Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 34 (23.8.1865)
- Date
- 1865-08-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447193-2447227--03602-2459013- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
470 Vision der israel. Kirchenverfassung im Königreich Württemberg bildet und jedenfalls die erste Anregung dazu gegeben hat, dringt im X. Punkt aus die nothwendige Eon centration des Religionsunterrichts, auf Entfernung des Gesang- und Revision des Spruch-, Religionslehr- und Confirmandenbuches, die in ein Buch vom Umfange der Hälfte aller drei umgewandelt werden sollten. Diese zu hoffende Revision nicht abwartend, hat Kirchenrath, 1)r. Maier in Stuttgart, der sich den Verfasser statt den Kompilator nennt, im Juni d, I. eine dritte Auflage des Spruchbuches erscheinen lassen, die, obschon sie eine „verbesserte" genannt wird, doch von ihren Vorgängern auch nicht um ein Wort abweicht. Weder die Druckfehler, noch die falschen Citate, noch die Uebersetzung Luthers, die doch so viel zu wünschen übrig läßt, und die apokryphischen Sprüche sind beseitigt: bloß der Druck und das Papier sind bester geworden. Allein!?2 '122 828 7P^P2 b2?M 88 Der Herausgeber beklagt denn auch in der Vorrede, „daß fast ein ganzes Menschenalter erforderlich war, um zwei Auflagen von 7 bis 8000 Exemplaren dieses Büchleins, welches bis jetzt das einzige dieser Art sei (!), vergreifen zu lasten. Es sei dies ein Beweis, daß der Werth einer solchen Sammlung von den isr. Lehrern noch Nicht gehörig gewürdigt werde und überhaupt der rechte Eifer für das lautere und unverfälschte Gotteswort noch nicht erwacht sei (?), sonst hätte der Verbrauch ein 10- und Macher sein müssen. Es sei dieses in mehrfacher Hinsicht zu beklagen; denn abgesehen davon, daß eine zweckmäßige Sammlung von Bibelsprüchen das beste (!) Religionslehrbuch für die Mittelklasten der Volksschule sei, und nur dadurch eine feste Grundlage für den frMmatischen Religionsunterricht gewonnen werden könne, wäre eine Erkenntniß des dogmatischen Gehalts der heil. Schrift in unserer Zeit ganz besonders wünschenswerth. Bei der Zerklüftung und Spaltung, welche gegenwärtig im Judenthum herrsche, könne der Friede nur auf dem Grunde des göttlichen Wortes (das ist aber eben kein solches Spruchbuch!) wieder hergestellt werden, und je tiefer und allgemeiner der Geist desselben erkannt werde, desto schneller werde auch der Friede in die Synagoge zurückkehren" Wir glauben jedoch an das prophetische Wort: v'pVib 228 212^ p8 und beharren nut der Eingangs erwähnten Denkschrift unserer Orthodoxen darauf, daß die Lehren und Vorschriften der Religion vorherrschend aus den Offenbarungsurkunden selber gelehrt weiden muffen und es nicht jedem Rabbi, Doctor und Lehrer frei stehen dürfe, dem Volke so viel davon vorzusetzen, als diese Herren ä Irr Iirocls für gut Hallen. Wir wollen keine Mysterien und keine Priesterkaste und keine Orakel, sondern die Beachtung des ganzen Gotteswortes '2 v.iri 228, 'w O'ü.i2 512222. Nicht die Uebersetzung, und noch dazu eine christliche, ist uns authentisch, sonder» nur der Urtext in der heiligen hebräischen Sprache, in deren Verständniß die isr. Jugend (Nehem. 13, 23 ff.) im Geiste der traditionellen Auslegung einzuführen ist! 11122 ipiin 88. Stuttgart. Am Mittwoch den 9. August d. I. hielt der würtlemb. Unterftützungsverein für isr. Lehrer und Vorsänger nach Ablauf der ersten drei Jahre seines Bestehens seine erste Plenarversammlung, bei welcher der Ausschuß über seine dreijährige Wirksamkeit Rechenschaft ablegte und die von der Kreisregierung ungeordneten Statutenveränderungen zur Abstimmung brachte. Die Zahl der Mitglieder beträgt jetzt schon 42, die Mehrzahl der inländischen Lehrer. Da jedoch 1/3 der stimmberechtigten Mitglieder nicht anwesend war, so gelten die gefaßten Beschlüsse des anwesenden weiteren Ausschusses gleich denen der Plenarversammlung, welche in solchem Falle schon nach einem Jahre berufen werden wird. Der Vorstand, Herr Liebmann aus Eßlingen, eröffnete die Versammlung mit einer ermunternden Rede, worin auch das Bedauern ausgesprochen wurde, daß die Mitglieder nicht Alle erschienen und Manche mit ihren Jahresbeiträgen ganz oder theilweise im Rückstände geblieben sind. Erfreulich war die Wahrnehmung, daß von Privaten und Korporationen, z. V. von Stuttgart, Eßlingen, Freudenthal, Laupheim u. s. «. Gaben dem Verein zugefloffen sind und derselbe durch seine Geldmittel bereits in der Lage war, die Wittwe eines verstorbenen Vorsängers zu unterstützen. Der Kassier, Herr Weil aus Freudenthal, legte die Hauptrechnung mit einem Vermögensstand von über 300 fl zur Prüfung vor und verdient dafür den Dank des Vereins. Die Herren Liebmann, Elsässer, Weil, Kahn undMainhardt wurden wieder in den Ausschuß gewählt und für die inzwischen mit Tod abgegangenen Mitglieder desselben die Herren Löwen ft ein in Heilbronn und Adler in Oberdorf berufen, welche bei derBerathung anwesend waren. Der Vorstand wird das von Herrn Löwenstein geführte Protokoll in entsprechendem Auszug der Kreisregierung zur Genehmigung vorlegen una seiner Zeit die veränderten Statuten versenden. Die Vereinsmitglieder, deren Zahl sich durch Tod und Auswanderung um ö vermindert hat, werden sich bemühen, den Beitritt aller inländischen Kollegen zu erwirken, die Bezahlung der Rückstände und lausenden Beiträge zu beschleunigen und die Gemeinden und Vereine in schicklicher Weise zu ermuntern, daß die Vereinszwecke durch Gaben, Spenden und Stiftungen gefördert werden. Herr Ober-Kirchenvorsteher vr. Ad. Levi, der bekannte Philanthrop, beehrte die Versammlung in Begleitung des Herrn vr. Stein aus Frankfurt a. M mit einem Besuche. Letzterer, auf einer Erholung--