Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 39 (27.9.1865)
- Date
- 1865-09-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2447193-2447232--03714-2459130- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
568 Deines Dienstes seelenfroh, Wollen wir Dich preisen. Sollen Deine Lieblinge Stets verlassen heißen? — Sollen meine Gegner noch Mir das Herz zerreißen? — *) Wohl hast Du nickt Dein Gebot Sie zu thrm geheißen, Ehern drum gezeichnet ist Was Dein Volk begangen, Führ' uns, Gott! zu Dir zurück. Daß wir hingelangen!" — „Reinigt Euch und leget ab Körperliches Streben; Kommt heran und weckt in Euch Seelenvolles Leben. Es verfällt, was Körper heißt, Bleibt am Boden kleben; Wird dem Thongefäße gleich Nichtig hingegeben. Seele nur erneuet sich, Auf zu Gott zu schweben; Eilet denn und acktet nicht, Was der Erd' entnommen; Kommet Ihr zu mir zurück, Will zu Euch ich kommen." - „Wie soll rein der Fleckm sein, Kermes Wolle gleichen, Willst Du unser Herz von Stein Nicht zu Fleuch erweichen? — Willst Du, Vater, Deinem Sohn Deine Hand nicht reichen, Was vermögen wir zu thun, Die dem Thon wir gleichen! Du zerstörst und bauest auf; Menschen, ach, verbleichen! — Wie soll Stroh und Stoppel nicht Eilig Feuer fangen! — Führ' uns, Gott! zu Dir zurück, Daß wir hingelangen!" — „Wollt Ihr blecken irnmerdar In der Lust vergraben? Denen Fels und Himmel einst Seelcnstärkung gaben! — Seht, ich biet' Versöhnung Euch, Eure Seel' zu laben; Lehre und Gebot zugleich, Trefflich und erhaben. Macht Euch frei nur! denn Ihr sollt Sel'ge Hoffnung haben. Härtet Euch und rüstet Euch! Stab zur Hand genommen! Kommet Ihr zu mir zurück, Will zu Euch ich kommen." „Du nur weißt und Du nur kannst, Was hilft unser Sinnen! Du ja herrschest überall, Wer kann Dir entrinnen? Legst ja Alles auf die Waag', Was auch klein wir spinnen! Ohne Dich ist nimmermehr Hoffnung zu gewmnen. Schließest Du die Pforte zu. Wo ist ein Entrinnen? — Hab' ich Dein Erbarmen nicht, Was könnt' noch verfangen! — Führ' uns, Gott! zu Dir zurück Daß wir hingelangen!" — „Lasiet frei die Seelen sein, N-cht mehr untergeben! Wählet feste Sitze Euch. Nicht ein wandernd Leben! — Werde ich die Körper einst Ihrem Grab entheben, — Wird ein frischer, neuer Geist Dürr Gebein beleben, — Dann soll krönend Euer Haupt Heiligkeit umschweben, So Ihr Euch gereinigt habt, Allen Staubs entronnen, — Kommet Ihr zu mir zurück, Will zu Euch ich kommen." - „Hältst Du. Gott, Dein Volk entfernt, Wie kann's zu Dir dringen? Stehest Tu ihm selbst nicht bei, Wie soll's auf sich bringen? Dein Erbarmen führ' es an, Soll es Dich umringen; Hebe es aus hohen Fels, Nimm's auf Deine Schwingen. Du mußt halten es empor, Soll es ihm gelingen; O' entfern' Dich nicht von uns, Schon befällt uns Bangen, — Führ' uns, Gott! zu Dir zurück, Daß wir hingelangen!" In der kebr. Dichtung fkhlt hier ein Vers; wir suchten denselben zu ergänzen. Vergl. Jcs 1, 1ö. — Pf. 78, 15. 24. — Ezech. 87. — Hierza zwei Beilagen. Verantwortliche Redacticn: v». Lehmann. — Verlag der Le Rauschen Hosvuchi,an^tung. Z. Gottsleben in Mainz. — Dampf »Schnellpresienvruck von