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Der Israelit · 1865-10-04 · Heft 40-41 (4.10.1865) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 40-41 (4.10.1865)
Date
1865-10-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
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566 Was ist der Mensch, daß Du noch sein gedenkest! Der Erdensohn, daß Tu noch sein beachtest! Gewaltig sei Dein Name auf der Erde; Doch Deinen Schmuck, o Herr! ihn laß dem Himmel!" — -) „Gib, Moses!" sprach derHerr, „gib ihnen Antwort!" — „O Herr der Welt!" versetzte Moses, „ach. Ich fürchte nur, sie könnten mich zu Asch' Verbrennen mit dem Hauche ihres Mundes." — „Erfasse," sprach der Herr, „erfasse, Moses, Den Thron nur meiner Herrlichkeit, und gib, Dich so vor ihnen schützend, ihnen Antwort." — Und Moses that also und sprach darauf: „O Herr der Welt! Was steht in Deinem Worte Geschrieben doch? —" „„Ich bin derHerr, Dein Gott, Der aus dem Land Aegypten Dich geführt! — Seid denn auch Ihr," begann er zu den Engeln, „Seid Ihr auch nach Aegypten einst gerathen? — Hat auch auf Euch Aegyptens Joch gelastet, So daß der Herr auch Euch befreien mußte? — Was soll Euch das Gesetz? — Da heißt es ferner: „„Ihr sollt vor mir nicht andre Götter haben! —"" Lebt Ihr auch auf der Erde unt'rem Himmel, Umgibt auch Euch so Mancherlei, was leicht Au anderem Dienste Euch verleiten könnte? — Daun heißt's: „„Du sollst den Namen Deines Herrn, Den Namen Deines Gottes nicht mißbrauchen! —"" Treibt Ihr auch Handel und Geschäft, daß Euch Der Eigennutz, dem Erdensohne gleich, Zu einem falschen Eid verleiten könnte? — Und dann: „„Gedenket des Sabbats, ihn zu heil'genl — Ihr schafft wohl, wie der Mensch, die Woch' hindurch Und braucht, wie er, auch einen Ruhetag! — Und ferner: „„Ehr' den Vater und die Mutter! — Ist's Euch in Eurem Himmel denn gegeben, Dieß herrlichste der Worte zu erfüllen? — Und endlich heißt es noch: „„Du sollst nicht morden! Nicht ehebrechen! stehlen!"" und so weiter! — Gibt's unter Euch auch eine Leidenschaft Und einen Reiz zu Sünde, Neid und Haß? —" Als Moses so gesprochen, mußten selbst Die Engel eingestehen, das Gesetz Sei für den Menschen nur, und alle riefen Einmüthig jetzt: „Laß Deinen Namen, Herr! Sich herrlich zeigen auf der Erde! —" Dann Beschenkten Moses sie mit Himmelsgaben, Und selbst der Todesengel lehrte ihn. Die Wuth der Pest durch Räucherwerk zu hemmen. — Als Moses aber das Gesetz empfangen Und mit es nahm, zur Erde niedersteigend, Da trat der Satan hin vor Gott und sprach: „Wo finde, Herr der Welt! ich das Gesetz? —" „Ich hab's der Erd' gegeben," sprach der Herr. — Er ging zur Erd' und srug: „Wo ist's Gesetz? —" „Der Herr nur," sprach die Erde, kennt den Weg Zu ihm; nur Er weiß, wo es sich befindet" — *) Er ging zum Abgrund dann und frug: „Wo ist's Gesetz?" — Der Abgrund sagte: „Nicht in mir!" — Er ging zum Meer und rief: „Wo ist's Gesetz?" — Doch auch das Meer erwiedert: „Nicht bei mir!" — Und so auch sprachen Tod und Todtenreich: „Mit unfern Ohren wohl vernahmen wir Davon." 5) — Voll Unmuths eilte er hinweg Und kam zu Gott zurück und sprach : „O Herr! Ich habe das Gesetz die ganze Erd' Hindurch gesucht und nirgend es gefunden!" — „Geh' hin zum Sohne Amram's!" sprach der Herr.— Und Satan ging zu Moses nun und sprach: „Wo hast Du das Gesetz, das Dir der Herr Gegeben?" — „Was bin ich!" sagte Moses, „Daß sein Gesetz der Herr mir geben sollte!" — „Was soll das, Moses!" sprach der Herr, „Du lügst!" — „O Herr!" versetzte Moses, „dieses Kleinod, Das Deine Wonne ist in Ewigkeit, Wie sollt' ich wagen, mir es zuzueignen? Wie sagen, daß es mir gegeben sei! — „Wohlan denn, Moses!" sprach der Herr, „weil Du So sehr bescheiden bist, so soll von nun an Es Deinen Namen führen." — Und so heißt es: „Gedenkt der Lehre Mosis, meines Knechtes!"«) — ») 4. B. M. 17, 11—13. — «) Hiob 28, 23. — Hiob 28, 14. 22. — «) Malachi 3, 22. — ') Dergl. Ps. 8. Hierzu drei Beilagen. Verantwortliche Redaktion: Vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf--Scknellprefsendruck von I. Gott-leben in Mainz.

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