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Der Israelit · 1865-09-13 · Heft 37 (13.9.1865) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 37 (13.9.1865)
Date
1865-09-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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523 rur Aburtbeilung am ersten heute gelangen. Bald halte die tätige Verführung den ersten Sündenfall h.'rbeigesührt, aber zu spät mar die Neue. „Aus Stand bist Du und zu Staub sollst Du wieder werden" bestel lte für Adam und seine Nachkommen das ewige Gottesurtbeil. Und, so tritt alljährlich das staubgeborme Geschlecht an diesem Tage heran, um l sein Unheil, aus Gottes Hand zu empfangen. Wehe! l wenn es sich der Verführung prersgegebeu oder gar i seUst d s Handwerk der o-rs ich er riechen Schlange sich > angeeignet Webe! w nn Du wähntest, vernünftiger? zu sein als Gott selbst. Wehe! wenn Du Gottes Wort in arglistiger W ne nach Art der -^ina l deutest. Die Augen werden Dir erst aufaehen, wenn i Du sie schlreß-st, unr sie nie wieder zn öffnen —! Die Erinnerung, vn, sübrt Dieb ferner nn > dis Wi-'ge Abrahams und Jacobs. Am Tag ' im Trsä'ri hotten sie das Licht d r Welt erblickt, i Glücklichster der T-g! Die E kenntniß und die Ledre! vom ein gen Gotte batte an dies-nn Taue die ersten! Träger emiel en gefunden. . Die Jüd nh. it hat an! diesem hacherbab-nen Tage ihre erste Wurzel geichla. gen, Judenthuul und Juden eit sind am I. Tag Tiichri j w.e glanzende Sterne am Völkerbimmel erschienen, haben die grauen N lr l des Heiden!bums gebrochen! Freue Dich, glaubenstreuer Sprosse Abrahams, dieses! Tages. Fühle Dich aber auch eins mit dem Erzva- > ter, zn streben nach reiner Ekem.tn ß. Unt riuche aber z auch Dein Inneres und Deinen bisherigen Lebens-! gang, ob Da ems mit ihm geblieben. Ni am wohl i zu Herzen, wo Du von Abrahams W g abge.rrt. l Heute ist himmlischer Gerichtstag. Zehn Versuchungen ' hat Urvater Abraham glücklich bestan en. Ans m lj chen bist Du klar nnd rein hervorgegangen? Laste l diese Frage ernst und imiigst dringend an Dich heran-! treten Verfolge sie bis zu den g-hermsten Falten > Dein's Herzens. Wenn noch zchn Gerechte in der! Stadt sind, wenn noch zehn gute Gedanken Dich de-! herrschen und in Dir wohnen, wirst Du gerettet. j Sie, die Erinnerung, führt Dich ans den Berg! Moria, da stehst Du Jsak gebuuden ailf den Opfer-! hölzern Dabei steht der greise, von Gottesliede und l Gehorsam entstammte Vater, das Sch ladt messer ge- > zückt, seinen einzigen, seinen gelebt n Svl-n Go:t zu , opfern. Am Vollbringen rref em Engel: Halt em! i tbue Deinem Sohne nichts zn Leide. Nunmehr sehe s ich, das; Deine Liebe, Dein Gehorsam zu Gott unre- ' grenzt sind. — Das Lchofar richtet heute die wohl-! berechtigte Frage: Bist Du in der nnzwerdutigen Liebe,! in dem hingehend:n G borsmn Deinen Urvätern gej folgt? Hast Du Dich. Dein Liebstes, Den Geld, mit! ungetheütem Herzen, mit williger Seele zum Opfer bereit erklärt? Oder mit kaufmännischer Berechnung erst den Vortheil oder Nachtheil erwogen, der aus Deiner Opferthätrgkeit entspringen könnte? Em himmlisches Gericht urtheilt heute über Deine Liebe und Deinen Gehorsam Zu Gott. Kannst Du nicht bestehen, fühlst Du schlottern die Kniee ob Deines Standes vor denk suche auf die Allgnade des Herrn, fUhe um sein hinweisend auf die rimpp. — Abermals leitet Dich die Erinnerung des heutigen Tages in das Zelt der Erzmutter Sarah, zu der unter freiem Himmel betenden Nachel, nach Schiloh in das!in72, n den dem altersschwachen EU und zu dem die Lappen bewegenden Weibe Chaunah; den Schmerz über Kinderlosigkeit schüttete sie ans vor dem AUHerrn. „Gib mir Kinder" .'c., „den Sohn, den Du mir gibst, will ich Dm, Allgnädiger! weihen." Der heutige Tag verlach ihren Multerwünschen Erhörung. Ihm verdanken wir einen Imk, einen Jos pH, einen Samuel. Erhörte Dich, 0 israelitisches We:b! der All-rbarmer und Du b.ft glücklich genesen erms holden Kuäbleins, eines gesunden Töchterleins, hast Du die Gebmt geweiht mit d.m Versprechen, sie den. D enste Gottes zu weihen? Sie zühl.n schon nach Monaten, nach Jahren — wärest Du stets eingedenk d.eser Schuldigkeit? Hast Du treue Wache in der Kindererziehung gehalten, daß der Verführer Jismael entfe nt und Deine Kinder in Liebe und Ehrfurcht Gottes erhalten werden? Heute ist himmlischer Gerichtstag und Deine K uder gehen wie junge Lämmer unter dem Stabe des göttlichen Hirten hindurch , kannst Du den Jammer überdauern, wenn sie blutgezeichnet oaraus hervorgmgen? Höre auf den Mahnruf des Schofars. Noch ist die Gnade Gottes nicht zu Ende. Hole das Vmbäumte nach, laß Dich ixlebreu von Sarah, Nachel und Channah. für Wen man Kinder erzieht. Dein Mutterwort lasse stets walten, um ne zu frommen Israeliten, zu biederen Israelitinnen heranzuvilden. Sie, die Erinnerung, stellt Dick am heutigen Tilge vor die dunklen P'vrten von Potivhars Kerker. Heute wurden sie gesprengt. Der unschuldige aber standhafte Joseph Zieht ans sein Gefangeuschastskleid, königlicher Pin pur umwallt ihn. Erniedrigung, Verfolgung, Verführung waren der Lohn -er Unschuld Josephs. Verlass il von Vater und Mutter, verstoßen und verkauft von den neidischen Bindern, trotzte er der verführerischen Herrrn: „Wie sollte ich eine so große Sünde vor dem Allgegenwärtigen begehen?" Du bist frei und frank, Dich schützen gute Gesetze vor Verfolgung. Haft Du der verführerischen, rosig scheinenden Genußsucht je einen Widerstand entgegengesetzt, mit den Worten: „Wie kann ich vor dem Allgegenwärtigen eine so große Sünde thnn?" Nicht Potiphars Kerk.r, sondern die unbändige Leidenschaft hält Dich in ihren Krallen gefangen. Sprenge heute wie Joseph die ll fort.'n ihres Gefängnisses nnd der hellstrahlende Purpur himmlischer Huld und Gnade wird Dich umgeben. Endlich winkt freundlich die Erinnerung zurück

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