Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 39 (27.9.1865)
- Date
- 1865-09-27
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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510 Nur die gewaltige Macht der Vergebung all unserer Sünden, Die'e versöhnende Kraft, heilend die Schwachen des Volk?, Die Gott selber gelegt in diesen so heiligen Fasttag, Der glnck Feuer verzehrt jeglichen Flecken in uns Und in Reinheit erstrahlet glanzvoll von Neuem die Se'lo Wie an dem Tage der Geburt, a*s sie dem Himmel entstieg: Diese Kraft ist es, die uns so stärket, stählet und hebet Neben die Sinnenwelt weit, über die Erde hinaus, Daß wir lösen uns auf in Hetl'gk it, Göttlichkeit, Liebe, Einig mit Gott und der Welt, wie mit dem eigenen Ich; Daß wir, so wir vernehmen durch innere Reue und Buße Gottes Versöhnung in uns, tilgend all' unsere Schuld, Ausgenommen von ihm als reuig gebesserte Kinder, Die die Sünde nicht trennt mehr von dem Allberrcn, Gott, — Dann auch umfassen die Menschen als gleichberechtigte Brüder, Alle als Kinder des Herrn, deren Erzeuger er ist, Sonder jeden Gedanken des Neides, der Feindschaft, des Hasses, Nur umschlungen von Lieb', Eintracht, harmonischem Klang: Dann auch kebren wir wieder zurück zu unserem Urbild, Welches das Menschengeschlecht spiegelt in Reinheit uns ab, Kehren zurück zum Zustand der ungetrübtesten Unschuld Wie in die Kindheit der Welt, als noch die Sünde fest schlief, Als noch Adam mit Eva, der Mutter des Menschengeschlechtes, Weilte im Garten des Herrn, lustwandelnd fröhlich vor Gott, Als die Thiere des Feldes, des Menschen Hoheit erkennend, Spielend im Kreise um ihn, kannten noch keinen Blutdurst, Menschen und Thiere nur ein Band der größten harmonischen Einheit Friedlich und traulich umschlang alle, als wären sie gleich, Und das himmlische Wesen, sich weidend an seinen Geschöpfen, Ging noch so väterlich um mit dem sich liebensen Paar: So auch sollen wir einst nach Entfernung jeglicher Sünde, Wann gesühnt ist die Welt, frei von Fehltritt unv Schuld, Wiedererlangend zuletzt den kindlichen Zustand der Unschuld, Doch nur durch Buße allein, wenn wir erwecken uns selbst. Wenn wir erkennen, daß Glück und Wohlstand in Wahrheit zu finden, Ganz in der Tugend allein, fern von der Sünde nur ist. So wird der Schöpfung Anfang und Ende würdig sich reichen Gegenseitig die Hand', innig verschmelzend in Eins. Unschuld durchwehte die Welt beim Anbeginne der Schöpfung, Und zur Unschuld zurück kehret sie wieder uns einst. Hat durch d'e Sünde jedoch die Welt die Unschuld verloren. Deren Verlust sie durch Müh', Arbeit und Sorge beweint, Wird zur Unschuld zurück durch die Sünde kommen sie wieder, Nachdem sie endlich wird sein gänzlich vom Erdball getilgt. Ist zur Sünde das Menschpaar, sich seiner bewußtlos, gekommen, Wie einen Fehltritt begeht, ohne zu wissen, ein Kind: Soll durch Erkenntniß und Wiffcn die reifgewordene Menschheit Ganz im Bewußtsein zuletzt wenden zur Unschuld sich heim: Dann wird ein ewiges Fest der Versöhnung, glanzvoll erstrahlend. Schreiten zum Heile herbei für die Gesammtheit der Welt, Gleich dem goldenen Kalbe, in Staub wird zerstieben die Sünde, Gott als alleiniger Herr überall werden verehrt, Voller Liebe und Huld wird dann sprechen das ewi^e Wesen: „Ich nur in Wahrheit bin Gott, Ich, der Euch Allen verzeiht!" vr. Mrsodkelä. Offene Neligions - Lehrer und Vorsänger-Stelle. Die (orthodoxe) israel. Neligionsgesellschaft zu Darmstadt wünscht die Stelle eines Religions-Lehrers und Vorsängers an derseben zu besetzen. Fixer Gehalt 400 fl. Befähigte Bewerber, womöglich unverheiratet, wollen ihre Zeugnisse franco einsenden an den Vorsteher _Herz Bodenheimer. ie hiesige Gememde beabsichtigt, einen Lehrer, Schächter und Vorbeter sofort aufzunehmen. Kinderzahl nicht groß. Gehalt 250 fl. Hierauf Reflectirende belieben ihre Zeugnisse einzuschicken an Jakob Lob Schönfärber in Dornheim bei Einers- Heim (Bayern). I « L M. Bei dem Unterzeichneten israelitischen Cultus- Beamten dahier finden junge Leute, die die hiesigen vorzüglichen Lehranstalten besuchen, in einer in gesundester Lage gelegenen Wohnung gewissenhafte körperliche Verpflegung und echt religiöses jüdisches Familienleben. Gleichzeitig erlaube mir dem geehrten reisenden Publikum meine Restauration wieder in Erinnerung zu bringen. — Es bittet diese Annonce nicht mit ähnlichen anderen verwechseln zu wollen, der auf frankiere Anfragen nähere Auskunft ertheitende IM L Meyer. Seefeld Nr. 551.