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Der Israelit · 1865-09-27 · Heft 39 (27.9.1865) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 39 (27.9.1865)
Date
1865-09-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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563 r-n»r zu bilden. Doch ist dies nicht der biblische Grund allein. Diese Früchte sind entsprossen einem Lande von dem es heißt: '21 irr'x Diese Früchte erhalten uns in steter Verbindung mit unserem ursprünglichen Heimathlande, und bei einstiger Erlösung, die wir hoffen, wird dann das verhängnißvolle '-rpr'.LN nicht möglich sein. Aber auch sinnbildlich genommen, müssen sie uns werth sein. Das Lulab ist im Feststrauße, was der Rückgrat am Menschen, das ovale Etrog, das Herz, die Peripherie des Hadas, das Auge, die elliptische Bochweide, der Mund. Mit diesem Sinnbilde in den Händen, soll das lüsterne Herz, das spähende Auge, der seile Mund, aufrichtig dankend und lobend für Gottes Segenspende in den Ritus eintreten und sich bei und xix nach allen Seilen Hinneigen. Auch die Classifikation der verschiedenen Gläubigen, drückt unser Feststrauß sinnbildlich aus. Das Etrog, wohlriechend, geschmackvoll und Zierlicher Gestalt, deutet auf die Frommen in und L'mv Das Lulab, langgestreckt und fruchtbringend, auf die Thorabeflissenen, welche des Wohlgeruchs der entbehren. Das Hadas das Gegentheil der Vorigen. Die olles entbehrende Bachweide auf diejenigen, welche entblößt von ,-ni und sind. Nicht die als solche allein, auch die Macht ihres lehrreichen Inbegriffes, bilden die Seele ihres Gottesdienstlichen Gebrauches. Und so vereinigen sich beide Gebote und O'i'v und gipfeln in der Verwandtschaftlichkeit des Gedankens, sich nicht auf den Besitz irdischer Güter zu stützen, sondern sie dankend ais Geschenk Gottes hinzunehmen und als solche zu verwerthen, aber dabei dm verheißenen Besitz des heiligen Landes nie aus den Augen zu verlieren. (Schluß folgt) Nie Iudrn?u Main? im Mittelalter. (Fortsetzung.*) V. Der uralte Friedhof. Der Friedhof in Mainz war noch älter als die sechshur.dertjährige Synagoge; denn ob die Anzahl der Juden dort groß oder klein war — begraben mußten die Todten werden. Unser Gedächtnißbuch bezeichnet einen Mar Salomon und seine Ehegattin Rachel als diejenigen, die einen Begräbnißplatz in Mainz in uralter Zeit kauften- Ein anderer Nadib (freigebiger Mann), Namens Moses den Abraham ha- *) Siehe Nr. 37, S. 524; statt „und 1470 von verschiedenen Scribenten fortgesetzt" lies: „und bis 1470 von verschiedenen rc." Cohen und dessen Ehefrau Genttlle (d'ui") kauften den Weg zum Friedhof; ein dritter Nadib endlich ließ den Weg auf seine Kosten verbessern. Der Ort, wo sich dieser uralte Friedhof befand, ist sicher kein anderer, als der sogenannte Judensand am Hardenberge, der noch heute Zum Begräbnißplatze der Mainzer Israeliten dient. Er liegt neben der aus dem Münstertbor der Stadt nach Mombach führenden Chaussäe. Es scheint aber, daß dieser Beth Chajim (das Haus des Lebens) viel größer als der jetzige war und daß er sich bis hinauf in die Höhe ausgedehnt hat. Denn 1824 hatte man auf einem in der Höhe liegenden großen Stück Feldes beim Rotten zu einem Weinberg mehrere hebräische Grabsteine entdeckt, die seitdem zerschlagen wurden. Im Jahre 1829 fand man auf dem ebenfalls oben liegenden Universitätsacker unter der Erde Menschenknochen und dabei zwei aufrechtstehmde hebräische Grabsteine von weißer Erde. Der eine ist nach der Inschrift vom Jahre 1222. Beide merkwürdige Grabsteine befinden sich (nach Schab's Geschichte der Juden Zu Mainz) im Antikenmuseum zu Mainz. Vor drei Jahren, bei der Erbauung einer Villa auf derselben Höhe, wurden ebenfalls Menschenknochen und Leichensteine aus den Jahren 1264 und 1265 ausgegraben, über die I)r. Lehmann im „Israelit", Jahrg. 3, Nr. 19, S. 150 des Hauptblattes berichtet. Aber nicht alle alten Grabsteine dieses Friedhofes befinden sich unter der Erde; viele, und meistens die ältesten, wurden im Mittelalter zerstört oder als Baumaterial benutzt. So stieß man im Jahre 1858 beim Baue der durch die Stadt führenden Nheinbahn, in der Nähe des Ludwigsbahnhofs, auf eine Batterie, die größtentheils aus jüdischen Grabsteinen gebaut war. Aehnliche Steine wurden schon früher am Holz- Lhor und am Rheinufer, dem rheinischen Hof gegenüber, gesunden, wie Or. Lehmann in den Annalen des Alterthumsvereins zu Mainz mittheilt. Die Ersteren, ungefähr hundert an der Zahl, sind aus den früheren Jahrhunderten bis zum 15. Seculum. Die der ersten Zeiten sind ohne Jahreszahl, und unter diesen ist gewiß der interessanteste der von N. Meschullam den R. Kalony mos, der um's Jahr 878 starb, und folgende Inschrift enthält: ,-!D 'ü-> p Hier ist begraben R. Meschullam Sohn des N. N. Kalonymos. Möge seine Seele festgebunden sein In dem Bunde der Lebendigen.

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