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Der Israelit · 1865-09-27 · Heft 39 (27.9.1865) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 39 (27.9.1865)
Date
1865-09-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage z« Rr. 39 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Rußland. Petersburg, 30 Aug. In dem erst vor einigen Tagen vollendeten Tempel der hiesigen jüdischen Gemeinde fand gestern Mittag im Beisein zahlreicher Autoritäten ein Dankgottesdienst für die, kürzlich den Israeliten bezüglich ihres Aufenthaltes im Reiche gemachten, Concessionen statt. Der seit zwei Jahren von Riga hierher versetzte Rabbiner. Herr Or. Neumann, präfidirte dieser Feier. Der Banquier Günzburg Halle zum Bau des neuen Bethauses einen Betrag von 70,000 Rubel gespendet. (W. Frbl.) Orbotv. Die „Oarreta uarväc»va" meldet die erfreuliche Thatsache, daß im Dorfe Ordow über 20 Juden aus dem benachbarten Städtcken sich bei der Gutsherrschaft zu den Erntearbeiten verwenden ließen und dadurch die nicht sehr bereitwilligen Bauern beschämten. Tie „Oa?. var." wünscht nur, daß die ses Beispiel überall Nachahmung finden möge. Amerika. Wir entnehmen dem „Jewish Messenger" einige Notizen über das Wesen des Vereins „BeneiBerith." Dieses Institut ist seiner Organisation nach, eine Art Freimaurer-Verband, der in allen Staaten der großen Union seine zahlreichen Anhänger zählt. In den letzten Jahren beginnen unsere Glaubcnsbrüder diesem Vereine immer mehr Aufmerksamkeit zu schenken, so daß sich jetzt schon die Anzahl der Mitglieder auf 6,000 beläuft. Bei dem immer mehr wachsenden Interesse für denselben, steht in Aussicht, daß er in höchstens fünf Jahren wohl 15,OiiO Vereinsgenossen zählen wird. Der Zweck dieses Vereins kann nur Achtung gebieten, da seine Devise keine andere als „Aufklärung und Wohlthätigkeit" ist; die Emancip ition der Menschheit von der Sklaverei der Ignoranz ist die von ihm verfolgte Aufgabe. Den Schein der Heimlichkeit, der seither manchen Ignoranten zurückgehalten haben mag, die Wohlthaten dieses Vereins zu genießen, hat die neugewählte Administration zu beseitigt n gesucht, was ihr auch glücklich gelungen ist. Die „Benei Berith" sind bestrebt, Nichtisraelitkn eine richtige Anschauung von dem erhabenen und göttlichen Wesen des Judenthums beiznbringen, um dadurch noch manches verrottete Vorurtheil gegen unsere heilige Religion und deren Lehren zu beseitigen. Ein anderer Hauptzweck ist aber, unter den Juden selbst die Kenntniß unserer heiligen Sprache und herrlichen Literatur immer mehr zu verbreiten. Auch vertheidigen die „Benei Berith" die Interessen unserer Glaubensbrüder in anderen Ländern. An Mitteln feblt es dem Vereine durchaus nicht, so daß wir hoffen können, vaß derselbe, wie beabsichtigt, zu der Gründung eines jüdischen Collegs, der Veröffentlichung werthvoller Werke aus der hebräischen Literatur, der Errichtung von Vereins-Bibliotheken, die nöthigen Schritte thun wird." Wir haben nur noch hinzuzusügen, daß der Verein vor allen Dingen auf dem Boden des wahren Judenthums fußen möge, denn dann unterliegt es keinem Zweifel, daß sein Unternehmen nur ein segenvolles genannt werden kann. Der vorgesteckte Wirkungskreis rst jedenfalls ein bedeutender. Mögen sich auch unsere einflußreichen Brüder in Amerika ihrer armen und unterdrückten Glaubensgenossen in jenen Ländern der alten Welt annehmen, von denen noch heute das Propl^tenwort ftix 7l22' .->n '2 lautet, und möge cs unseren amerikanischen Brüdern vergönnt sein, beizutragen, daß das mvü nd.i-, baldigst erfüllt werde. Feuilleton. Das versöhnrmgsfcst als Nnschrüdsseier. Lanzsa.n gemessenen Ganzes durch herzcrhcbende Buße Schreitet rer heiligste Tag, uns zur Versöhnung, heran, D<r Tag. der als der größte des weitumfassenden Jahres Gänzlich in Liebe gehüllt, gnadenreich nicket auf uns. Welcher der Israeliten nahte sich ihm nicht mit Schauer, Acngstl ch harrend und bang, wenn er von Ferne sich zeigt, Wenn beim Anbruch des Abends die Lonne im Westen sich röthct Und das reuige Herz mächtig von ibm wird erfaßt? Kein Tag erbebet die Seele so sehr zum strahlenden Aether, Keiner so deutlich und klar zeige: dem Menschen das Endziel. Wahrmd nun fühlbar ihm wird des Körpers Ohnmacht und Schwäche, Schwinget vom Staube, sich hoch, ihm sich entringend, der Geist, Bis er, so himmelansteigend, sich zum Engel erhoben Und der Erdenball weit unter ihm fliehet zurück! — Aber was gibt ihm diese so göttliche Würde und Weibe. Diese so himmlische Kraft, sich zu erheben s» hoch? Was macht uns fähig, zu felgen seinem erhabenen Fluge, Wenn er so liebevoll ruft: ,Jsrcrl, folge mir nackl" —

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