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Der Israelit · 1865-09-27 · Heft 39 (27.9.1865) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 39 (27.9.1865)
Date
1865-09-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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genug war die Antwort, die ihm gegeben wurde, „Ihr Christen habt einen Papst, der Euch verzeihen kann, wir aber, haben keinen." Die Juden aller Länder betrachteten diese Sache, und zwar mit Recht, als eine Ehrensache, deren Aufklärung sie ihrem Glauben schuldig seien, da man die Ermordung des Priesters der jüdischen Religion anhängen wollte. Schrecklich war die Aufregung. Anonyme, zuweilen auch Unterzeichnete Briefe von untergeordneten Beamten im Orient kamen an jüdische Häuser in Europa an, deren Zweck Gelderpressnngen war. In diesen Briefen wurde mit einer allgemeinen Judenhetze gedroht, unter dem Vorwände, als seien die Schreiber im Besitze schlagender Beweise für die Schuld der Juden, die veröffentlicht werden sollten, wenn nicht sofort bedeutende Summen an bestimmte Adressen abgeliefert werden würden. Man bedenke, welchen Effect solche Erscheinungen hervorbrachten. Zum ewigen Ruhme des Hauses Rothschild, der einflußreichst.n Familie Israels, sei es gesagt, daß derBaronJames v. Rothschild dem Ministerpräsidenten offen erklärte: „Gut, mein Herr, ich glaube nichts davon. Ich weiß nicht, ob die Juden den Mord nicht begangen haben, obschon mir dieses unglaublich scheint, ich habe jedoch Zutrauen zu Ihrem Gerechtigkeitsgefühl. Beauftragen Sie einen ehrwürdigen Mann, wie z. B. Herrn Odilon-Barrot, dessen Character über jede Lobrede erhaben ist, mit einer Mission, deren Kosten ich tragen will, alsdann werden wir sehen, was wirklich geschehen ist." Die politischen Verhältnisse erlaubten dies jedoch nicht; indessen muß ich bemerken, daß es keineswegs Bösartigkeit seitens des Eonsuls war, sich so von den untergeordneten christlichen Bewohnern beeinflußen zu lasten, sondern daß es lediglich nur auf Leichtgläubigkeit seinerseits beruhte; übrigens wäre die christliche Bevölkerung Syriens noch heutiges Tages zu dergleichen Ausschreitungen fähig, wäre nicht glücklicherweise die Negierung eine ganz andere geworden. (Fortsetzung folgt.) England. London. Vorigen Sonntag, Nachts um ein Viertel auf Zehn, brach in London-Noad, in dem Hause des Möbelhändlers Nathan, Feuer aus. Obschon die Feuerw.hr und die Rettungsmannschaft alsbald auf dem Vrandplatze waren, so konnten Nathans Kinder — fünf an der Zahl — doch nur mit großer Mühe dem Flammentode entrissen werden. Eine der Töchter wurde, als sie hastig durch ein Fenster gehoben werden mußte, bedenklich verletzt. Leider verlor ein Kind das Leben in entsetzlicher Weise. In dem ersten Schrecken rannte es die Treppen herab und gerade in die Flammen hinein. Alle Anstrengungen der Feuerwehr, sich dem Fenerheerde zu nähern, schlugen fehl, so daß das unglückliche Geschöpf elend verbrannte. Herzzerreißend war das Schreien des un- 567 glücklichen Kindes. Verzweiflungsvoll stand die Menge vor dem brennenden Hause, mußte diesen Angstschrei des unschuldigen Opfers hören, ohne selbst das Geringste für seine Rettung thun zu können. Herr und Frau Nathan waren abwesend, und trafen bei ihrer Rückkehr nur brennende Schutthaufen an. Das Entstehen des Feuers ist unbekannt. West Harllepool. Der „HartlepoolMercury" vom 2. d. M., beschreibt einen traurigen Vorfall, der einen unserer Glaubensgenossen, Herrn Jacob Jorenkman betroffen hat. Derselbe fiel in eine unoerwahrte Kohlengrube und gab alsbald seinen Geist auf. Der Unglückliche hinterließ eins Wittwe, die in guter Hoffnung ist, mit fünf unerzogenen Kindern, im größten Elend. Ohne Zweifel wird sich auch hier der so oft erprobte Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensbrüder in Großbritannien bewähren und sich der verlassenen Wittwe annehmen. Der allgütige Schöpfer möge an den hsrannahenden hohen Feiertagen erbarmungsvoll auf sein Volk hsrniederblicken und die Zahl unserer Lebenstage voll machen. Feuilleton. Gstl und Israel.*) (Am Versöhnungstag.) Von VvnURr»«. „Deine Rechte ist bereit, Buße zu empfangen; Ach, mein Denken und mein Thun Kann vor Dir nicht prangen. O, erleuchte mir das Aug', Heil" was ich begangen; Führ' uns, Gott! zu Dir zurück, Daß wir hingelangen!" —*) „Eure Seele ist mir werth, Meine Lieb' vollkommen; Eh' der Tag der Strafe kommt, Habt Ihr mich vernommen. Meine Stimme ruft ja laut, Eurem Heil zum Frommen: Kommet Ihr zu mir zurück, Will zu Euch ich kommen." —*) „Lehrtest, Gott, uns Dein Gesetz, Wollen treu uns weisen; 1) Nach eiiem herrschen Pi3mon Aunz: »Vor. träge* S. 383 j von R. Jehuva Hrllewi (Dukes: „Neuhebe» religiöse Poesie" S. 165). — Schab 5, 21. — Malachi 3, 7. — Sohar 1, 3. —

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