Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 37 (13.9.1865)
- Date
- 1865-09-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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536 richteten. Von der heiligen Stadt wurde es jedoch nach Babylon geschickt und von dem Gaon Jacob Cahna aus Sura beantwortet Don Babylon nach Palästina znrückbefördert, kam es erst nach einigen Jahren nach Deutschland. T er verstorbene sehr gelehrte Rabbiner Bawberger ans Worms, der dieies alte Gutachten in einer Handschrift fand, veröffentlichte es mit gelehrten Anmerkungen. E. Carmoly. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Corresponderrzen. Deutschland. Mainz, den 8. Sept Tie von uns nach Amsterdam zur Linderung der Hungcrsnoth in Palästina übersandten Summen belaufen sich bereits auf mehr als IH ttQG fi.z daselbst sind im Ganzen bis jetzt 40.(00 fl. emgeaanaen und waren schon bis zum 5. September 68 VVO Fcs nach Palästina a-sandt worden. Wir wollen bei dieser Geleg-nheil die ehrenwer Herr Gabbaim für darauf aufnierksam machen, daß sie gef. Sorge tragen, daß die gewöhnlichen Sammlungen für dm Lüwohner des b. L. durch diele Ertrasammlnug nicht Schaden nehmen; es würden sonst viele Familien, deren Lebensunterhalt auf der ge wohnlichen Chalnkab beruht, in schlimme Verlegenheit geralhen. Hoffentlich werden diese i ege!mäßig-n Sammlungen, da das Interesse f >r die Bewohner deS h L. der vitlen ehedem Indifferenten einmal angeregt ist, künftighin sich nur noch steigern und st tS günstigere Resultate erziel'n. g-w' Leipzig, 1. September. Die frühere Engherzigkeit Eeiuns unserer städtischen Behörden und des HandelSvorstandcs bei Ausnahme jüdische- Firmen in unseren Vürgerverband hatte vor 15—rO Jahren unsere Hand-tlSverhältnisse so beschädigt, daß wir heute roch die Spur-n empfinden. Ein sprechendes Beispiel liegt uns noch aus jener Zeit in dem Veriahmn gegen das schon damals allgemein geachtete Bankhaus H. C Pta nt vor, gegen dessen Aufnahme förmliche Strrm,Petitionen Seitens der KanfmannscbMt losgelassen wurden. Rur eine rühmliche Ausnahme machte der in jeder Hinsicht hochherzige G. Harkort, der leider heute zu früh für uns begraben wird. Beschämt gestehen jetzt die Gegner Plaut's, daß sie sich geirrt haben. Tieses ehrenwerthe Haus hat namentlich in kritischen Z'iten durch seine reichlichen Fords und Coulanz der hiesigen Handelswelt viel g« nützt, und durch den bewährten Wohlthätigkeitssinn in der Stadt segensreich gewirkt. Heute macht der Stadlrath Leipzigs bekannt, daß die Inhaber der Firma H C-Plaut zur Erinnerung an die vor fünfzig I ihren erfolgte Begründung ihres Geschäfts lOOrOTHlr. den Armen geschenkt haben, deren Zinsen jährlich halb an christliche, halb an jüdische Arme vertheitt werden sollen. (In Berlin und in Nordhaufen Hot das Bankhaus bekanntlich gleich hohe Geschenke an die Armen gespeudet-j Mittwitz (Oberfranken), den 23. Ang. Daß wir noch zu jeder Zeit liberale und edeldenkeiwe Menschen finden, möge folgende Thatiache bezeugen. In Oberlangenstadt k. B Kronach in Obersrank'n besuchte vor einigen Tagen der dortige Frhr. von .Mosberg die Synagoge. Der isr. Lehrer begleitete rhu. und zeigte ihn: ans ausdrückliches Verlangen die 0) sitzroaen und verschiedene alte Bücher. Unter letzteren befand sich auch eine alte Pergnment-wlle, worauf ein Gebet für den verstorbenen Frhr. v K., den Großvater des jetzigen Herrn Bmons, geschrieben stand. Darüber höchst verwundert erklärte ihm H. L. K., daß dieses Gebet wöchentlich in der Synagoge verrichtet werde, da sich der verstorbene Herr Baron bei ker isr. Gemeinde dadurch unvergeßlich gemacht, daß er den Platz, worauf die jetzige Synagoge gebaut ist, nicht nur unentgeltlich hergegebn, sondern dieselbe auch in jeder Bezn hung unterstützt hatte Aus dieses hin äußerte sich der He r Baron mit folgenden Worten: hat me n Großvater dies Alles geth.m, so will auch ich Etwas für die Synagoge thnn. So'o t wurde ans dessen Befehl der Maurermeister herbeig.rufen, der Niß ausgezeichnet und die Synagoge, die ohnehin in mangelhaftem Zustande war, fft jetzt in den: Stadium, neu rustaunet zu werden. Möge der Herr diesem edlen Menschenfreunde, sowie seinem ganz-.n hohen Hause seiwn Segen tausendfach verleiben und seine humane Th rt vergelten; und mögen sich die Finsterlinge daran ein Beriprel nehmen, dann wird jeder cons,ssionelle Ilntewchied und jeder cousesstouelle Haß in unserm gel. Vayernlande schwinden. Maier Grünblatt, israel. Lehrer in Mittwitz. Don dev Rtzön. Am 15. dss. Mts. wurde die jährliche Lehrcrconferenz des Nl-onbezirkes bei dem Herrn Distrikts Rabbiner Wormser zu Gerste ld abgehalten. Bevor dre gegebenen Themata be- 'procheu wurden, h elt der Conserenzvo: stand ungefähr folgende Ansprache an die versamnrelten L'hrer: M. Sr l es ist jetzt e,n Iahe verflossen, seitdem wir zu gleichem Zwecke beisamm n warm und wenn man bedenkt, welche Veränderungen in einem Jahre mit den: Menschen Vorgehen können, welch ein Gemisch von trüben und freudigen ErsHeinungen jp dieser Zeit nicht selten an ihm vorüberzicht, von denen viele seine