Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 39 (27.9.1865)
- Date
- 1865-09-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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566 lasse, für welche dieselben die gesetzlich erforderliche Befähigung nachgewiesen haben. Eines Hohen Königlichen Staats-Ministeriums ganz gehorsamster Abraham Sutro, Ober-Rabbiner." Oesterreichischer Kaiserstaat. Sa Ujhely, im September. Geehrter Herr Redacteur! Die ergebenst gefertigte Schuldirection ersucht um gütige Aufnahme nachfolgender Berichtigung des in Nro. 33 und 34 Ihres geschätzten Blattes erschienenen, von S. a. Ujhely am 23. Juli l. I. datirten und von I. H. Löw Unterzeichneten Artikels. In demselben wird unter Anderem leichtweg gesagt: „daß nicht nur der hebr. Lehrer, (Schreiber des Artikels), sondern auch der an der hiesigen Musterhauptschule wirkende Neligionslehrer nichts zu leisten vermöge, ferner: daß derselbe blos systematische Neligionslehre nebst biblischer Geschichte unterrichte," und schließlich: „daß es deßhalb an unserer Nnterrichtsanftalt wie anno dazumal den alten lieben Schncckengang gehe." Zur Steuer der Wahrheit erklärt die ergebenst gefertigte Direction auf Ansuchen des Herrn Religionslehrers I. Singer, daß derselbe während seines fünfjährigen Wirkens an der hierortigen Musterhauptschule in sämmtlichm acht Elasten zur vollsten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten, der diesbezüglichen Eltern und der hiesigen Fachmänner stets die glänzendsten Resultate seiner Amtsthätigkeit an den Tag gelegt hat, und genießt er daher nicht bloß seiner Frömmigkeit und Biederkeit, sondern auch seiner vorzüglichen Leistungen halber, die wohlverdiente Liebe und Achtung in der hiesigen Gemeinde. Derselbe ertheilt den vorgeschriebcnen Religionsunterricht in den unteren Elasten in Verbindung mit Übersetzung und Erklärung der Gebetstücke, und in den oberen im Anhang zu den Psalmen, von welchen die Zöglinge sowohl ber der vorjährigen, als auch der diesjährigen Prüfung die 50 eisten Psalmen mit Wort- und Sacherklärung zur freudigen Überraschung aller Anwesenden correct recitirten. Wie sehr die hiesige Cultusgemeinde unseren wackeren Neligionslehrer ihre Anerkennung zu bezeigen bestrebt ist, geht schon aus dem Umstande hervor, daß sie denselben sür den an der hiesigen Musterhauptschule eingeführten erweiterten hebr. Unterricht mit jährlichem Gehalt von 360 Gulden acquirircn wollte, was derselbe jedoch anderweitiger Beschäftigung halber, zu ihrem Bedauern dankend ablehnte. Aus dem Angeführten dürfte daher zur Genüge erhellen, daß der „alte Echncüengong an unserer Schule, wie »Qvo dazumal" auf den Unterricht, inso weit derselbe durch unseren tüchtigen Neligionslehrer I. Singer ertheilt wird, durchaus nicht bezogen werden kaNN. Moritz Stern. Director. Frankreich. Paris. (Jüdische Briefe von A. Cohn.) (Forts.) xil. Im Laufe des Monats Januar hatte ein lebhafter, sogar heftiger, Wortwechsel statt zwischen einem Muselmann und dem sogenannten „il packre Ivmmrssov-' dem Vater Thomas, einem Mönche der im Sardinischen geboren, seit Jahren sich in dieser Stadt aufhielt, wo er zugleich als Arzt practicirte. Im Monate Februar fand man diesen Priester ermordet, wie es der Muselmann voraus gesagt hatte, indem er schwur, daß kein Monat verflossen sein werde, bis dieses Verbrechen ausgeübt sein solle. Man muß vor allen Dingen mit den Sitten des jetzigen Orients und besonders Syriens vertraut sein, um zu misten, welchen geringen Werth ein Menschenleben dort hat. Nun begann das schreckliche Drama, ungezettelt von den feigsten Menschen, von Leuten, welche die Sitten des Landes und die Erbitterung der christlichen Bevölkerung gegen die Juden und deren ehrwürdiges Gesetz zu ignoriren suchten. Es war darauf abgesehen, zuerst die Häupter der jüdischen Gemeinde zu Damaskus, wie die Jarchi, Aron rc. zu stürzen, um nachher die unbedeutenderen Familien nach allen Seilen der Windrose hin zu zerstreuen; da man ja überdies im Jahre 840 die Hoffnung hegte, ganz Syrien unter christliche Herrschaft zu bringen. Auf die schändlichste Weise wurde der Prozeß gi führt. Niemals wurde de.- Körper des unglücklichen Pater Thomas einer gerichtlichen Section unterzogen. Unglücklicherweise, verstand der damalige französische Gesandte, Herr v. Nattimenton, wie fast alle politische Agenten, der damaligen Zeit im Orient kein Arabisch, und mußte sich christl Dolmetscher bedienen, die nichts Besseres zu thun hatten, als die Juden anzuschwärzen, und ihm alles Mögliche von einem Juden vormachten. Wie der größte Theil der Katholiken, kannte derselbe weder die Bibel noch die Juden, und glaubte Alles, was seine Vertrauten ihm aufbanden. Einer der bedeutendsten Staatsmänner, gleichzeitig ein ausgezeichneter Geschichtsforscher jener Epoche, der sich und die Juden vertheidigen wollte, drückte sich folgendermaßen aus: „Nun gut! haben wir nicht in Frankreich eine Bartholemäus Nacht gehabt? Bin ich darum als Katholik verantwortlich, für bas Verbrechen, welches meine Vorfahren vor drei Jahrhunderten begangen haben? Ebensowenig seid ihr Israeliten mitschuldig des Verbrechens, das einige fanatische Juden, tausend Meilen von hier begangen haben." Geistreich