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Der Israelit · 1865-09-13 · Heft 37 (13.9.1865) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 37 (13.9.1865)
Date
1865-09-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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525 1283 zerstört wurde. Die umständliche Erzählung dieses Baues ist interessant. Ein Mann Namens Samuel den Salomon und dessen Ehefrau Belt schenkten der Gemeinde ein Grundstück und ließen daraus ein Gotteshaus bauen. Alle Mitglieder der Commune, deren Namen der Nachwelt überliefert wurden, wetteiferten mit dem großmüthigen Ehepaar. Besonders zeichneten sich fünf Hausväter in ihrer Freigiebigkeit aus: Mar Jechiel, Salomon ben Eliakim Ha-Levi, Jsaac ben Abraham, Abraham ben Jsaac und Alexander ben Moses ha-Cohen. Der Erste baute die Frauen-Synagoge und das Frauen-Bad (niPL.-i); Der Zweite den Almemor (7iL'27i) von gehauenen Steinen und die Gcwölbbogen der Mauern (.-IL1N2 N1L"2); Der Dritte den mit schönen Steinen belegten Fußboden (nsLi.-i); Der Vierte das Gitter (LU2-7i) vor der heiligen Lade; Der Fünfte endlich die Kanzel (l-iL.-i) *), von feinem Holz geschnitten. In dieser Synagoge wurden Gebete in altfranzösischer Sprache vorgetragen, wie z. B. das solgende, das der Verfasser Seite 47 erwähnt: L7I^2X-! O'p 'ülbLU '1 -L'L"! L^2P7I L'2l 121 -,2 LN'pb "IX 'P,2PP'1 Pils' :;-I^ P2 L'P'UL Lp N->L'Lp 2'L '2 „Gedenke Gott der Seele des N. Sohn von N., wie der Seelen Abraham, Jsaac und Jicob, weil er so und so viel sür den Friedlich hintertassen hat. Für das, was er that, möge er gedacht werden mit den Frommen im Paradiese." III. Moses Ha-Saken. Mainz, der Mittelpunkt rabbinischer Gelehrsamkeit im 10. und 11. Jahrhundert, verdankte seine Größe Karl dem Großen, der zweimal kundige Rabbinen aus Italien nach dieser Stadt versetzte Das erste Mal, un Jahre 787, brachte er aus Lucca in der Lombardei Moses Ha-Saken, wie Elasar aus Worms in seinem handschriftlichen Commentar zum Gebetbuche berichtet. Seine Worte lauten, nach einem Manuscript der Kaiser!. Bibliothek in Paris (aneiau Vonäs, l^o. 174; PNA6 9 verso) und einer Handschrift der Bodleiera in Oxford (Collect. Oppenheim Nr. 891 F. Seite 4): „In den früheren Tagen, wenn man hieher gelangte: „„Und lobpreisen dem *) Anm. der Red.: bedeutet gewöhnlich den Almemor, was hier jedoch nicht möglich, da!->Q'2l1 besonders erwähnt wird. Namen deiner Herrlichkeit,"" so erhob sich der Vorbeter und fing gleich an: Hoch gelobt ist dein Name. Als aber N. Moses aus Lucca, Sobn des N. Kalonymos, zur Zeit des Königs Karl nach Mainz kam, Uhrte ec seine Zeitgenossen hier dis: Und seinen Namen einig sein, fortzuitzen. Denn N. Moses war ein großer M rnn in fernem J rhryuuderte, und nichts war ihm verborgen. Er ist der N. Moses Ha-Saken, der dss Gebet Emath norothecha verfaßte, der S hüler N. Aaron's, Vater aller Mysterien, Sohn des R- Samuel, Nässt in Babylonien, das Andenken des Gerechten sei gesegnet!" Dieser Bericht des Elasar aus Worms wird von Salomon Laurier in seinem Gutachten Ne. 29 bestätigt; das Datum jedoch 8l7 statt 787 rst ein Druckfehler. Das Gebet Moses Ha-Sakcn, das sich in der deutschen Lithurgie befindet, ist ein Gedicht über die Befreiung der Israeliten aus Egypten: Schreckensvolle Thaten yast Du iu Zoans Gefilden ausgeübt, Als der Thor sich erfrechte den ^'wten von Dir gesandt, zu verspotten. Du hast ein Volk aus einem andern Volke durch Wunderzeichen herausgenommen, Dein Wort zu erfüllen, das Du dein Patriarchen zugesichert. Der Uebermuth des Stolzen verhöhnte Deinen Gesandten; Er lästerte: Wer ist der Gott, der dich gesandt? Da ließ st Du zornig Grimm und Wach über ihn richten, Gezwungen war man, zu thun, was Du ihm geboten. IV. Kalonymos aus Lucca. Im Jahre 800 war Karl der Große in Mainz auf dem Wege nach Italien; er hatte dort wahrscheinlich Moies aus Lucca, seinen Günstling, empfangen, dessen Sobn Kalony nos rn Nom lebte. Denn bet seiner Rückkehr aus Italien im Jahr 80l brachte der Kaiser diesen Gelahrten von Nom mit, wie Joseh ha Cohen im Emek Ha-Bacha, Seite!3 berichtet. Es war dieses zum zweiten Male, daß Karl der G oße einen gelehrten Rabbiner von Italien nach D uttschlaud verpflanzte. Kalonymos von Lucca hat sich durch Gründung von Nabbin uschulen am Nheinuser, denen er Vorstand, ein bleibendes Andenken gestiftet. D.ese Schulen halten keine Beziehung zu den babylonischen Jeschiboth, sondern strnden mrt den palästinischen Academien in Verbindung, wie es die italienischen Nabbinen seit Jahrhunderten gewohnt waren. Wir besitzen noch ein merkwürdiges Gutachten, das die rheinischen Schulen unter Leitung von Kalonyinos aus Lucca, um's Jahr 80ü, nach Jerusalem

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