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Der Israelit · 1865-09-13 · Heft 37 (13.9.1865) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 37 (13.9.1865)
Date
1865-09-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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9F0 dnr 31. v: M. hat sie Hersch Gelb aus Tropie abgeholt und nach Haule nach L ka gebracht. Als er aber am 1. August die Wahrnehmung machte, daß die Bauern in Leka mit der Absicht umgingen, ihm die Tochter wieder zu entführen, wollte er sie in Neu- Sandec einstweilen unterbringen, und trat mit ihr die Reise zu Wagen gegen Sander an; aber sogleich vom Orte aus verfolgten ihn Stephan Wisniowski zu Pferde und mehrere Bauern zu Fuß über Librantowa. Beim Wirthshause zu Januszowa wurde sein Wagen ungehalten; Hersch Gelb flüchtete sich sammt der Tochter ins Zimmer und versperrte sich darin. Die Bauern, welche in einer Menge von beinahe 60 Mann versammelt waren, erbrachen jedoch das Fenstex und den vorgeschobenen Fensterladen vom Zimmer im Wirthshause, wo sich Hersch Gelb verrammelt hatte, und entführten seine Töchter nach ihrer eigenen Aussage wider ihren Willen, bewachten dieselbe sodann etwa drei Stunden im Hause der Grundwirthin Saracina, und expedieren sie zu Wagen an den Organisten zu Wicloglowy unter Begleitung von fünf Bauern, von wo sie, nachdem der Organist sie bei Nacht nicht ausnehmen wollte, den Begleitern entsprungen und nach Neu-Sa»dec gekommen ist. Während dies in Januszowa geschah, sollen mehrere Bauern aus Leka das Haus des Hersch Gelb in der Nacht gestürmt haben. Die in Neu - Sandcc vernommene Rifka Gelb gestand, das; sie zwar in der Absicht das väterliche Haus verlassen habe, um sich taufen zu lassen um den Bartholomäus Kagut, Sohn des OrtsrichterS aus Leka, heirathcn zu können; das; sie aber später dieses Vorhaben aufgegeben habe, freiwillig zum Pater zurückgckehrt sei, und auch bei ihm und beim israelitischen Glaubensbekenntnisse bleiben wolle, weßhalb solche ihrem Wunsche gemäß unter väterlicher Gewalt belassen wurde. Frankreich. Paris. Der Oberrabbiner J idor. die übrigen Rrbbinen und der Direktor des Seminars haben folgendes Schreiben veröffentlicht: Es ist unsere Pflicht — eins wohlgefühlte und darum theure Pflicht - dem dahingeschiedenen Ober rabbiner Ullmann. ein Monument zu setzen, das wenigstens die Stelle seiner Ruhe ziert und der Nach? welt, den Namen dieses Ehrwürdigen verkündet. Ohne Zweifel, Salomon Ullmann, der in seinem Leben kerne Ehrsucht kannte, würde nach seinem Tode jede Ehrbezeugung gern entbehren; daher muß dieses Monument bescheiden und einfach, nichtsvlstoweniger würdig desjenigen sein, den wir beweinen. W r eröffnen zu diesem Zwecke, eine Subscriplion im Kreise unserer Gemeinde, in der seine Ueberreste ruhen, im Kreise der ganzen franz. Synagoge, deren würdiger Chef er war, und haben die Ueberzeugung, daß alle unsere Glaubensgenoffen, sich es zu einer frommen Pflicht machen werden, hierzu beizutragen. Eine Subscription in ganz Frankreich, um einen bescheidenen und einfachen Grabstein herzustellen! M^etz. Vor einigen Wochen hatte Herr Adoocat Elleser Lambert. Sohn des verstorbenen Oberrabtunen Lambert, sel. Andenkens, vor dem Kriegsgericht einen isr. Soldaten zu vertheidigen, der der De-ertion und Veräußerung seiner Militär-Ausrüstung angeklagt war. Der als Staatsanwalt fungirende Kommandant des Regiments glaubte bemerken zu müssen, daß der Angeklagte, in seiner Eigenschaft als Jude durch den merkantilischen Sinn, der in dieser Nation herrsche, sich dazu habe verleiten lassen, seine Montur zu verkaufen Herr Lambert erhob sich darauf und erklärte, daß er selbst Jude sei, und daß er nicht begreifen könne, wie ein französischer Osficier, in der Gerichtshalle einen Unterschied zwischen Franzosen machen könne, und in dem Cultus eines Beschuldigten einen Anklagepunkt zu finden suche. Er sprach mit einer solchen Energie, daß der Kommandant sich erhob und entschuldigte, indem er erklärte, daß er diese Worte bedaure und zurücknähme. Dieses Ereigniß hat in der ganzen Stadt große Sensation erregt und ist der Gegenstand aller Unterhaltungen geworden. Juden und Christen lobten Herrn Lambert, der erst seit kurzer Zeit die Advocatur übernommen hat, und jetzt schon einen bedeutenden Rang unter den Advocaten von Metz einnimmt. Der Soldat, um den es sich handelte, wurde nur zu einigen Monaten Gefängniß verurtheilt. Voix d'Jsrael. w LL I « « H. Verbilligt Zöglings ans k'l-Lllkreibsi, Delltseklnnä, Lllglnllä bte. HLuptstudisn: lebende 8pr»- und I^lnplan llsbgt Reriebt trallQv. Ldall ^velldb sieb all den kräsidblltell des Vsruvkdtullgsiatlibs ill (kadtzv).

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