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Der Israelit · 1865-09-13 · Heft 37 (13.9.1865) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 37 (13.9.1865)
Date
1865-09-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Rr. 37 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspon denzen. Österreichischer Kaiscrstaat. Nicvlsburg, im Monate Elul. Der herzzerreißende Nochschrei unserer unglücklichen Brüder im heiligen Lande, der so schauerlich und düster zu uns herübcrtönt, daß jedes menschlich fühlende jüdische Herz, von Mitleid und Trauer erfüllt wird, veranlaßte unfern hochverehrten und allgemein geliebten Rabbiner Herr Dr. M. Feuchtwang zur Linderung der Leiden unserer armen Glaubensgenossen in Jeruscho lajim, auch das Seinige mit Wort und That beizutragen. In einer begeisternden und hinreißenden Rede schilderte er am r>2i7 von der Kanzel herab, das maßlose Elend im heiligen Lande , und entwarf in düftcrn Farben, mit feurigen und zündenden Worten, das trübe Brld der grenzenlosen Roth unserer hungernden Brüder in Palästina. Da konnte kein Herz ungerührt, kem Auge thränenleer bleiben: Alles war tief bewegt und von sichtlicher Rührung ergriffen. Anlehnt nd an die für den Gegenstand der Rede trefflich gewählte Stelle aus dem Wochenabschnitte '2 meinte er, wenn da gefunden wird ein ein Unglücklicher, ein Darbender, ein Lechzender in dem Lande, das der Herr, dein Gott Dir zum Besitze gegeben, ohne daß man weiß i.-Q.-z 'v wer den Zorn des Allmächtigen im Himmel auf das Haupt dieses ^li herab beschworen, durch wessen Verschulden die strafende Hand der Allmacht, mit der ganzen Schwere, mit der ganzen Fülle ihrer Wucht auf den Unglücklichen hernieder fuhr: i82'i l'vSiLn da müssen die Aeltesten und die Spitzen der Gemeinden vorangehen, ihre Pflicht ist es an die Spitze zu treten; iiivi sie soll n genau abmeffen, ermessen und erwägen die Größe dieses traurigen und unglücklichen Falles. Jede Eta t, jede Gemeinde .12NP.-1 die durch Abstammung, durch Glaube und Gesetz nahe steht dem ^n, soll ein Sühnopfer senden 7m v-r in das Land der Dürre, in das Land z^i' 12 12p' wo nichts wächst, nichts keimt, und nichts gedeiht, wo, wenn nicht der Fluch, der Segen Gottes gewiß nicht Walter; jede Gemeinde muß mit freudigem, mit opferwilligem Herzen ihre Gabe hinlegen auf den Altar der Bruderliebe, zur Erleichterung des unglücklichen Looses unserer Brüder, die da hungern auf dem Boden, in dessen Schooße die Gebeine unserer Väter ruhen, und für unser zeitliches und ewiges Wohl beten in dem Lande, welches die Trümmer dahingeschwundener Herrlichkeit, die theuersien und heiligsten Erinnerungen unserer Vergangenheit in sich trägt. Die Aelkesten und Spitzen jeder Gemeinde, welche flamm- und glaubensverwandt mit dem sind, müssen rein waschen ihre Hände und sagen können 7N7> Oi7> rir« .-.2217 unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen, uns trifft in dieser Hinsicht nicht der Vorwurf; und weil immer ist von den so wirst Du aus diese Weise jedes unschulvige Blut aus deiner Mitte hinwegschaffen, denn ^22 Darum wolle auch er an die Spitze treten, er selbst werde in Begleitung eines Mitgliedes des Nabbinates an jede Thüre, an jedes Herz klopfen, ein jeder gebe so viel er kann und :2> 172M *72, selbst die Gabe des Armen, und sei sie noch so gering, werde er nicht zurückweisen. Eine Rede mit solcher Wärme und Hingebung gesprochen, konnte des tiefsten Eindruckes auf das Herz der Zuhörer gewiß sein, der h ngeworsene Funke zündete. Daß aber der Eindruck ein tu fer, ein bleibender, die Begeisterung keine bloß augenbl.ckliche, vorübergehende war, und daß der fromme jüdische Sinn für Mildthätigkeit, Gottlob in unserer Gemeinde noch nicht erloschen ist, bewies das Ergebniß der Collecte, welche der Herr Rabbiner am darauffolgenden Tage in Begleitung seines sehr intimen Freundes, des für alles Edle und Gute eifernden und wackeren Dajons unserer Gemeinde Herr M. L. Kohn. veranstaltete. Dieselbe ergab nämlich, obwohl der wohlhabende Theil der Gemeinde nicht mehr hier wohnhaft ist, dennoch zu albr Freude eine Summe von circa 300 fl. ö. W. und wird, bei dem Umstande, daß ein anderer bedeutender Theil ter Gemeinde, sich nur an hohen Festtagen hier einfindrt, auch noch eine zweite Eoll-cte in Aussicht gestellt. Möge dicier schöne Akt derMildthätigkeit allen Gemeinden in Israel zum nachahmungswürdigen Muster dienen und nnsern armen Glaubensgenossen in von allen Seiten Hilf^ und Trost gebracht werden. Non Herzen aber wünschen wir, daß unser wackerer Feuchtwang uns lange erhalten werde; gebe ihm der Allgütige Kraft und Ausdauer, auf daß er auch fürder zu unser m Heil und Frommen, wie zu demjenigen der leidenden Menschheit überall segensreich in unserer Mitte so.twirke -N2ä "H2P ,.-> N. Glaser. Krakau. Die „Krakauer Zeitung" erzäh t folgende Geschichte: „In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli l. I. ist dem Hersch Gelb, Pächter des Gutes Leka, seine ledige 15jäbrige Tochter Riska aus dem Hauie verschwunden. Am 30. v. M. erfuhr Hersch G lb, daß seine Tochter in Tiopie sich befinde, daß sie ihren Entschluß, sich taufen zu lassen, ausgegeben habe und zum Vater gehen wolle. In der Nacht vom 30. aus

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