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Der Israelit · 1865-08-16 · Heft 33 (16.8.1865) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 33 (16.8.1865)
Date
1865-08-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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«Ntzs- und Veränderungslust — denn mutatio ÜLleetLt —, in dem Reise-Drang zu Wasser oder zu Land, jrer Schiff oder per Eisenbahn, «n ^oitnre oder per xeöes zugleich das tiefer liegende Begehr nach vollkommeneren Zuständen, nach Erhebung, Belehrung und Verbesserung, und doch verschließt sich mir die Wahrheit nicht, daß jahrein und jahraus die hunderttausende Touristen denselben Mrnschen nach Hause bringen, den sie mit sich in die Freüide genommen hoben. Noch dazu wage ich bei meinen geringen Medicinischen Kenntnissen die Behauptung, daß auch in sanitätrscher Beziehung das geld- oder zeit - raubende Reisen seine Schattenseiten besitze. Selbst wenn wir uns vor albn diätetischen Fehlern, vor Erkältung oder Echauffirung auf unseren Exkursionen gehütet haben, bedürfen wir dennoch zu unserer leiblichen Erholung nach unserer Heimkehr eine geraume Zeit. Also die Alun haben Recht.novo lN'QQ 1111. — Haben Sie das Glück schon einmal empfunden, so en xasesvt mit Jemandem zusamiNknzutrefsin, der gleiche Gesinnungen mit uns hegt oder koch zu demselben Ziele hinstcuert, wenn auch auf einem anderen Wege? Ta sprühen rasch die Geistesfunken in der Unterhaltung und die Herzen werden erregt und erwärmt. „Sie sind wacker mit Lcclüre versehen; gewiß Novitäten von dem Büchertische unserer alterrreuesten National.sten-Echule?" „„Behüte, ich liebe den kritischen Apparat rnrt Nichten, Herr Neisekollege, und offen gestanden, — Colt verzeche mir meine Sünden — ich denke so oft bei den ErzeUfnissen der letzten Dezennien auf den Gebieten der jüdischen Geschichte, Archäologie, Brbelkunde rc. an das Salomonische: ,i-r^i2 72 D'w' «vi swiL" und an das Wort des heidnischen Dichters: Huis. nre veslrga Isrrevt Ownis. te ackversum spsotsntrs, null» retrorsuw l Wie irrleuchtet diese Kritik, wie wackelt da der Boden unter ihren Füßen, wie heißt cs da so oft: Dornen auf den Weg g« streut Und — Sand in die Augen! Wahrhaftig, ein recht gesunder, starker, fester Magen ist nöthig, um solch OII«. katriäa verdauen zu können; aber wie Diele haben wohl eine solche robuste Constitution, um nicht davon zu erkranken?"" O, wären Sie da zugegen gewesen, lieber Freund, um zu schirr, wie sich das Gesicht meines Nachbars urplötzlich erheiterte, um zu hören, wie er frohlocketrd ein Gottlob! rüf, so stark, daß Unser Kutscher die Zügel straff anzog, seinen Pferden ein „Halt" gebot und erschreckt zu uns hineinlugtej fragend: Was befehlen Ihre Gnaden? „Hat mich meine Umgebung stets für eiMn Sonderling, manchmal sogar für eindrt Obskttrknten ge^ halten, wenn ich wiebMholt erklLM, oäß ich weder das Licht noch das Heil zu erkennen vermöge, das unsere Rationalisten gebracht. Gottlob! jetzt finde ich doch, daß ich mit meinem Glauben nicht so vereinzelt dastehe. Ja, Herr, seit die Kritik, welche sich naturgemäß auf dem religiösen Boden der anderen Confeksionen entwick.ln mußte, uns» re Fluren heimsuchte, ist die Religiosität ärmer und die Weisheit doch nicht größer geworden. Wenn es Ihnen beliebt, so halten wir ein wenig Musterung, ganz objectiv, die Sache vor uns, die Namen hinter uns lastend, denn vom!»» sunt ockioss." Und nun sollen Sie im nächsten Briefe das Naisonnement hören, aber heute nicht. Ich bedarf noch der Ruhe von meinen Strapazen. Gott befohlen! Ihr treuer S. Zweiter Brief. Ihre Ungeduld, theurer Freund, ergötzt mich, doch trage ich ihr Rechnung. Ich erzähle Ihnen also, wie mein Mlttourift x>ar oosur Revue hielt. Als ich unlängst, so sprach er, einer öffentlichen Schulplüfung in uwerer jüdischen Elementar- und Religionsschule beiwohnte, fand ich die Kenntnisse der lieben Jugend quantitativ gar nicht übel, qualitativ waren sie unter Null. Die biblische Geschichte wurde so eisigkalt traktnt, als ob da die Geschichtsdata das Alpha und Omega bildeten, Stücke aus dem Pentateuch wurden grammatikalisch übersetzt, aber von dem eigentlichen geoffenbarten Gotteswort ist nichts verlautet, die Neligionslehre wurde kathechetisch examinirt, das heißt mit inhaltslosen, allgemeinen moralischen Phrasen abgemacht. Woher dieses Alles kam? Das Material des Lehrers konnte keine anderen Früchte erzeugen. Da lag ein Bibelwerk vor ihm. Seite 25 war zu lesen, daß der Verfasser bei der sorgfältigsten, unparteiischesten Forschung doch mehrere Gloffennota im Pentateuch erkannt habe, im eisten und zweiten Buch Mosis genealogische, im vierten Buch MosiS „ganz plump hineinsallende poetische Einschaltungen, die durch ihre Einführung, ihre Weise und ihren Inhalt dem mosaischen T«xt als fremd sich selbst bezeugen". Nun, der scharfsinnige Jbn Esra zu 1. M. 36, 31 — es soll das die erste Glosse sein — spricht übtt den unglücklichen Autor einer solchen Hypothese: 11201 p^L'.-iv i«i. Was kümmert das den gelehrten X, wenn er mit wenigen Worten die Göttlichkeit des ganzen Pentateuchs in Frage stellt, trotz des talmudischen (Sanhedrin 99 a) .1^2 .1110.1 V2 io« iv'2«i N12 ^ll 121 '2 11: ^121 litt P1O2O slll O'OLN so oder (Baba Bathra 15 s) 2'5>2i 5iri« lii« ion ti"o 1L?S'X NlVLI 1O1« .1"2P.1 2"p «v« .11.1 .111m 120 ri« Nlpv ,PO12 ^t112 .Ivo? 121« .l"2p.1 1>'«1 s«2O 20121 121« oder das '122 zu 7,122: «2imo 2^2^ 1^2 121.1 .11 rpOIV 12« .122 O'«'2^ 1«2Aia 12 '.1 IO« .122 ,1i7O .12171 7N 12 1H1V 7WV 21'Vp

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