Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 39 (27.9.1865)
- Date
- 1865-09-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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564 Dieser N. Meschullam, Sohn Kalonymos, darf nicht verwechselt werden mit N. Meschullam den Kalonymos, genannt R. Meschullam der Große, der ein ganzes Jahrhundert nach ihm lebte, wie wir in folgendem Paragraph darthun werden. VI. Genealogie der Nachkommen des N. Moses ha- Saken. Bevor mir weiter über den Inhalt unseres Memorbuchks berichten, ist es vielleicht nicht unnütz, zuerst die Genealogie der Nachkommen des N. Moses Ha-Saken zu ordnen. Wir gewinnen dadurch ein Licht, das die dunkle Geschichte der Juden in Mainz vor den blutigen Jahren lOll und 10t 2 beleuchten wird. Zwar haben wir bereits vor 25 Jahren diesen Gegenstand in den Israelitischen Annalen von Ör. Jost besprochen und wurde unsere Arbeit von Männern wie Luzzato und Grätz beachtet; da aber die Quellen, die uns damals zu Gebote standen, unvollständig waren, so war es unmöglich, einige Fehler zu vermeiden. Der seither gedruckte Or Serua, der in rnvbTi die Geschichte des Märtyrers Amnon aus der eigenen Handschrift des Ephraim aus Bonn enthält und die nämliche Geschichte, die der Verfasser des Memorbuches aus dem Werke desselben Ephraim aus Bonn copirte, geben uns, die erste Quelle fünf, und die zweite acht Generationen der Familie Sekenim. Diese Generationen sind: N. Kalonymos IV., Sohn des N. Meschullam II., genannt der Große, Sohn des N. Kalonymos III., Sohn des R. Moses II.. Sohn des N. Kalonymos H., Sohn des N. Meschullam I., Sohn des R. Kalonymos I., aus Lucca, Sohn des N. Moses I., Ha-Saken genannt. Berechnen wir, nach allgeme.ner Rechnung, ein Jahrhundert auf drei Generationen, so ergeben sich auf die acht Geschlechtssolgen 267 Jahre, gerade die Zeit, wie sie zwischen N. Moses Ha-Saken und Kalonymos IV. verstrich: 787 N. Moses Ha-Saken. 811 N. Kalonymos aus Lucca. 814 R. Meschullam I. 878 R. Kalonymos II. 911 N. Moses II. 944 N. Kalonymos HI. 978 N. Meschullam II. 10!I N. Kalonymos IV. Wir werden über die einzelnen Männer dieses alten Geschlechts, wie über die zwei Ersten, ausführlich berichten, hier wollen wir nur noch auf die Namen dieser Familie aufmerksam machen. In ihrem Vaterland Italien führte sie den Namen Sekenim; später wurde sie „ausLucca" genannt und zuletzt bezeichnete man sie mit dem Namen Lombarden. Unter diesem Familiennamen werden mehrere Märtyrer vom Jahre 1096 aufgezählt, die ein Opfer des ersten Kreuzzuges wurden, wie man aus einer handschriftlichen Martyrlogie ersieht Diese sehr merkwürdige Handschrift befindet sich in der Sammlung Oppenheim's in Oxford; sie ist aber bis jetzt unbekannt und unbenutzt geblieben. Da diese Handschrift, die gedruckt zu werden verdient, in den Oppenheim'schen Catalogen schlecht beschrieben ist, so wollen wir hier eine kurze Beschreibung davon geben. Sie befindet sich mit mehreren gedruckten Büchern in Quart beigebunden und führt die Nr. 235 Q.; sie enthält: io .-2'x vp Ln-ns, von Elasar aus Worms, 42 Blätter stark; 20 pOv Viio, 1 Blatt, und Z0 Martyrlogie der Juden in Deutschland, Frankreich und England, vom Jahre 1096 bis 1298, 7 Blätter. VII. Die Synagogen-Beamten. Unser Memorbuch kennt aus der alten Zeit keine anderen Synagogen-Beamten als die Rabbiner; sie allein versahen die Stelle der Vorbeter (O'MTr). Sie allein verfaßten und ordneten die Festgebete, sie allein bestimmten den Ritus der Gemeinden. Wir haben bereits gesehen, wie R. Moses Ha-Saken, als er nach Mainz kam, die alte Ordnung der Gebete abänderts. Sein Sohn N. Kalonymos und sein Enkel N. Meschullam folgten seinen Fußstapfen. Letzterer blühete im Jahre 844 und starb, sehr alt, um's Jahr 878. Wir haben seine Grabschrist, die keine Jahreszahl enthält, gegeben. Die Abreoiation .->"2Liri: W'7I,-I .-NN2 '7!7>, nach 1. Samuel 25, 29, ist alt. N. Kalonymos H., Sohn des N. Meschullam, folgte feinem Vater um's Jahr 878. Er nannte sich, wie sein berühmter Großvater, Kalonymos aus Lucca. R. Kalonymos starb zu Mainz gegen 911 und hatte zum Nachfolger: N. Moses, genannt der H., um ihn von N. Moses Ha-Saken zu unterscheiden. Ec lebte am Anfang des 10. Jahrhunderts und starb um's Jahr 944. Moses II. war kein gelehrter Mann und sein einziges Verdienst bestand darin, drei ausgezeichneten Söhnen das Dasein gegeben zu haben; nämlich: N. Kalonymos III., R. Jekutiel und N. Jthiel. N. Kalonymos III., wie sein Groß- und Urgroßvater aus Lucca genannt, lehrte anfangs in Mainz, später ging er nach Frankreich, wo er mit dem Nabbinen Moses zu Arles in Correspondenz stand. Vergl. Mordechai, rvpnw § 1174: OiQ'iivp pvs pr .-IWQ ^-> 2171°? 1N21V7Q. N. Gerson Maor ha- Gola rühmt unfern Kalonymos als großen Gelehrten und Verfasser von Festgebeten. Wir geben weiter, im