Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 36 (6.9.1865)
- Date
- 1865-09-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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508 o-t zu befördern. Das Verzeichniß der Gaben und Geber soll später veröffentlicht werden. I. Ettlinger, Oberrabbiner." Wie leicht denkbar, sind bereits namhafte Beiträge gespendet, die hoffentlich eine recht ansehnliche Höhe erreichen werden.— Außerdem wird '"a 21.-1 in der morgen zu haltenden Rede dieser hochwichtigen Angelegenheit Erwähnung thun. ^ri 1^2.1 '-211 I--) W .. r. Frankreich. Paris. (Jüdische Briefe von Albert Cohen.) (Fortsetzung). Dieses Jahr (1840) war es, in dessen ersten Monaten die so oft zu Judenhetzen benutzte Verleumdung, als hätten die Israeliten zur Feier des Peiachfestes Christenblut nöthig, von Neuem auftauchte. Du lachst, mein theurer Sohn, wenn Du diese Worte liesest, aber viele Familien mußten leider darüber weinen, und vereint mit ihren Thronen floß ihr Herzblut, um diese ungerechte Beschimpfung und lächerliche Anklage abzuwaschen, mit denen man das alte und ehrwürdige Gesetz Israels zu beflecken suchte, welches im Gegentheil jeden Blutgenuß auf's Strengste untersagt. Ein Priester, der zugleich auch Arzt war, wurde in den ersten Tagen des Monats Februar 1840 zu Damaskus ermordet Nach und nach verbreitete sich das Gerücht, als seien die reichsten Juden dieser alten Stadt die Urheber des begangenen Verbrechens, um zum Pesachfest im Monate April das nöthige Christenblut zu haben. Der erste Brief kam gegen das Ende des Monats März in Paris an. Ich er nnere mich noch genau des Augenblickes, in dem ich mich zu dem berühmten Advocaten Cr.^mieux begab, um ihm, nachdem ich den in hebr. Sprache verfaßten Brief ins Französische übersetzt hatte, die nöthigen theologischen Elemente zu liefern. Er hatte die Güte einen Artikel voll der heftigsten Vorwürfe und der größten Indignation über eine solche Infamie zu schreiben, der im „Journal des Debats" veröffentlicht wurde, und großes Aufsehen erregte. Die Netze unserer Feinde waren jedoch fein gesponnen; man wollte nämlich die Gereizheit in Frankreich über die politische Jsolirung dieses Landes in der Frage des Orients mit der Wiedergeburt des Christenthums in Syrien Zusammenwirken lassen. Aber wenn die Kirche den Grundsatz aufgestellt hat, daß „das Blut der Märtyrer die Aussaat der Religion sei," so hat das Judenthum in den vielen Jahrhunderten seiner Unterdrückung ebenfalls dieses Axiom nicht verworfen. Die Verfolgung steht Israel nicht schlecht an, denn dadurch wird die Festigkeit seiner Überzeugungen noch gesteigert. Alle Schleusen wurden aufgezogen um das Verbrechen dieser reichen Männer aus Damaskus an der Person eines unglücklichen Priesters, der, wie alles den katholischen Cultus betreffende, unter französischem Schutze stand, an die Oeffentlichkeit zu bringen. Muhamed-Ali war nicht allein Vice-König von Egypten, er war zugleich auch Stadthalter von Syrien. Die Türkei war durch die erlittene Niederlage geschwächt, und hatte anstatt des muthigen und energischen Sultans Muhamed, seinen jungen und schwachen Sohn Abd-ul-Medjid, an ihrer Spitze, der die Gabe, klar in diese dunkle Affaire zu sehen, um die Bosheit der Ankläger zu erkennen, nicht besaß. Da ich den größten Theil der Originalstücke noch besitze, und erst vor einigen Monaten in Damaskus war. wo ich noch mehrere lebende Zeugen dieser Verleumdung antraf, will ich Dir, mein theurer Sohn, und den jungen Leuten Deines Alters, zu Eurer Belehrung, alle Thalsachen erzählen, die damals die Herzen der Juden in allen Ländern bewegten, und die den Juden der Jetztzeit die erste Gelegenheit geboten, wie eine vereinigte religiöse Körperschaft zu handeln. Ich werde dabei die Ruhe beobachten, mit der ein seitdem verflossenes Vierteljahrhundert über diesen Gegenstand zu sprechen zuläßt, und bestrebt sein, gegen die Menschen und Verhältnisse so gerecht zu sein, wie es nur einer sein kann, der die Kenntniß aller Details dieser finstern Affaire besitzt. (Fortsetzung folgt,) Palästina. Zefath Unlängst erregte eine Räuberbande, durch ihr freches Auftreten in der nächsten Nähe unserer Stadt, großes Aufsehen. In der Nähe von Nablos (dem allen Sichern) wußte sie eine Anzahl Hirten, die sich in ihren Bergen zur Wehre setzten, aus ihren sicheren Stellungen herauszulocken, worauf sie dieselben entwaffnete, die Heerden mit sich fortsührte und ebenso schnell wieder verschwand, als sie erschienen war. Die Heuschrecken, die in großer Menge vorhanden waren, fraßen alles Genießbare auf. Die Paschahs verordnten, daß jede erwachsene Person täglich 3 Pfund dieser Jnsecten an bestimmter Stelle abliesern mußte. Merkwürdig ist die Wahrnehmung, daß die, mit denselben beladenen Esel größtentheils starben. Verantwortliche Redactirn: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf-Schnellprefsendruck von I. Gvttsleben in Manu. Hierzu zwei Beilagen.