Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 37 (13.9.1865)
- Date
- 1865-09-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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524 zu den Ziegeleien Egyptens. Kurz war der Athem, getrübt die Hoffnung unsrer Sclaven-Vorfahren am Nil. Der heurige Tag entzog den pharaonischen Vögten die Strafruthe. Bis hierher und nicht weiter sollte die egyplische Tyrannei ihr frevelhaftes Wesen treiben. Der König aller Könige zeigte endlich der Gottvergessenen S.'lbstvergöttlichung Pharao's, was es heißt: „Ich k-mne keinen Gott." Der eiste Tag in T'schri, der himmlische Gerichtstag, svrach frei unsere Voreltern von mizri'scher Unterjochung; denn „Meine Knechte seid ihr", spricht Gott. Das himmlische Joch sollte von nun an allein sie zu Gatt verbinden. Wie steht es heute um Dich. Du aus Egypten befreites Israel mit dem himmlischen Joche? Beugst Du Gottergeben noch heute zu ihm den Nicken? Oder b st Du unter das Joch der falschen Aufklärung, der innerlich wurmstichigen modernen Religionslosigkeit gerathen? Heute hält Sitzung das himmlls.be Gericht über Dich. Der Ankläger beleuchtet Deinen Sündenweg mit dem „Sonnenlichte", wenn auch Deine nächtlichen Vergehen der „Mond" verdeckt hält.*) Der Schofarruf mahnt zur Umkehr. Der Schofarruf will bewält gen Deine Willenskraft zur aufrichtigen Verfolgung des sinaitischen PQL'V Der Schofarruf tönt h nüber bis zum eiustigen Auferstehen der Todtcn. Gehe ein mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele zur Buße, auf daß aufgehe mit dem Frühmorgen des ersten Jahrestages die himmlische Gnaderssonnö, und das Himmelssirmament die lichten Worte niederspiegele: mron! (Fortsetzung folgt.) Nie Juden M Main) im Mittrtattrr. i. Das alte Memorbuch. Die Memorbücher der Synagoaen sind die reichhaltigsten Quellen der jüdischen Geschichte im Mittelalter. Wir haben daher eine besondere Aufmerksamkeit diesen Gedenkbüchern gewidmet, und waren so glücklich, eine gewisse Anzahl davon zu sammeln. Unter diesen zeichnen sich besonders drei davon aus i das alte Memorbuch von Mainz, das alte Memorbuch von Metz und das allgemeine Memorbuch von Deutschland. Wir werden später aus die zwei letzteren zurückkommen, hier wollen wir nur über elftes berichten. Dieses Memorbuch ist ein Codex auf Pergament in groß Quart geschrieben, der über 275 Doppelseiten enthält. Es sind aber hie und da Blätter herausge- *) Anspielung auf die betreffende Midraschstelle. schnitten, hier und dort fremde Blätter hineingesetzt worden, namentlich aus dem Memorbuch von Nürnberg, über die Märtyrer dieser Stadt im Jahr 1349. Die Handschrift wurde 1296 von emem geübten Schreiber, Namens Jsaac ben Samuel von Meiningen, begonnen und 1470 von verschiedenen Scribenten fortgesetzt. Jsaac von Meiningen, der ein gelehrter Historiker war, bereicherte st ine Arbeit mit einer rw.n -nr,-" dp crairuri die eine genaue Beschreibung aller Verfolgungen der Israeliten in Europa bis zu seiner Zeit enthält. Wir haben diesen Theil der Handschrift besonders binden lassen Das Memorbuch selbst hat er pddf dSO, Gedächtnißbuch. betitelt und mit folgender Überschrift versehen: ld'sielT, .1'dOV2'"!1 D Ql'2 rHnd l^dd p'l °pr>2l PL'L'2 kVFIN.I N'Id dds^.-ld d.lpr! W1PQ.-I nwddl Hd p-ldl n : L7H-I w'1",22 dttlvL? ->I j7NL' /,Jm Jahre 57 zur sechstausendsten Jahrzahl, am Donnerstag den 18. Kislev (den 15. November 1296), sing die Gemeinde mit Lust und Freude Ln der neuen Synagoge zu beten an. In demselben Jahre schrieb ich dieses „ Gedächtnißbuch" zur Ehre des Schöpfers und zur Ehre des neuen Heiligthums. Jsaac ben Samuel von Meiningen." Aus den früheren Gedenkbüchern hat der Verfasser zuerst Alles, was ihm interessant schien, bis zur Verfolgung der Juden in Mainz .m Jahre 1283, herausgezogen. Nach diesen Fragmenten kann man sich ungefähr einen Begriff von den Verhältnissen der Israeliten in Mainz vor 1283 machen; denn sie handeln von der Erbauung der alten Synagoge und von deren Beamten, vom Friedhof, von den wohltätigen Gesellschaften, den Lehranstalten, von der Gemeinde- Bibliothek, von den Verfolgungen, den Märtyrern u. s. w. Cs fehlen jedoch dabei alle Daten und genauen Zeitangaben, wie sie in dem neuen Memorbuch von J'aac von Meiningen und in der Fortsetzung einiger seiner Nachfolger beachtet wurden. UebrigenS zerfällt das Memorbuch in zwei Abteilungen, die wir in zwei Bände einbinden ließen II. Die sechshundertjährige Synagoge. Frühe schon ließen sich Juden in Mainz wie in den übrigen Rheinstetten nieder, aber die Geschichte ichweigt über ihre Schicksale dort vor dem 7. Jahrhundert. Wahrscheinlich kamen nur einzelne Israelit, n dahin, und erst im genannten Jahrhundert siedelten sie sich in größerer Anzahl dort an. Um^s Jahr 680 wurde die erste Synagoge in Mainz gebaut. Es ist dies die sechshundertjührige Synagoge, die