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Der Israelit · 1865-09-20 · Heft 38 (20.9.1865) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 38 (20.9.1865)
Date
1865-09-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Die Zeichnungen, welche den Text begleiten, machen uns mit einem Gebäude vertraut, das so lange den Ungläubigen eifersüchtig verschlossen blieb, und setzen uns in den Stand, wenigstens bis zu einem gewissen Grade die glühende Sprache zu begreifen, in welcher es von denen, die das Glück halten, es zu sehen, beschrieben worden ist. Seine Säulen bestehen aus kostbarem Marmor, seine Wände schimmern von Gold und Mosaik, seine Fenster bestehen aus höchst geschmackvoll geordneten, vielverschlungenen Arabesken in farbigem Glase. Glücklicherweise ist fast jeder Theil des Gebäudes datirt, so daß Untersuchungen über daS Alter desselben jetzt bei Seite gesetzt werden können. Die Säulen, welche die Wölbung tragen und die umgebenden Hallen davon trennen, sind unzweifelhaft älter, als jeder andere Theil des Baues, wahrscheinlich ans den Zeiten Konstantin's (das Kapital einer derselben trägt noch ein klemes Kreuz auf dein Abakus, und scheint ans den ersten Anblick einen starken Beweis zu geben zu Gunsten der Vertheidiger der Konstantinischen Hypothese; indessen Graf de Vogus erklärt sich aus anderen Gründen dagegen.) Die Säulen scheinen ihm Neste aus verschiedenen alten Gebäuden und von sehr verschiedenem Typus zu sein. Obgleich in byzantinischem Style aufgeführt, ist die Kubbet-es - Lakharah in keiner Weise ein christliches Gebäude, — schon die Abwesenheit der Apsis, jenes charakteristischen Zeichens in den ältesten Kirchen, bürgt dafür. Sie ist eine merkwürdige Anwendung jenes Siyles aus mohammedanische Bedürfnisse. Die Mosaiken m dem Gebäude gehören zwei verschiedenen Perioden an: jene, welche die Zwischenräume zwischen den obengenannten runden Vogen füllen, sind die älteren. Ueber ihnen ist ein blauer Rand, der eine Inschrift in goldenen Buchstaben trägt, die rund um das ganze Gebäude geht. Darin kommt eine Stelle vor, die in der Übersetzung lautet: „Der Diener Gottes, Abd (Allah-el-Jmam-al- Manun), Fürst der Gläubigen, errichtete diesen Tempel im Jahre 72. In Bezug hierauf bemerkt der Verfasser: „Der Name, den wir in Klammern gesetzt, ist der, welcher jetzt auf dem Denkmale zu lesen ist; aber es ist klar, daß dies eine Aenderung späteren Datums ist. Der blaue Grund ist von einem anderen Tone, die Buchstaben sind kleiner und enger zusammengedrückt. Der Chaliph Al-Mamun, welcher von 198 bis 218 der Hedschra (der christl. Zeitrechnung 813 —833) regierte, hat seinen Namen für den Abd-el- Malik eingesetzt, um sich den Ruhm seines Vorfahren anzueignen." Eine merkwürdig ruhmreiche Inschrift an einem anderen Theile des Gebäudes, die gewisse von diesem Fürsten gemachte Reparaturen erwähnt, unterstützt diese Annahme ganz bedeutend. Die zweite Reihe von Mosaiken besteht aus zwei Streifen in der Trommel der Kuppel, von denen der oberste mit Fenstern durchbrochen ist. Sie tragen das Datum 418 (1033 n. d. gew. Ztr.) und wurden folglich ausgeführt während der durch den Einsturz der Kuppel nothwsndig gemachten Restaurationen. Ein Erdbeben im Jahre 407 hatte ihn verursacht. Das Innere der Kuppel ist mit Malereien auf Stukko verziert. Eine Inschrift gibt an, daß die Vergoldung von Saladin erneut wurde. Wahrscheinlich ist die ganze Ausschmückung ein Werk seiner Regierung. Andere Inschriften ermahnen Restaurationen späteren Datums. Dis schönen bunten Glasfenster, von denen drei in Farbendruck abgebildet sind, wurden 1528 von Sultan Solyman eingesetzt. Das Buch schließt mit einem Anhänge über die Topographie von Jerusalem, worin, obschon die meisten der hier aufgestellten Ansichten schon von Anderen verfochten worden sind, dennoch mehrere neue, interesante Thatsachen zu ihrer Erhärtung beigebracht werden. (M. f. d. L. d. Ausl.) Zur Buße.*) Von T. VorirNar». Seele! was bist Du so bewegt? — Harr' auf Gott nur, Der Dich trägt In dem Kampfe auf dem Erdenrund', Bald ja kommt die Lösungsstund'. — Siebzig Jahre ist der Laus, Wohl auch zehn noch in den Kauf, Und wie Mancher gar erbleicht, Ehe er sein Z:el erreicht! — *) Nack eiver Sellckcck von Salomo ben Io'eph (OakeS: ,Neubebr. religiöse Poesie" S. 16^). Vergl. aucb Sanhcdr. 91. n..

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