Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 38 (20.9.1865)
- Date
- 1865-09-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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546 Königsberg herum werden fortwährend neue Synagogen gebaut (^2' pi p). Montag z. B. den 21. Ellul (12. Septbr.) wird die neu erbaute Synagoge in Insterburg eingeweiht werden. Dann kommt zunächst Schippen feil an die Reihe. Wir rufen schließlich allen Glaubensbrüdern zu: pcpr, .-pW — M. Almoni. Feuilleton. Rene Forschungen über -re Topographie Jerusalems. Die gelehrten Forscher, welche in neuerer Zeit über die Topographie von Jerusalem geschrieben Haben, lassen sich füglich in zwei Klassen theilen, — in diejenigen, welche behaupten, daß der Herodianische Tempel mit seinen Höfen und Hallen den ganzen Flächenramn des gegenwärtigen Haram einnahm, und in die, welche, den Maßangaben des Josephus Glauben schenkend, das heilige Gehege ans ein Viereck von etwa 600 Fuß nach jeder Richtung in der südwärtigen Ecke beschränken. Die Vertheidiger der ersteren Theorie halten dafür, daß das Tempelhaus selbst in der unmittelbaren Nähe der Sakhara stand, und sie verlegen die Burg Antonia und ihre Bollwerke in den nördlichen Theil des Haram; dis Anhänger der Zweiten kommen, während sie über die genaue Lage dieser Feste bedeutend von einander abweichcn, darin überein, des; sie ihr jede Verbindung mit der Mauer, die jetzt über das Thal Kedron emporragt, abstreiten. Vielleicht gelingt es dem neu erschienenen Prachtwerk? des Grafen Melchior de VoguH welches auf den gründlichsten Forschungen beruht, diese Streitfrage ihrer Lösung näher zu führen. Bei seinem ersten Besuche im heiligen,Lande, 1854, dessen Ergebnisse in dem Werke „I-es LAlisss äs 1a Isrrs 8aints" niedergelegt sind, war es dem Grafen de Vogus nicht gestattet, den Haram zu betreten; er mußte sich damit begnügen, sein Aeußeres zu prüfen und solche Ansichten des Innern aufzuw'hmen, die von hervorragenden Punkten gewonnen werden konnten. Bei einer zweiten Anwesenheit in Jerusalem im Jahre 1862 fand er die Schranke muhammedamscher Ausschließlichkeit nicht mehr unüberfterglich, und ihm, wie seinen Begleitern, den Herren Waddington und Duthoit, welche noch Herr Sauvaire unterstützte, war es verstattet, nach Belieben von sechs Uhr des Morgens bis Mittag zu zeichnen, zu photographiren, zu kopiren und auszumesien. Er und Herr Duthoit waren vorzüglich mit der Topographie und Architektur beschäftigt, die Anderen widmeten sich vorzüglich den Inschriften. Das Resultat ihrer Arbeiten liegt in dem erwähnten Werke vor, einem schönen 38 Seiten starken Foliobande, der mit siebenunddreißig theilweise colorirten Stahlstichen und zahlreichen Holzschnitten illuftrirt ist. Die Ausführung dieser Illustration ist bewunderungswerth. Das Werk führt den Titel: Ds Tsmplo äs äsrimaism, LIonv- Ara^bis äu Haraw-sslr-Ebsrik, suivis ä'un sur 1a lopsKraptiis äs 1a Vills-8oints.?ar 1s Oomts Nslsbior äs VoZns, Nsmkrs äs 1a Losists Iwpsrials äes ^.ntignaires äs I>anes, sto. karis: Nolilst st Lanär^; I^oncirss: 'Williams st iblor- Aats; lüäAs: Xolblst st Lauär^ 1864.^ Nach einer gründlichen Besprechung der ganzen Frage kommt Graf de Vogue zu dem Schlüsse, daß die Maaße des Josephns bei Seite zu setzen sind als jedenfalls ungenau, was ihre absolute Größe betrifft, und daß d:e alte Tempelfläche mit der Antonia in den Tagen Herodes des Großen mit dem gegenwärtigen Haram gleich groß gewesen sein müsse. Er findet Mauerwerk dieser Epoche an verschiedenen Pnncten entlang der Mauer, vornehmlich am Südostende. Zur Bestätigung seiner Airsicht giebt er eine Beschreibung und mehrere Zeichnungen vom Palaste und den irr den Felsen gehauenen Kammern des Hyrkauus zu Arakel-Emir im Wadi-es-Syr, wo sich Maurerarbeit befindet, welche der erwähnten sehr ähnlich ist Der verschüttete Thorweg neben dem Trauer platze der Inden in der westlichen Wand unterhalb des gegen wärtigen Thores Vab-el Maghrebi , und das doppelte und dreifache Thor in der Südmauer bezeichnen, wie er glaubt, die Stetten des Eintritts in Herodes Tempelhos; ebenso wie das sogenannte gott-eue Tbor in der Oftmauer. Seine Prüfung scheint es außer allen Zweifel zu setzen, daß an allen diesen Stellen Theile der alten Arbeit mit wngemauert geblieben, und m einigen Fällen durch späteren Anbau und Ausbesserungen verdeckt sind. Er glaubt, daß an dem doppelten oder dem Huldathore, wie es bisweilen genannt wird, unter der ei Aksa (Moschee) der Monolith in der Wölbung, mit Theilen des Thormeges und der Mauer- Neste des Herodischen Werkes sind, aber d.ch die äußere Ausschmückung, die Kuppelwölbung und der größte Theil des jetzt sichtbaren Mauerwerk s einer späteren Zeit angehören. Diese (gewisse Ausbesserungen abgerechnet) spricht er dem sechsten Jahrhundcrt, dem Zeitalter Justinian's zu, welcher, wie man weiß, Jerusalem bedeutend verschönerte. Cr vergleicht zu dem Ende die Ornamentation des Huldathores und der goldenen Pforte mit einander und mit gewissen Ruinen in Syrien, welche ihm zufolge der besagten Zeit angehören, und stellt ein Werk über ^'^.relntsoturs Oivils st RsliAisuss sn 8^rrs in Aussicht. Die Aksa-Moschee selbst wurde eine Zeit lang