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Der Israelit · 1865-10-04 · Heft 40-41 (4.10.1865) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 40-41 (4.10.1865)
Date
1865-10-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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564 29. Wahrt euch vor der Vergeltung Anblick! Denn Läst'rung trifft des Schwertes Strafe Auf daß ihr wißt — man hält Gericht! Capitel 38. 1. Da erwiderte der Ewige dem Jjob Aus dem Sturm heraus und sprach: 2. Wer ist's, der meinen Rath verdunkelt Mit Phrasen voller Unverstand? 3. Auf, gürte deine Lenden, wie ein Held; Ich frage dich, und du berichte mich! 4. Wo warst du, als der Erde Grund ich legte? Verrath' es, was du Kluges hast gelernt! 5. Wer hat ihr Maaß genommen? wenn du's weißt— Wer zog die Meßschnur drüber her? 6. Worauf sind ihre Pfeiler eingerammt? Wer warf den Eckstein für sie aus? 7. Zum Jubelschrei der Morgensterne Und aller Gottes Söhne Jauchzen! 6. Wer zwang in's Doppelthor das Meer, Brach's brüllend aus der Mutter Schoos? 9. Da ich Gewölk zu seinem Kleid gemacht, Und Nebelstreisi zum Wickelband. 10. Und mein Gesetz ihm auferlegt Und Dämme ihm und Schlösser vorgeschoben, 11. Und sprach: Bis hierher und nicht weiter! Hier sei das Ziel für deiner Wogen Uebermuth. 12. Hast du, solang du lebst, entboten einen Morgen? Dem Frühroth seine Stätte angewiesen? 13. Daß es erfasse einst der Erde Säume, Um abzuschütteln von ihr alle Frevler; 14. Sie wandelt sich, wie Thon des Siegelrings Erstehet wieder neu wie ein Gewand; 15. Entzogen wird den Schlechten ihre Früchte Der hochgercckte Arm, er wird zerbrochen. — 16. Bist du gekommen zu des Meeres Sprudeln Beschlichest du des Abgrund's Heimlichkeit? 17. Erschlossen sich vor dir des Todes Thore, Des Schattenreiches Pforten, siehst du die? 18. Hast du berechnet schon der Erde Breiten? Beschreibt, wenn du das Alles weißt. 19. Wo führt der Pfad hin, nach des Lichtes Ruhe, Und Finsterniß, wo ist ihr Ausgangsort? 20. Daß du sie wegdrängst, bis zur Wallesgränze Und lernst die Stege, die zu ihrer Halle führen. 21. Du weißt's, denn damals wurdest du geboren, Und deiner Tage Ziffer, die ist groß! 22. Bist du gekommen zu des Schrieet Speichern Und den Bestand an Hagel, kennst du den? 23. Den ich gespart Hab für die Zeit der Roth, Den Tag des Kampfes und der Schlacht. 24. Wo ist die Bahn, auf der das Licht abscheidet, Der Ostwind hinbraust übert Land? 25. Wer zog dem Wolkenbruche den Kanal, Und einen Pfad dem Donnerstrahl? 26. Hinrauscht der Regen über ungastliches Land, Auf Wüsten, d'rin ein Mensch nicht weilt; 27. Die Oede und Verödung zu befruchten Und junge Keime zu erwecken. 28. Ist für den Regen auch ein Vater da? Und wer gebar des Thaues Perlen wohl? 29. Aus welchem Schooße sproßt das Hagelkorn, Und wer gebiert des Himmels Reif? 30. Gleich Felsgestein erstarren die Gewässer, Es überbrücken sich des Meeres tiefe Flächen. 31. Knüpfst du das Band der Stern-Atome, Kannst du des Riesen Fesseln lösen? 32. Führ'st du der Sphären Reigen auf, zur Zeit, Und tröstest du der Bahre Klagetöchter? 33. Sind dir des Himmels Satzungen bekannt, Bestimmst du seinen Einfluß auf die Erde? 34. Läßt du zur Wolke deine Stimme steigen Und sie bedeckt mit Güssen deine Au? 35. Entbotest du dir Blitze und sie kamen, Und melden dir: Sieh', wir sind da! 36. Wer legte Weisheit in die Nieren Und hat Gedanken mit Vernunft begabt? 37. Wer zählt so sorglich ab die Wolkenschichten? Wer läßt des Himmels Schläuche sich ergießen, 38. Daß sich der Staub zum Gußwerk eine Und seine Schollen aneinander kleben? 39. Führ'st du den Raub der Löwin zu? Stillst du der jungen Leuen Gier, 40. Wenn sie sich ducken in den Lagerstätten, Im Dickicht lauern auf den Fang? 41. Wer beut dem Naben seinen Fraß, Wenn seine Brut, zu Gott aufschreiend, Ohn' Atzung rundum schweift? PQ"0V px O1WQ1 zum Schluffe noch zwei Verse aus Capitel 42: 5. Vom Hörensagen hatt* ich Dich vernommen, Doch jetzt hat Dich mein Aug' erschaut. Drum möchte ich vergeh'n und bin getröstet — Ueber Staub und Moder.

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