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Der Israelit · 1865-08-23 · Heft 34 (23.8.1865) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 34 (23.8.1865)
Date
1865-08-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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474 ward sofort eine genaue Untersuchung eingeleilet und das ärztliche visuw repertuiv gegeben, rnit welchem man die Sache an ein höheres Gericht brachte; man hofft, darüber baldigst Erfreuliches zu vernehmen. Trotz des Fortschrittes in der Civilisation und trotzdem die Juden außer den Gemarkungen des Magyarenlandes sich einer guten socialen Stellung erfreuen, sehen wir doch hierzulande nicht selten, daß Israeliten als unschuldige Opfer von der Macht des Tribunals gesetzwidrig behandelt werden. Ach, wann beginnt einmal auch hier das Reich der wahren Civilisation! Alexy Knopfler. Aolomea Wie wir neulich berichteten, brachte die in Kolemea ausgebrochene Feuersbrunft 800 jüdische Famlilien an den Bettelstab. Indessen haben rvir in Erfahrung gebracht, daß, noch während das Feuer wüthete, der Kaiser, durch dm Telegragh von dem Elend in Kenntniß gesetzt, sofort aus eigener Kaffe 7200 Gulden spendete, um es an die Bedürftigsten zu vertheilen. Der Stadt-Kommandant schenkte ebenfalls aus seiner eigenen Börse 4200 Gulden; Geldunterstützungen, Kleider und Nahrungsmittel stoffen von allen Seiten zu, in den meisten Fällen waren die Geber Christen. Mit dem unendlichsten Begnügen theilen wir diese Beweise wohlthätiger Gesinnungen mit. In den mehr civilifirten Ländern des westlichen Europa's sind solche Erscheinungen humaner Denkungsweise nicht selten; da tragen Israeliten zu christlichen Vereinen bei, unterstützen die Armen der Andersgläubigen und die Christen thun ihrerseits nicht selten ein Gleiches. Aber in den polnischen Provinzen, wo die Grenzen zwischen Jude und Christ weit schärfer gezogen sind, ist ein solches Ereigniß seltener, und darum, wie in diesem Falle, noch wohlthuender. Der Kaiser selbst ging seinen Unterthanen mit gutem Beispiele voran, und diese folgten demselben. Frankreich. Pari-. Die „^.reb. isr." berichten: Dieser Tage wurde die erste Sitzung des Comite's um eine Einigung zwischen den deutschen und portugiesischen Riten herzustellen, abgehalten. Nachdem das Consistorium der Stadt Paris eine Sub - Commission ernannt hat, macht die Sache rüstige Fortschritte. Es wäre sehr zu wünschen, daß diese Fusion, welche die Gemeinde zu einem großen Ganzen machen würde, zu Stande käme. Zu den Comitö's zählen die gelehrtesten Gemeinde-Mitglieder, wie die Herren Munk, Frank, Albert Cohn und Derenburg. Zwei früher veranstaltete Versuche zu diesem Zwecke scheiterten. Jetzt jedoch ist die Sachlage eine solche, daß man erwarten kann, beide Parteien seien zu gegenseitigen Concessionen bereit, um ein günstiges Resultat zu erzielen. (Wir können eine solche Fusion nicht billigen. Man sehe k. 37—40 Red.) Griechenland. Corfn Die Neuwahlen für die gesetzgebende Versammlung für die jonischen Inseln verliefen in bester Ordnung und Ruhe. Unsere Brüder gebrauchten ihr Wahlrecht so, daß durch ihre Mitwirkung die patriotischsten Candidaten durchgesetzt wurden. Es scheint, daß in oer neuen Versammlung zu Athen das intelligente und conservative Element überwiegend sein wird. «Lehr wohlthuend ist es, zu bemerken, welche Eintracht zu Corfu unter allen Claffen der Bevölkerung herrscht. Die Israeliten wurden während der letzten Wahl von ihren Mitbürgern außerordentlich ehrenvoll behandelt. Ebenso wiffen wir, daß während der jüngsten Ostern die so beklagenswerthen Scenen der Judenverfolgung sich nicht erneuerten. Solche Zustände werden das Wohlergehen Griechenlands fördern, welches stets fortfahren möge auf dem Wege der Freiheit und der Gleichstellung aller seiner Bewohner fortzuschreiten. Kleinasien. Smyrna. Zu unserem größten Bedauern erfahren wir, daß die Juden zu Smyrna leider ebenfalls schrecklich von der Colera heimgesucht werden. Von 168 Todesfällen, die dieser Krankheit zwischen dem 13. und 20. des vorigen Monats erlagen, waren 124 aus dem Judenviertel. (I. CH.) Amerika. New-Uork. Eine große Anzahl bedeutender Männer versammelten sich in der Sacristei des Emanuel-Tempels und organisirten einen Verein, um junge Studenten der jüdischen Theologie zu unterstützen; verbunden mit der Absicht, baldmöglichst ein Rabbiner- Seminar zu errichten. Es ist dies der erste practische Schritt, der für die Sache geschehen ist, und wir fühlen uns sehr befriedigt, daß gerade dieses von Männern geschehen ist, die nicht gewohnt sind, Halbes zu schaffen, sondern die Alles rüstig der Vollendung entgegenführen, wenn eine solche nur möglich ist. — (Welches sind die Männer und welcher religiösen Richtung gehören sie an? 'rin — Red.) Hierzu zwei Beilagen. Verantwortliche Redaction: Vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf - Schnellpressendruck von I. Gottsleben in Mainz.

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