Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 37 (13.9.1865)
- Date
- 1865-09-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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528 in Folge eines Karbunkelgeschwürs, zu Kissingen ge storbtN. Durch seinen Tod erleidet die berliner Universität. wie überhaupt die Wissenschaft einen empfindlichen Verlust, den (ben'o seine zahlreichen Patienten schmerzlich empfinden werden. Die Beerdigung fand beute Nachmi tag von der Leichenhalle des jüdischen Begrädnißplatzes aus statt. Der verstorbene Prof. Nemak war seit 1820 der erste Jude, der sich wieder an hiesiger Universität als Privatdoecnt habilltiren durfte, und zwar erfolgte die Erlaubnis dazu roch vor dem Gesetze vom 2 r. Juli «<847 durch Friedrich Wilhelm iV., welchem Humbold den desfallsigen Antrag vorgelegt halte. Oefterreichischer Kaiserstaat. ZFien, im Elul. Das Jahr nabt seinem Ende, Tag für Tag erschallen des Schosar's erschütternde Töne, sie rufen nns zu: Wieder ist ein Tropfen in's Meer der Ewigkeit gesunk.n, wieder ist ein Jahr verflossen, seitdem Tu uns zuletzt gchört, wie hast Du es bi nützt? Werden die Thaten, zu denen Du die flüchtigen Stunden benütztest, einst freundlich, tröstend Dir zur Seite stehen, oder werden sie als finster drohende Ankläger Dir entgegen treten? — Wer vermöchte alle die Gefühle aufzuzählen, welche des Sckofar's Klang in dem Herzen des wahren Juden erweckt. Aber, ach, wie Wenige vernehmen ihn in dem Geräusche und Brausen die'er großen Residenz! Ich will nicht sagen, daß das Judenthum hier keine Vertreter hat — es gibt hier Männer, die an Glanbenseifer und Treue einem Pinchas gleichen; Sie brauchen aber auch nicht lange zu suchen, um ein n Bileam zu finden. Es gibt hier Männer, die es werth sind, das Licht der Welt empor zu halten, dessen Strahlenglanz sich einst über alle Volker ergießen wird, es gibt aber auch wieder Andere, die das Judenthum m-t Füßen treten, und wieder solche, die gar nichts davon wiss n wollen, die nur ihr Name daran erinnekt, daß sie Juden sind. „Sei ein Jeder seines eig'nen Glückes Schmied," sagt ein deutscher Dichter. , Der Weg des Gerechten führt zum Leben, der des Frevlers führt zum Tode," sagen wir. Was mir im Herzen wehe thut, ist, wenn ich sihe, daß die Frommen, Gottesfüechtigen den Bösen Concesbonen machen, w nn ich höre, daß ein Mann von tadellosem, reinem Lebenswandel, von wahrer, aufrichtiger Frömmigkeit, ein Mann von ungewöhnlichem Geiste, ein Streiter 'ügtbs, wenn ein solcher Mann sich herbeiläßt, m-t einem Mn'ch'N Arm in Arm zu gehen der das Jndenthmn und seine wahren Bekenner zertreten, vernichten möchte — wenn er könnte; er kann es nicht und wird es nicht. Der Friede ist viel werth, aber unsere heilige Religion selbst und ihre Erhaltung muß uns über Alles gehen. (Forts, folgt.) England. London, den t. September. Auch hier hat , sich ein Comrls zur Unterstützung der Nothleidenden! in Paläst'na gebildet. An der Spitze desselben stehen Herr Ob.rrabbürer Br. Adler und Sir Moses Monte fio re. Dbser edle Greis hat sofort, und zwar zum Andenken an seine verewigte Gattin, die ihn fünfmal nach Jerusalem begleitet hat, lOO Pfund Sterling (1200 fl.) gezeichnet. — (Nach neueren Nachrichten b läuft sich die Londoner Sammlung bereits auf 728 Pf. St., circa 0000 st.) Rußland und Polen. Warschau, 27.August. In Wilna hat eine Cherem- (Bann) Beschwörung der Juden in der dortigen Synagoge stattgefunden, zu dem Zwecke, die Juden zu bewegen, der Polizei sofort Anzeige von Brandstiftungen zu machen, deren etwa ihre Glaubensgenossen sich schuldig gemacht haben. Palästina. Jerusalem. In Mekka (dem Wallfahrtsort der Mvhamedcmer) war es, wo die Cholera, der leider seinem so viele Opfer gefallen sind, mit einer solchen Heftigkeit austrat, daß ihr 12,000 Menschen in der abgesperrten Stadt in kurzer Zeit erlagen. Was entfliehen konnte, nahm seme Zuflucht zu den Schiffen, welche das rothe Meer bis nach Suez befahren, und benutzte dann die Eisenbahn um nach Cairo oder Alexandrien zu gelangen. Auf dieser Reise allein starben 5000 Menschen. Alexandrien und alle benachbarten Hafen des Mittelmeeres sind abgesperrt. Ein russischer Dampfer, der von Alexandrien nach Beiruth bestimmt war, erlitt Schiffbruch. Fast alle Passagiere, bOO an der Zahl, fanden ihren Tod in dlN Wellen, während sie der Cholera entfliehen wollten. Sowohl die Aschkenasim als auch die Scphardnn versammeln sich fast täglich in ihren Synagogen um neben -lOtn rip'pri verschiedene zu verrichten. Möge sie der Allgütige stets in seinen Schutz nehmen. Hierzu eine Beilage und zwei Extra-Beilagen. Verantwortliche Redaetün: ln. ^ehmonii. — Äeriag der Le Roux'schen Hofbuchhandtung. — Dampf - Schnellpressendruck von I. Goetslcben in Mainz.