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Der Israelit · 1865-10-04 · Heft 40-41 (4.10.1865) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 40-41 (4.10.1865)
Date
1865-10-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Italien.! Livorno. Der Missionär C. L. Lauria schreibt E der „Jewish Intelligence," und erzählt von den Anstrengungen, die gemacht werden, ihm entgegen zu wir- E ken. Ein Jude der etwas Vermögen besaß, starb E jüngst und bestimmte auf Anrathen der Rabbinen, E nachdem er seine Wittwe gehörig versorgt hatte, die Summe von 1000 st. als jährlichen Beitrag für das j Rabbiner-Seminar. Den Rest seines Vermögens will er zur Verbreitung von Büchern, die die herrlichen Principien des Judenthumö verbreiten sollen, verwendet wissen, um die Versuche einiger Individuen, diese H hohe und ehrwürdige Religion in den Augen ihrer Bekenner sowohl als Andersgläubiger herabzuwürdigen, unschädlich zu machen. Wir bedürfen solcher Bücher sehr dringend. Mit seltener und beispielloser Indifferenz, sehen wir den heftigsten Angriffen gegen dieses unser ß hohes Pallodium zu, ohne mit Energie an seiner Ver-! theidigung Therl zu nehmen. — Möge dieses Beispiel i zur Nachahmung anspornen. E. I. 1 England. s Southampton. Unser Glaubensgenosse, der ehemalige Staats-Secretair der jetzt niedergeschlagenen Konföderation wußte sich geschickt genug, den Händen 1 seiner zahlreichen Verfolger zu entziehen. Während; seine übrigen früheren Collegen jetzt in den Kasematr ten des »monistischen Forts Monroe schmachten, gelang j eS Herren Benjamin nach Westindien zu entkommen; dieser Tage kam er glücklich hier an. (Hamagid.) Frankreich. : Paris. (Jüdische Briefe von A. Kohn. Forts setzung.) Die Briefe über Für- und Gegenrede nahs men in Europa außerordentlich überhand, und dieJourj nale' aller Länder waren voll dieser traurigen Affaire, j die einen ungeheuren Wiederhall hatte. Herrn Merf lato, dem österreichischen Consul zu Damaskus, und f Herrn Laurin, dem Generalkonsul derselben Macht zu ß Alexandrien, gebührt die Ehre, die Humanität, ange- Z griffen in der Person der Damascener Juden, deren z größter Theil schon längere Zeit unter dem Schutze z Oesterreichs stand, wacker vertheidigt zu haben. Zur Z Ehre dieses Staates sei es gesagt, daß er im Orient z zu jeder Zeit der Verteidiger unserer Religionsgenossen z gewesen ist, da er immer eine gewisse Anzahl jüdischer! Consuln in diesen Ländern hatte. Sieben unglückliche Juden waren bis zum 23. April schon gefoltert. Einer von ihnen, Namens Lunida, gab dabei seinen Geist auf; ein anderer starb ebenfalls in. Folge der erhaltenen Schläge. Die angesehensten Israeliten der Stadt, die Forti, Arari, Piciotti blieben eingesperrt, während man überall die schrecklichsten Derlaumdungen über sie aussprengte, um die Bevölkerung Syriens, Palästinas und selbst Egyptens gegen die Juden auszureizen. Die Schrecken und Schandthaten mit denen man diese unglücklichen Bevölkerungen überhäufte, übertrafen alle Begriffe; unter dem Datum vom 3. März, erhielt Herr Laurin vom Vice-König von Egypten folgende Ordre für dessen Sohn, den Gouverneur von Damaskus: „Der Generalkonsul Oesterreichs, Herr Laurin, hat uns vorgestellt, daß einige Individuen ohne Erziehung, die zu Damaskus wohnenden Juden verfolgen, daß, wenn sich die letzteren ihrerseits an das Gouvernement wenden, sie keine Gerechtigkeit finden. Da diese Insulten mir zuwider sind, haben Sie in der Folge diejenigen daran zu verhindern, die sich vermessen, solche Ausschreitungen zu wiederholen. Zu diesem Zweck erlassen wir Gegenwärtiges. Anfangs, Rabi-al-aval (1256) (3. Mai 1840). Mahommed-Ali." Dieser Befehl kam gerade zur rechten Zeit. Der Fanatismus und die schlechten Neigungen der Bevölkerung, besonders gegen das Vermögen der Israeliten hatten es so weit gebracht, daß sich die armen Juden nicht mehr in den Straßen zu zeigen wagten. Unglaublich ist es fast, wie weit sich die französischen Agenten vergaßen. Während der unglückliche Lunida unter den Händen jder Henkersknechte seinen Geist aufgab, ließ das französische Consulat än seiner Wohnung Haussuchung halten, bei welcher Gelegenheit man seine junge Frau, eine Tochter des Salomon Mayer aus Kronstadt, insultirte und sie zwingen wollte, Liebeslieder zu singen und Neigungsbezeugungen an den Tag zu legen. Herr Laurin, der Generalconsul Oesterreichs und die englischen Consule, ergriffen die Defensive im Namen der Humanität. Der Vice-König, dem diese Affaire zuwider war, suchte sich mit allen Kräften von diesem Proceß los zu machen. Nichts war ihm daher erwünschter als der Vorschlag, eine europäische Commission zu ernennen, die mit den nothwendigen Acten versehen, die Sache in Alexandrien verhandeln sollte. Dieses ist es eben, was die Juden verlangten, und waS Herr Laurin erstrebte um die eigennützigen Verläumdungen derjenigen, die es nur auf das Vermögen der Chefs der israelitischen Gemeinde abgesehen hatten, verstummen zu lassen, und um dem fanatistrten Pöbel den wahren Sachverhalt klar zu machen. Den Judenfeinden war dies freilich zuwider, die Alles lieber zu Damaskus und womöglich unter ihrem Einfluß abgeurtheilt haben wollten. Auf diese Weise verstrichen einige Wochen, ehe man von dem Vice-König die Erlaubniß zum Zustandebringen einer Untersuchungscommisston erhielt, die von der französischen Negierung, welche ihre Beamten nicht bla-

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