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Der Israelit · 1865-09-06 · Heft 36 (6.9.1865) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 36 (6.9.1865)
Date
1865-09-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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505 hatte — am 13. August eine gedrängte Annonce in dieses schwäbische Blatt einrücken lassen und im Verein mit den Herren Kahn und Weil mann und M. A. Levi hier es bewirkt, daß die Redactionen des Tagdlattes und der Vürgerzeitung den Nothruf aus Palästina mit allen Nachschriften wörtlich aufnahrncn. Diese rührige Thätigkeit hat denn auch bereits reichlich Früchte getragen und das talmudische Wort bewährt: .ipO.i vm). Das aus genannten drei Firmen bestehende Somit« war schon nach etlichen Tagen in der angenehmen Lage, 400 fl. durch das hiesige Bankhaus E. Pflaum an den K. K. Hofwechsler Ignatz Deutsch in Wien zur sofortigen Auszahlung Ln Palästina telegraphisch anweisen zu lasten. Man hofft bald noch Günstigeres über den Gang der Collecte berichten zu können, da nachträglich auch Kirchenrath vr. Maier, hiesiger Rabbiner, mit einer Annonce gekommen ist, worin er sich zur Gabenannahme erbietet. Besonders verdient auch hervorgehoben zu werden, daß die meisten und bedeutendsten Gaben dahier bis jetzt von Christen eingelaufen sind, welche sogleich nach Erscheinen des Artikels in den Blättern zu den Conrits - Mitgliedern eilten, um ihre Gaben mit und ohne Namen abzuliefern. Während wir Gegenwärtiges schreiben, treffen immer wieder weitere schöne Gaben ein. p. Heilbronn Heute, den 28. August, hat das hiesige Bankhaus Gebr. Gumbel 200 fl. 52 kr. an Herr I. Deutsch in Wien per Wechsel für die Hungernden in Jerusalem als 1. Ertrag der hiesigen Collecte abgesendet. p. Heilbronn a. N. Auch die hiesige „Neckarzeitung" und die „Ulmer Schnellpost", zwei verbreitete und vielgelesene politische Zeitungen, haben dem Nothschrei aus Palästina und den telegraphischen Nachschriften ungesäumt ihre Spalten geöffnet, den Aufruf an die Spitze des Blattes gestellt, und dadurch im Ober- und Unterland Schwabens sofortige Gaben- Einsendungen von Christen und Juden veranlaßt, zu deren Annahme sich die Herren Lehrer Löwenstein, Gabriel Gumbel, I.Strauß Sohn und L. Eisig öffentlich bereit erklärten. Aus der Stadt und deren Umgegend sind auf diese Weise, wie das 1. Spendenverzeichniß im Localblatt nachweist, schon 153 fl. 26 kr. eingegangen, welche in nächster Woche mit weiteren Gaben abgesendet werden sollen Die Mitglieder der jüdischen Gesellschaft „^Uianes" haben sofort 67 fl. 15 kr. zusammengelegt und dem Collecteur übergeben. Lairpheim, 25. Aug. Für die No thleid enden in Palästina, für die auch die Neckarzeitung Fürsprache eingelegt, wurde in Laupheim gesammelt und in einem Nachmittag von den dortigen Israeliten 265 fl. für ihre Glaubensgenossen im heiligen Lande aufgebracht. Der Ertrag der Collecte wurde an Moses Montefiore, Baronet, in London, gesandt, dem die Vertheilung überlassen wurde. — Der Almosenverein für arme, wandernde Juden hat im laufenden Jahre gegen 1800 fl. verausgabt; gewiß ehrend für die Geber; weniger ehrend aber für die arbeitsscheuen Empfänger, worunter sehr wenige Inländer, meistens Flüchtlinge aus Polen und Rußland und Ueberrheiner. (N. Ztg.) Ulm a. D. Nachdem die überwiegende Mehrzahl der Kirchenvorsteherämter den auch in diesen Blättern eingänglich erwähnten Erlaß vom 26. April d. I. dahin beantwortet hat, daß die bisher in Geltung gewesene Regelung der Kirchengenoffenschaft sowohl als der Verpflichtung zur Bezahlung von Erachsteuer, Roschebajissteuer und Hakdamah beibehalten werden solle, so ist von der K. israelit. Oberkirchenbehörde ck. 6. 26. Juli d. I. von einer Abänderueg der bekannten desfälligen Normen vorerst Umgang genommen worden. Hienach müssen auch in Zukunft die in- und ausländischen Domizilianten wie bisher, nur von der Hälfte ihres Vermögens zur Cultusgemeinde ihres Wohnortes, und von der anderen Hälfte zur Heimathgemeinde Steuer zahlen. Man konnte schon vor Anregung dieser Frage sicher wissen, d.ß alle Landgemeinden weheklagend gegen diese Veränderung votiren werden. Wenn die Majorität der Aemter darüber zu entscheiden hat, so bleibt den größeren Stadtgemeinden in Stuttgart, Ulm, Heilbronn, Mergentheim rc. der große Vortheil ewig entzogen, der ihnen nach kirchenrechtlichem Prinzip zukäme, wenn jeder da einzig und allein Cultussteuer zu entrichten hätte, wo er wohnt und eben damit an den Anstalten für Cultus und Religionsschule Antheil nehmen kann, resp. die Ausgaben der Kirchengemeinde sehr wesentlich vergrößert. Die Oberkrrchenbehörde, Ln ihrer jetzigen Gestalt erschüttert, scheint, mit beiden Seiten coquettirend, nicht die Energie mehr zu haben, diese wichtige Frage zum Ausgang zu bringen. Die Kirchengesetzes - Revision wird, wohl auch in diese Sache Recht und Ordnung zu bringen wissen. Mergentheim a. T. Sämmtliche Vorsänger und Religionslehrer des Landes haben in einer Petition an die hohe Staatsbehörde gebeten, daß die Gehaltserhöhung analog dem Schulgesetze vom 25 Mai l. I. für die Etatsjahre 1861/67, deren Vorschläge jetzt berathen werden, in Wirksamkeit treten und die Verwaltungsd. i. die israel. Oberkrrchenbehörde die Normen hiefür sofort aufstellen möge. Die Gemeindepflegen erhalten dazu nach den Aeußerungen des Cultministers zum Staats-Etat auf motivirte Bitten entsprechende Beiträge aus der Centralkaffe, die zu diesem Zwecke stärkeren Succurs als bisher von der Staatskasse empfängt. Jedenfalls aber sind die Kirchenvorsteherämter verpflichtet, die Erhöhung, eine un abweisliche Forderung der Zeit und des Gesetzes, einst-

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