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Der Israelit · 1865-10-04 · Heft 40-41 (4.10.1865) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 40-41 (4.10.1865)
Date
1865-10-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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583 7. Wie auch, der Mensch für's Ungemach geboren, Sowie der Blitze Sohn die Schwingen lüftet? 8. Fürwahr! zum Herrn würh' ich mich wenden, Gott trüg' ich meine Klage vor; 9. Der Großes thut, und Keiner, der's durchspäht, Und Wunder, daß sie Niemand zählt; 10. Der Regen spendet auf der Erde Auen, Und Güsse sendet ferner Flur: 11. Er hebt die Niedrigen empor Und Trauernde erfreuen sich des Heils; 12. Er bricht entzwei der Listigen Gezimmer Und ihre Hände schaffen kein Gedeih'«; 13. Er fängt in eigner List die Klugen, Vereitelt ist der Schlauen Rath; 11. Der Tag wird Finsterniß für sie Und wie im Dunkeln tappen sie um Mittagzeit. 15. Er rettet vor dem Schwerte ihres Mundes Und aus des Starken Faust den Armen; 16. Er ist des Schwachen Zuversicht Und Trug muß seinen Mund verschließen. 17. Drum, Heil dem Manne, züchtiget ihn Gott, Und des Allmächt'gen Rüge, schmäh' sie nicht! 18. Denn Er verwundet, Er verbindet, Er schlägt und Seine Hände heilen. 19. In sechs der Nöthen ist Er dem Erretter, Und seien's sieben, noch rührt dich kein Unheil an. 20. Im Hunger schützt Er dich vor'm Tode Und in dem Krieg vor Schwertes Händen; 21. Geborgen bist du vor der Zunge Geißel, Wenn die Verwüstung naht, sie schreckt dich nicht. 22. Du lachst der Armuth und des Mangels, Bangst vor Gethier des Feldes nicht; 23. Denn mit dem Fels der Wüste sicht dein Bund Und dir befreundet ist das Wild der Steppe. 24. Wirst seh'n, daß Friede weilt in deinem Zelte, Und deine Stätte mustern und es fehlt an Nichts; 25. Wich seh'n, daß deines Samens viele, Und wie das Gras der Erde deine Sproßen. 26. Tu gch'st, an Alter reif, zu Grabe, Wie man die Garbe einführt, seinerzeit. 27. Sieh', das erforschten wir, so ist's; Vernimm's und merke dir's! Capitel 19. 1. Und es antwortete Jjob und sprach: 2. Wie lange quält ihr meine Seele Und wollt mit Phrasen mich zermalmen? 3. So schmäht ihr nun schon zehen Mal, Erröthet nicht, mich zu verkennen. 4. Nun ja, ich bin ein Sünder; Büß' ich für meine Sünde nicht?*) *) Wörtlich: So haftet an mir doch mein Vergeh'n. 5. Und, wenn ihr einmal meistern wollt. Mein Elend wollt zum Zeugniß nehmen, 6. Verkennt nicht, daß Eloah mich gestürzt, Sein Fanggarn über mich geschlagen. 7. Ich schrei: Gewalt! Doch werd' ich nicht erhört. Ich flehe, doch kein Richterspruch. 6. Vergittert hat er meine Bahn, Ich kann nicht drüber fort; Und Nacht hat Er um meinen Pfad gelagert. 9. Er hat mich meiner Zier entkleidet, Die Krone meinem Haupt genommen; 10. An mir gerüttelt bis ich sieche Und meine Hoffnung? — wie ein Baum gefällt. 11. Er schürte seine Zorngluth gegen mich. Und sann mir zu, wie seinen Feinden. 12. Dicht rückten seine Schaaren an: Sie schütten Wälle zu mir auf Und lagern rings um mein Gezelt. 13. Die Brüder zog Er von mir ab, Und meine Freundschaft? — weit zerstoben! 14. Es meiden die Verwandten mich, Und meine Gönner haben mich vergessen. 15. Dem Gast im Haus und Mägden fremd; Ein Eindringling bin ich in ihren Augen. 16. Ich ruf dem Knecht — er hört mich nicht; Ich muß ihm gute Worte geben. 17. Mein Unmuth ist zuwider meinem Weibe Und mein Gestöhn den Kindern meines Mutterleibs. 18 Selbst Buben thun verächtlich gegen mich, Und tret' ich auf — sie spotten mein; 19. Abscheu vor mir hegt trauter Freunde Kreis Und die ich Hab' gewonnen, sind mir gram. 20. An Haut und Fleisch war heil mein Leib, Und bin entkommen, Haut und Knochen. 2>. Erbarmt, erbarmt euch mein, ihr Freunde! Denn auf mir ruht Eloah's Hand. 22. Warum verfolgen mich, wie Gott, Und satt nicht werden meines Blut's? 23. O, daß doch ausgeschrieben würden meine Klagen, Daß in ein Buch sie würden eingezeichnet! 24. Daß man mit Eisengriffel grübe sie in Blei, Für ewige Zeit in Stein sie haute! 25. Dann wüßt' ich, mein Erlöser lebt Und wär's der Letzte, der auf Erden wandelt. 26. Und wenn die Hülle mein verweht Dann werd' ich, sonder Fleisch, Eloah schau'n. 27. Ich werd' ihn schau'n, wie Ihn mein Aug Für mjch geiehn — und nicht als Feind: — Verstummt ihr Sorgen dieser Brust! — 28. Dann sagt ihr wohl: „Wie quälten wir ihn doch!* Und Grund zur Klage wird in mir gefunden.

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