf den kommenden Winter Reichlich sah er versorgt sich für die rauhere Zeit. Frei von beengenden Fesseln der Sorge für Nahrung in Schnetzeit Fühlt er getragen sich hoch in überströmender Lust. Wenn auch der fröhliche Sommer nun scheidet, der Winter in Aussicht Mit ganz zufried'nem Gefühl konnte er diesem sich nah'n. Aber bevor die mit lebhaftem Grün noch prangende Schöpfung, Die noch so üppige Natur sieht sich des Schmuckes beraubt. Sollte der Israelit noch einmal derselben sich freuen Mit religiösem Gefühl kindlich in Denntth vor Gott, Sollen verlassen wir froh des Hauses geräumige Wohnung Suchen die freie Natur dort in dem Schatten des Herrn Unter des Himmels sich über uns ringsum wölbenden Bogen Schlagen die Hütte auf, die nur mit Pflanzen gedeckt- So soll das Gotteshaus auch noch in einem beweglichen Garten Duftend wandeln sich um, prangend dem Schöpfer zum Lob. Denn es soll während des Morgengebetes in Andachtsgefühlen Jeder sich schmücken die Hand' mit dem so zierlichen Strauß» Der in der Myrthe besteht, dem Palmzweig, der Weide deS Baches Wie von dem Baume Hadar, der noch fast grünenden Frucht. Diese Gewächse, gesetzlich verbunden zum duftenden Strauße Deuten zuvörderst aus Dank, den wir dem gütigen Gott Schulden für Alles, was er uns geleistet, im Laufe des JahreS» Bis in die Scheune gebracht sicher des Bodens Ertrag, — Sollen uns ferner zum Schutze auch dienen vor drohendem Unheil, Jeglichem bösen Geschick, das aus dem Erdboden kreist. Als umgäbe auch uns mit den Wolkenfäulen der Wüste Schützend vor jeder Gefahr wie unsre Ahnen einst, Gott. Doch dazu sollen auch wir, die auf allen vier Seiten der Erde Ueberall leben zerstreut, sowie das Pflanzenreich selbst, Innig im Geist uns verbinden, als umschlänge uns Ein Band Das in Liebe vereint, jeden der Israels sich rühmt; Und uns umfassen, ob arm oder reich, wir groß oder klein sind, Liebend alle zugleich, wie es doch Brüdern geziemt. Jeder soll himmelan streben gleich der erhabenen Palme Duftend an Tugend zu sein wie die dreiblättrige Myrth,, Auch ergiebig an Thalkraft ähnlich dem Ehtrog so fruchtreich Und in ruh'ger Geduld stark gleich der Weide des Bachs. Darum gewürdiget auch war die niedrige Weide des Baches — Weil ja in ihr liegt die Kraft überall wohl zu gedeih'n Und als Sinnbild zu gelten für Israels Zerstreutheit u. Demuth Wie deren rüstige Kraft überall saftreich zu blühn — Täglich während des Festes mit ihr zu umgehen die Limoh, Und zu rufen dabei: „Hilf uns Ewiger doch! „Hilf uns, Herr! die wir uiedergebengt sind ohne Ansehn und Geltung „Und die verfallene Hütt' Davids, o. richte sie auf!" Nicht do h hegen wir Haß den Völkern für alle die Leiden Die wir im Lause der Zeit trugen unnennbar, durch sie; Rein für sie noch zu opfern hat g rade dies Fest die Bestimmung Und um Verzeihung zu fleh'n. was sie uns Leides gethan Dann werden endlich sie auch, nach den Worten des göttlichen Sehers, Gerne feiern mit uns, wann die Vergeltung erscheint. Gläubig, ihr Unrecht bekennend» das Fest der Laubhütte in Demuth, Um sich zu bergen dabei unter dm Schatten des Herrn, Der um die weitesten Zonen dann wird mit beschattenden Wolken Spannen sein Gnadenzelt auf, und — sie sind gleichfalls erlöst! Dann wird für Israel brechen das Fest der wahrhaften Freude Als Beschlußfest heran, für uns alleine bestimmt — Und die heilige Thora, bis jetzund verachtet, geschändet. Endlich als Wahrheit erkannt, wird dann erscheinen im Glanz Hoch ihr Panier in köstlich erneuster Schönheit erheben Alle die Nebel zerstreu'», die sie unkenntlich gemacht, Endlich uns rufen herbei die nimmer vergängliche Freude Ueber die göttliche Lehr' die sich so kräftig erwies. Glücklich hindurch uns zu führen durch finster rollende Zeiten Bis das Morgenlicht tagt der sich verjüngenden Welt; Dann wird in Wahrheit die Feier der Thorasreude begangen» Weil nur die Thora es ist, die uns bis dahin geführt. vr. är«m ÜLr8edte1L.

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