Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 36 (6.9.1865)
- Date
- 1865-09-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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506 weilen zu decretiren. Die Gemeinden, welche jetzt Wahlen von Vorsängern oder Vorbeiern vorzunehmen haben, z. B. Buchau, Jebenhausen rc. sind durch die Uni stände schon von selbst in die Nolhwendigkeit verletzt, beim Ausschreiben der Stellen, um Candidaten zu gewinnen, die Besoldung auf 5—600 fl. zu fixiren. Lübeck, 25. Ab 5625. Diese geschätzte Zeitschrift brachte Nr. 33 x. 457 von hier einen Bericht, dessen Ton die hiesigen Leser nicht wenig befremdete. Wenn der uns unbekannte Correspondent die Teilnahme israel. Jünglinge an dem Turnerfeste sarkastisch besprechend, so hinsttllt, wie wenn dieselbe gewissermaßen mißliebig ausgenommen worden wäre, so müssen wir mit Nachdruck entgegensetzen, daß die Mitwirkung unserer Glaubensgenossen bei dergleichen Exerciticn, sowie 3er Wetteifer der Israeliten in Allem, was Gewerbe, Handel, Kunst und Wissenschaft fördert, solang sich solches Streben und Wirken innerhalb gesetzlicher Schranken bewegt, von uns, wie allgemein, als integrirende Zwerge des gewürdiget werden, von welchem unsere Weisen lehren tt"O Op O."O OL'. — Wo keine hindernde rcligionsgesetzliche Schranke vorhanden ist, wozu sollte es einer Absonderung, eines Ausschlusses unserer Religionsgenossen oder einer Verkümmerung des Lebensgenusses bedürfen l Wenn es ferner auch wahr ist, daß unter den am zahlreich einziehenden Truppen froher Turner mehrere Israeliten sich befanden, so Hütten doch eher diejenigen Turner in diesen Blättern Erwähnung verdient, die, um nicht OLL', d-Ov sein zu müssen, sich schon p'L'p rechtzeitig hier einfanden und schon zu OMO in der Synagoge anwesend waren. Mehrere israel. Turner blieben rrn; noch in Hamburg und stellten sich hier am Sonntag Morgen ein. Einer derselben (aus dem Hannoverschen) versäumte sogar während des ganzen dreitägigen Festes weder zu O'-iOL? noch zu L'-pLi nn'2 den öffentlichen Gottesdienst. Als Montag Morgen nach Beendigung der Andacht aus dem Rückwege von der Synagoge Jemand die Frage an ihn richtete: „Kommen Sie auch nicht zu spät auf den Fesiplatz, da schon vor 2 Stunden das Signal zur Versammlung ertönte?" so antwortete derselbe ganz naiv: „Ten v>O->' ^O werden sie mir nicht wegnehmen, und nehmen sie mir ihn, so bekomm' ich ihn nächsten O,"'tt OLL: zu O'^OL: wieder." Wie demnach an OLL' so fehlte es auch an solchen nicht, die sich bei Israeliten einquartirten und dort OL>L - Kost reichen ließen. Ob nicht viele der munteren Gymnastiker tief unter ihrem Turnerwappen auch ein pLOtt rvL^L trugen, wird Correspondent nicht untersucht haben. Wir sind geneigt und gewohnt, immer das Bessere vorauszusetzen. Der Rechtsgrundsatz: yuilidet lrvuus ckvuee prolretar oontrarium ist VON rein jüdischer Natur.*) Ob die anderen Turner ihre Aeußerung über ihr Glaubensbekenntniß, wie es die Neuen allerdings häufig im Munde führen, vom Correspondenten haben zu Protokoll nehmen lassen, bezweifeln wir gewiß nicht mit Unrecht. Ohne alle Verbindung fügt, der Correspondent, seiner Turnernachricht eine kurze Bemerkung über das nahe, darin nicht mit Namen bezeichnet« Moisling hinzu, wie wenn auch die gymnastischen Uebungen täglich die dortigen und andere O'OL '^pL hinderten, ein zu bilden. Vielmehr liegt der Grund dafür, daß außer u"n"L' und außer 'Q' ,O','M O'OiL ,OL^O ,O"O O"'p: rvO's'O an den gewöhnlichen Wochentagen sich dort schwer ein zusammenfindet, in dem Umstande, daß die' Geschäftsthätigkeit der isr. Bewohner meist nach Außen gekehrt ist, von denen jedoch bald dieser, bald jener an ->:LLL OdLO in der Stadt participirt. Dort herrscht die strengste religiöse Gewissenhaftigkeit und das rege Bestreben, sich im Rückblicke ans ihre vormalige Zahl, Ordnung und Bedeutung ferner als Gemeinde zu erhalten; dort wohnen noch etwa 20 jüdische Familien, welche die zur Entschädigung für den Verlust des städtischen Wohnrechts 1K27 aus Staatskosten erbaute Synagoge, den Friedhof der Gesammtgememde und eine Neligions- und deutsche Elementarschule (mit freilich nur'noch ungefähr 20 Schülern) noch gegenwärtig besitzen. Bei der Denkseier des 25jährigen Bestands der Synagoge zu Moisling hob der derzeitige Rabbiner hervor : „Vier Jahre vor der Erbauung ergriffen die damaligen ausgetriebenen isr. Bewohner der Stadt den Wanderstab und gingen gesenkten Mulhes und Hauptes (-pLO OLL: id') über die Trave die Anhöhe, auf welcher Moisling liegt (tt'O Oi'L' ''dp) hinan Ott 'rwLp 'dpvL 'L OIO sOL'O und nun sind cs abermals 4 Jahre, seitdem die Halste der Gemeinde-Angehörigen ihre Wohnung wieder in der Stadt anfgeschlagcn hat, und dort wieder eine Gemeinde gründet, ohne daß die Landgemeinde dadurch ihren Character als solche oder ihre Einrichtungen und Anstalten verloren hätte. Vielmehr freuen wir uns mit lauten: Danke vor dem allmächtigen Lenker der Dinge mit des Stammvaters Jacob folgenden Worten: O^Ov ':L'L 'O"O OOP' :c. Jetzt freilich hat sich jene Hälfte bereits mehr als um die Hälfte dadurch vermindert, daß die Mitglieder in die Stadt übersiedeln. Der Zuwachs unserer Gemeinde durch gediegene Kräfte aus allen *) Diese OPIO bleibt besonders für OOtt dL Ott jO O'Ol OILl maßgebend; für Genüsse aber, welche Unterscheidung zwischen OO'OI OlOtt rc. fordern, bedarf es in unserer Zeit, in der es der OO) 'LO1L und MO2P 'OL1P einerseits wie der Gesetzeskundigen andererseits so viele gibt, großer Vorsicht oder für den unbedingtes Vertrauen Ansprechenden der Eigenschaft siLl si'LPI O'"p und'-;"' p"l7 P'P OWkpLL PU11O.