Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1865)
- Date
- 1865-08-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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488 James von Rothschild, Herrn Alphons von Rothschild, die am 7. Mai jenes Jahres stattsand, war die erste Ceremonie dieser Art in Frankreich. Die Nabbinen und die achtbarsten Familien von Paris, wollten diese Feierlichkeit durch ihre Gegenwart beehren. (Fortsetzung folgt.) England. London. Ein Missionär, der unlängst die Provinzial - Städte bereiste, schreibt der „Jewish Intelligence": Zu Scheffield wohnen ungefähr 30 jüdische Familien — sie besitzen nur eine kleine Synagoge, die ungefähr 60 Personen faßt. Ihre religiösen Pflichten scheinen sie sehr zu vernachlässigen. Als der Berichterstatter am Freitag Abend ihr Gotteshaus besuchte, waren keine 10 Personen, die das 13. Lebensjahr überschritten hatten, anwesend, so daß der Gottesdienst nicht stattfinden konnte. Die Juden stehen viel Ln Verbindung mit den Nnitariern und zwei reiche Juden aus Scheffield haben zwei Damen dieser Religionssecte geheirathet. Die Juden zu Leeds hingegen sind in ihren religiösen Observationen sehr exact. Viele von ihnen sind sehr arm; ein großer Theil wohnt in dem Stadttheil Leyland. Ihre Anzahl beläuft sich auf 60 Familien. In Hüll wohnen ungefähr 150 jüdische Familien; sie haben eine Synagoge mit 160 Sitzen für Männer und auch für Frauen. In Not- Imgham wohnen 20 jüdische Familien. Einige von ihnen besuchen die Capelle. (?) In Birmingham wohnen über 260 Familien aus dem Hause Israel, viele von ihnen sind wohlhabend, und sind von ihren christlichen Mitbürgern besonders auch wegen ihrer Wohlthätigkeit geschätzt. Aus London. Bekanntlich wird in England der Sonntag sehr streng gefeiert. Superintendent Kennedy ist gegenwärtig Experte für dieses Fach in der gesetzgebenden Versammlung. Nach englischen Gesetzen müssen des Sonntags die Kaufläden und Lager sammt und sonders geschlossen bleiben. Zu Gunsten der Israeliten, die den Samstag nach jüdischem Gesetze feiern, wird eine Ausnahme gemacht, damit sie nicht zwei Feiertage während der Woche ihr Geschäft unterbrechen müssen. Diejenigen jedoch, die solches nicht thun. sind unter die Religionslosen zu zählen. Das „I. CH." meint, daß sie vielleicht dadurch „überzeugt" werden, besser zu thun, den siebenten Wochentag zu feiern. Amerika. New - Bork. Die erste jüdische Freischule wurde am 15. Juni d. I. von dem Rabbiner S. M. Isaacs durch eine Ansprache eingeweiht, aus der wir folgende Stellen als charakteristisch für die religiöse Freiheit in Amerika anführen. Im Laufe der Rede hebt er unter Anderem hervor: „Auch darf ich nicht unerwähnt lassen, daß wir dem Unterrichtsministerium Dank schulden, dafür, daß es uns auf die uneigennützigste Weise das ganze Mobiliar für diese geräumigen Hallen unentgeltlich lieferte. Es spricht dies sehr beredt für die Liberalität unserer amerikanischen Institutionen, daß, obgleich die öffentlichen Schulen Allen ohne Unterschied der Confession offen stehen, und ungeachtet, daß Hunderte unserer Religionsgenossen ihre weltliche Bildung in diesen Anstalten empfangen, dennoch die betreffenden Beamten, wohl wissend, daß un-. sere Religion eines besonderen Unterrichts bedarf, zu uns sagten, „wir können in unseren Schulen keine Religion unterrichten, wenn wir nicht Sectirer werden wollen; jedoch, da wir überzeugt sind, daß die Neligionslehrer die besten Bürger heranbilden, so wollen wir Sie mit dem nöthigen Mobiliar für das Schulgebäude, das Sie errichten, versehen" — hier sehen wir klar ihre edlen Gesinnungen. Meine Freunde! Wie finde ich Worte, solche Thaten gebührend zu besprechen! In dem ganzen Vokabularium der Sprache wird man keinen Ausdruck finden, d« Werth einer That, die so großherzig, so wirklich liberal, so echt amerikanisch ist, zu bezeichnen. Das jedoch kann ich mit Bestimmtheit sagen, daß ein Land, welches mit solchen Prmcipien regiert wird, blühen muß, und daß da Gottes Segen nicht fehlen kann. (I. Chr.) Afrika. Ein deutscher Reisender berichtet Herrn vr. Phillips, einem Missionär in Nord-Afrika, daß er eine Negerraxe aufgefunden habe, die in ihren religiösen Gebräuchen und häuslichen Observanzen Vieles mit den Juden gemein habe. Dieselbe soll in der Nähe des Reiches Bambar wohnen. Den Berichten dieses Reisenden zufolge soll fast eine jede Familie das Gesetz Mosis, aus Pergament geschrieben, als Hausschatz besitzen. Obschon diesen Angaben wenige Belege zur Seite stehen, verdienen sie insofern einige Beachtung, da ein großer Theil Mittel-Afrika's uns fast gänzlich unbekannt ist, und nichts vorhanden ist, was denselben widerspricht. (Pennsylvania Freeman.) (Das heißt, wer ungehindert lügen will, muß den Schauplatz seiner Erzählungen in unerreichbare Fernen j verlegen. (Red. des Jsr.) Hieisu zwei Beilasen. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf-Sämellpreflendruck von I. Gottsleben in Mainz.