Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 37 (13.9.1865)
- Date
- 1865-09-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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527 Thätigkeit hemmen, seinen Beruf unterbrechen, so sollten wir diese Stunde um so freudiger begrüßen, als wir, nach Abzug des Tributs, den jeder Sterbliche der Zeit schuldig ist. noch dieselben sind, und so laßt uns unter dankendem Aufblick zum Himmel mit dem göttlichen Seher sprechen: np „So weit nun hat uns Gott geholfen." Mögen auch unsere Verhältnisse seitdem nicht freundlicher, unsere Stellung nicht angenehmer geworden sein, ja wenn selbst, theils durch die immer mehr vorherrschende Besitz- und Genußsucht theils durch den Abzug der Gelvkräfte vom Lande in die Stadt, die nächste Zukunft sich uns immer trüber stellte, so soll dieses dennoch uns nicht müthlos machen in der Erfüllung unserer Beru.spflrchten. Oipvd Gott hat der Voten viele, die zum Heile der Seinen bereit sind. Und dann miss n wir ja auch, daß von je nicht eine Fülle der Güter cs war, die um einen Angestellten in Israel sich geschaart, ni! t ein glänzendes Loos an Eare, das ein Lehrer in Israel überkommiN, nicht ein großes und weites Haus es war, das über uns rem Haupt sich gewölbt hätte. Seien wir darum bescheiden in unfern Ansprüchen, genügsam in unfern Erwartungen! Unser Beruf ist doch Gottes, und das ist mehr Fülle als Güter, vuhr Ehre als Würde, mehr Haus Gottes als die Wohnungen der Neichen und Großen der Welt. Sehen wir zu, uns N-'chemchast geben za können von un>erin vollbrachten T-gemerk, beharren und harren wir aus in dem von uns übernommenen Beruf, dankend zum Himmel sprechend mit jenes weisen Nabln frommen Worten: 'pdri rirrL'A .->-rrr „Ich danke dir o Gott, daß du meinen Ainheil mir hast angewiesen mit denen, die in den Lehrhäusern weilen." Die besprochenen Themata waren: ) Welche Beweise haben wir aus der heiligen Schrift für die Göttlichkeit einer traditionellen Erklärung? 2) Haben wir außer der heiligen Tradition auch noch Belege aus der heiligen -chriit, daß die Speiseverbote nicht mit der ehemaligen Staatsverfassung und dem Tempel in Jerusalem Zusammenhängen, und welche wären dieselben? Nachdem dieselben mit vielem Interesse durchgesprochen waren, eimgte man sich kick 1) daß a) viele Stellen aus der Schrift auf eine mündliche Erklärung Hinweisen, wie 5. B. M C 12, 2t Jffcna C. 5->, 3. 14 Jeremia 17, 21 u. dal. m.; d) kurze dunkel abgefaßte Stellen wie 2. B. M. 20, 10, C. 13, 9 u. s. w.; e) sich zu wider'prechen scheinende Stellen als 2. B. M. 2. 15 und 5. B. M. 19, 8 u. dgl. m.; ck! überflüssig scheinende Stellen und endlich ck) die gleichförmige Ausübung aller Ceremonialgesctze, was obne mündliche Erklärung n cht wokl möglich gewesen wäre; sck 2) fand man darin sattsame Belege, daß l a) solche Verbote schon vor der Offenbarung auf! Sinai an Noah wie 1 B. M. 3, 4 und den Jsrae-! liten ergingen, als 1. B. M. 32, 33; d) Daniel und! die mit ihm im Exil lebten die Spersegesetze beobach-! teten, und durch Jesaia 66, 17 in seinen W issagungen über die Zeit nach der Zerstörung Jerusalem'^ denen! harte Vorwürfe macht, die die Spersegesetze übertreten. Schließlich bemerke ich noch, daß die nntergehende Sonne zu früh zur Heimkehr mahnt. Man trennte sich, ermuntert und gestärkt durch die vom Herzen kommenden und zum Herzen dringenden Worte des Herrn Conferenzvorstandes. Preußen. « Berlin. Vor etwa 6 oder 7 Jahren zog ein Brauermeister aus Breslau, Johann Hoff, ein frommer Jude, nach Berlin, arm an Geld , das eine unvorsichtige Spekulation ihm geraubt hatte, aber durchaus nicht arm an Geist und Gemüth. Er erfand das jetzt weltberühmte Hoff'sche Malzextrakt-Gesündheitsbier, ein Bier, das wegen seiner Vortresflichkert einzig in der W lt dasteht, auf den Tafeln der Könige Europa's und im Krankenzimmer des schlicht n Bürgers von Paris bis Petersburg, von der Nordsee bis zum adriatischen Meere gesunden wird. Der Mann ward nach einigen Jahren Millionär, trotz der vielen Wohlthaten, die er unter Juden und Christen in reichlichem Maaße übte und trotz der vielen Stiftungen, die er zu milden Zwecken gründete. Sein Malzextrakt-Gsundheitsbier, das s?br bald in zahlreichen Krankenheilanstalten mehrerer Länder zur Erquickung uud Stärkung der Kranken und Neconvalescenten eingeführt ist, wurde im letzten deutschen Kriege vielfach angewandt, und wi.kte wunderbar. Herr Hoff zeigte sich, wo es darauf ankam, die Leiden des Krieges zu mildern, ganz besonders freigebig, sowohl bei dem preußischen als dem österreichischen Militär. In seinem Vaterlande erhielt er die goloene Hohenzollerische Verdienstmedaille mit der Inschrift „kans msraMi^ tzdem Verdienstvollen), d r Kaiser von Oesterreich ließ ihn p rsonlich vor sich kommen und heftete ihm den goldenen Verdienstorden mit der Krone an, indem er sagte: „es macht mir eine besondere Freude, einen solchen verdienstvollen Mann auszeichnen zu können". Herr Hoff gehört vielen als immerwährendes M tglred an: seine Frau, ebenso wohlthätig gesinnt, träzt, ungeachtet des immensen Neichthums, keinen gold nen Ring am Finger, ißt Montags und Donneiftags nur Milchspeisen, in Folge eines aus früherer Zeit. Er selbst unterstützt vorzugsweise das orthodoxe Judenlhum, dem er mit ganzer Seele ergeben ist. P. Berlin, den 1. September. Professor Or. Robert Nemak ist am 29. August im 50. Lebensjahre,