Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 34 (23.8.1865)
- Date
- 1865-08-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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472 (Wortgetreue Copie der amtlichen Abschrift.) Frankfurt a. M., 25. Juni 1865. Das Herz. Raff. Oberpostamt an den Hrn. Post - Expeditor M .... zu H .... Die Annahme eines Pr ivatpostgehilfen bei der Post-Expedition bet. Unter Rückgabe der Anlagen Ihres Berichtes vom 16. l. M. und mit Bezugnahme auf den Inhalt des hierunter abschriftlich beigefügten diesseitigen Erlasses vom 13. Mai 1861 an die Wb. des D. I. dortselbst in Betreff der Zulassung ihres Sohnes zum Postdienste, wird ihnen eröffnet, daß die Annahme des M. I. als Privat-Postgehilfe bei dortiger Post-Expedition nicht genehmigt werden kann. Wir sehen daher einem anderweiten Vorschläge entgegen. gez. Vrints. (Copie des Erlasses vom I. 1861.) „Frankfurt, 13. Mai 1861. Das Herz. Raff. Oberpostamt Nassau an Frau D. I. Wb. in H. Zulassung zum Postdienft betr. Auf Ihre Eingabe vom 25. v. M. wird Ihnen eröffnet,daß insoferne im Herzogthum Nassau Israeliten nicht zur Anstellung im Staatsdienste zugelassen werden, dieselben auch nicht in die Zahl der Postbeamten zugelassen werden können " gez. Vrints. Diesen nackten Thalsachen gegenüber konstatiren wir, daß die taxis'sche Behörde in Frankfurt sich das Recht aneignet, Inländer, die sich um den naffauischen Postdienst bewerben, blos der Religion wegen und gegen die Bestimmungen der Verfassung zurückzuweisen. Ganz abgesehen von der Art, mit der man sich erdreistet, im 19. Jahrhundert noch Stellgesuche in diesem Sinne zu erledigen, nachdem die öffentliche Meinung unseres Jahrhunderts die Judenemancipation gutgeheißen, abgesehen von der Intoleranz und Gehässigkeit, die sich in der Phrase kennzeichnet, daß ein Jude nicht angestellt werden könne, ist und bleibt es denn doch gewiß zu beklagen, daß in Nassau, wo nur die Landesregierung zu verfügen haben sollte, irgend eine ausländische Behörde vielleicht ganz gegen den Willen der Negierung Verfügungen erlassen kann, die man dem öffentlichen Urtheile preisgeben muß und welche von der öffentlichen Meinung in Nassau gewiß nicht gebilligt werden. Es wird das Unrecht gegen I. wohl kaum augenblicklich gut zu machen sein, da die Stelle bereits besetzt ist. Die Ständeversammlung aber dürste bei den bevorstehenden Verhandlungen über den neuen Postvertrag veranlaßt sein, den Gegenstand näher in das Auge zu fassen. (N. Frf. Ztg.) Preußen. Halberstadt, den 17. August. Hier hat sich sofort ein Comits zur Sammlung von Spenden für die Nothleidenden in Palästina gebildet und folgenden Aufruf erlassen: „Theure Glaubensbrüder! Von Palästina, unserem ursprünglichen Vaterlande dringt ein herzzereißender Nothschrei zu uns. Eine furchtbare Hungersnoth ist daselbst ausgebrochen; Heuschreckenschwärme haben alle Früchte des Feldes verzehrt, fehlender Regen hatte den empfindlichsten Wassermangel zur Folge. Dazu gesellte sich noch der schrecklichste der Schrecken: die Cholera ist mit furchtbarer Macht ausgebrochen, und Palästina dadurch so abgesperrt, daß Zufuhr von Außen ungemein erschwert ist. Selbstverständlich steigt der Preis der Lebensmittel, während die Hungersnoth von Stunde zu Stunde grauenhafter wird. Israeliten! Die Ihr durch Mitleid und Wohlthätigkeit Euch stets ausgezeichnet, erbarmt Euch unserer unglücklichen Brüder und Schwestern im Lande unserer Väter! Oeffnet Eure Hände und spendet, um ihr Leben zu retten. Nur schleunige Hilfe vermag zu retten. Bedenket nnx ws) v"pv.-i bedenket, daß vor der drohenden Seuche, der Cholera, kein Land sicher steht; daß aber Gott in seinem Erbarmen verheißen, diejenigen in seinen Schutz zu nehmen, welche durch Wohlthätigkeit das Elend Anderer lindern, nwv .-ip-121 .nnnp m'2;i.-> x^>. Auch der Aermfte unserer Brüder möge sich nicht scheuen, eine kleine Gabe auf den Altar der Menschenliebe zu legen; viele kleine Gaben sammeln sich zu großen Summen, nnxi .-wnv.-i nnx Die Mitglieder des endesunterfchriebenen Comit^s, sowie der Vorstand der isr. Gemeinde sind bereit, die Spenden entgegen zu nehmen und schleunigst nach Palästina zu befördern. Das Counts wird auch zur Zeit die Namen der Geber veröffentlichen. Der Allgütige segne die Geber und schütze sie vor Elend und Kummer. NX -N2L" PN "rNQLN Halberstadt, n"nnn nx vmv 17. August 1865. Das Somit« zur Sammlung von Spenden für Palästina: vr. Auerbach, Rabbiner. M. Njathan, Kaufmann, '"xn 'X22. Gerson Lasch, Oberlehrer. Samuel Baer, Lehrer. Siegmund Hirsch, Kaufmann.