Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1865)
- Date
- 1865-08-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447193-2447228--03618-2459030- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
485 einer unserer bedeutendster: Hochschulen halten, so gelehrt, so gründlich ist diese Abhandlung geworden. Verzeihen Sie mir, wenn ich Sie langweile. Ich möchte schließlich ein Wort zu meiner Entschuldigung stammeln, doch Sie kennen den arabischen Spruch des Dichters Abu Manssur Abdu'lmelik Ben Mohammed Ben Ismail Ettsealebi aus Nisabur, aus seiner: Vertrauten Gefährten des Einsamen, der da lautet: „Ohne Schuld auf Schuld zu häufen, gelangst Du zu keiner Entschuldigung". Gedenken Sie in Liebe Ihres Sie schätzenden S. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz den 22. August. Wir haben soeben dem löblichen Centralcomits in Amsterdam 30! 7 fl. 46 kr. zum Besten unserer Brüder im h. L. übersandt. Hievon fallen 1090 fl. 51 kr. auf den Bau von Armen und Pilgerwohnungen, für welchen Zweck wir nunmehr 11,124 fl. i8 kr. gesammelt und übermittelt haben. Für die Extrasammlung zur Stillung der Hungersnoth entfallen 1467 fl. 41 kr. Das übrige Geld ist für '"-r und Private bestimmt. Die Extrasammlung macht G. s D. sehr erfreuliche Fortschritte, und wir hoffen i"O2 bald wieder eine ähnliche Summe übersenden zu können. (Siehe die Beilage!) Mainz. Ein Correspondent der reformistischen „^.redivss Israölites", dessen Glaubensbekenntniß er übrigens durch eine Verherrlichung des Herrn Stein, Errabbiners zu Frankfurt, zur Genüge darlegt, ist so aufrichtig, bei einer Reisebeschreibung folgende Bemerkungen zu veröffentlichen: „Nach Straßburg, Frankfurt am Main! Eine betrübende Erscheinung ist es, zu sehen, wie die prachtvolle Reform-Synagoge säst das ganze Jahr leer steht. Aufrichtige Befriedigung bietet andererseits das Leben, das in der orthodoxen Synagoge waltet. Man muß gestehen, es ist so. Ueberall findet man, daß die Reform-Tempel beinahe verlassen dastehen — die Synagogen der Orthodoxen dagegen, in denen Ordnung und Anständigkeit eingeführt sind, stets sehr besucht sind." 22O' 11222 ^2. Frankfurt a. M., 18. Aug. Die in einer vor mehreren Monaten flattgefundensn Versammlung von Mitgliedern der isr. Gemeinde beschlossene Petition an den Gemeindevorstand wegen Umgestaltung der Gemeindeverfassung im Sinne der Selbstverwaltung ist bereits mit einer großen Zahl von Unterschriften bedeckt und wird dieser Tage überreicht werden. Würzbuva, 25. Menachem. Heute, verehrter Herr Redactsur, kann ich Ihnen ri'2 über unser isr. Lehrerseminar eine erfreuliche Mittheilung machen. Am 9. und 10. August fand nämlich die erste Jahresprüfung in dieser Anstalt statt und lieferte sehr anerkennenswerthe Resultate, denn keiner der Zöglinge erhielt eine geringere Hauptnote als II. d. i. „sehr gut." Die hohe k. Kreisregierung, welcher die Anstalt unmittelbar untergeordnet ist, hat den Herrn k Kreisscholarchen vr. Lochner zum Prüfungscommissär für die Anstalt ernannt und dieser suchte mit vieler Sachkenntniß, wegen Interesse und gewissenhafter Strenge die Leistungen der Lehrer, sowie die Fortschritte der Schüler kennen zu lernen und sprach sich mündlich und schriftlich über die erzielten Unterr-chtsresultate und die Haltung der Zöglinge, sowie über die ganze Einrichtung der Anstatt sehr lobend aus. Neben dem Herrn k. Commiffär fungirten als Mitglieder der Prüfungscommission der Vorstand der Anstatt, Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger von hier, und Herr Diftr-Rabb. Adler von Aschaffe nburg, welche sich in derselben Weise anerkennend über die Leistungen in den Religionslehrgegenständen aussp rachen. Als Beweis für die Aufmerksamkeit, deren sich die Anstatt auch in nichtjüdischen Kreisen zu erfreuen hat, dürfte die Thatsache gelten, daß die gelesensien Lokalblätter aus Artkaß der Prüfung über die Anstalt in sehr lobender Weise referirten. So kann denn das Seminar mit Dank gegen den Allgütigen, zu dessen Verherrlichung es gegründet worden, dem Schluffe des ersten Schuljahrs entgegensehen und das neue vertrauensvoll beginnen. Man wird zwar, wenn man erwägt, daß die Zöglinge Unterricht, Kost und Wohnung ganz unentgeltlich erhalten, leicht einsehen, welche enorme Summen der Unterhalt dieses Instituts jetzt schon erfordert; und die Bedürfnisse werden sich bedeutend vermehren, wenn nicht verdoppeln, da mit dem Beginn des nächsten Semesters der erste Seminarcnrs zum zweiten, der Vorbereitungscurs zum ersten Seminarcurs aufrückt und mindestens ein neuer Vorbereitungscurs ,2'^ ausgenommen wird. Allein diese heilige Sache hat bis jetzt schon, ungeachtet Alles noch im Kleinen war, so erfreuliche Th eib rahme und Unterstützung gefunden, daß die Vorstandschaft ein eigenes Haus mit Gatten für die Anstatt als Eigenthum erworben, und dabei die bedeutenden Kosten des laufenden Jahres bestreiten konnte; darum glaubt sie sich um so mehr zu der Hoffnung berechtigt, daß die Beiträge in der Zukunft in noch reichlicherem Maße eingehen werden, da die Anstalt durch den