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Der Israelit · 1865-08-16 · Heft 33 (16.8.1865) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 33 (16.8.1865)
Date
1865-08-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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454 -auernswerthen seinl Hohläugig, vom Hunger halb verzehrt, wandeln die Väter und Mütter trostlos umher, denn ihre Kinder rufen nach Brotz, und die unglücklichen Eltern sind nicht im Stande, ihnen Sättigung zu gewähren. Theure Glaubensbrüder l Ihr Alle, die Ihr im Wohlstände lebt, die Ihr Euch erfreuet an dem Gedeihen Eurer geliebten Kinder, denen Ihr keinen billigen Wunsch versagt, selbst wenn er manchmal Ueberstüssiges betrifft, o denket an jene bedauernswerthen Eltern, die, selbst hungernd, die Thränen ihrer hungernden Kinder nicht zu trocknen vermögen! O, helfet, rettet, helfet bald, ehe es zu spät ist! Stillet den Hunger jener Elenden, die nächst Gott auf Euch vertrauensvoll ihre Augen richten; helfet schnell, ehe in Folge des Elends schreckliche Krankheiten ausbrechen! Es gilt, Menschenleben zu reiten, es gilt, das Leben vieler Glaubensbrüder, das Leben unserer Brüder im Lande unserer Vater zu retten! Wer möchte diesen ihren Nothschrei hören und ruhig bleiben! Wer möchte jenes grenzenlose Elend sich vergegenwärtigen und gleichgiltig bleiben, sich selbst des Üeberflussec freuen — ohne zu Helsen, ohne dazu beizutragen, die Notä seiner Brüder zu lindern! — Bedenket, daß selbst kleine Gaben, w nn nur zahlreich gespendet, sich zu großen Summen sammeln, durch die es mit göttlicher Hilfe gelingen wird, Tausenden von Brüdern und Schwestern das Leben zu erhalten! Daher beeilet Euch und treffet Anstalt zu wirksamer Abhilfe! Namentlich an Euch, Ihr Nabbinen, Lehrer und Vorsteher der isr. Gemeinden ergeht unser Ruf; wendet Euch an die bekannte Mlldthätigkeit Eurer Ge. meindeglieder, ergreifet und rühret durch die Schilderung jenes furchtbaren Elends ihre Herzen und veranlaßt sie zu reichen Sp.nden! Veranstaltet besondere Sammlungen und übergebet das Geld sobald als möglich den Gabaim für Erez Israel oder der Nedaction des „Israelit," die es schleunigst uns übersenden werden! Möge doch dieser unser dringender Aufruf nicht ungehört verhallen, möge cs uns unter göttlichem Beistand gelingen, den schrecklichen Nothstand unserer Brüder im heiligen Lande zu lindern l Euch aber, edle wohlthätige Glaubensgenossen, gebe der Allgütige Seinen schönsten Segen und tausendfachen Lohn so in dieser wie in der künftigen Welt! Amsterdam, den 5. Ab 5625. Pekidim und Amarkelim der isr. Gemeinde im heil. Lande, residirend zu Amsterdam: Akiba Lehren, Präsident. I. S. Cohen Lob, I. M Goldschmidtlon, N. H. van Biema, B- S. Rubens ckr. Wir haben diesem ergreifenden Aufruf Nichts h:nzuiufügeu als die auch unsererseits ausgesprochene Bitte um baldige und kräftige Hilfe. Wir sind gern bereit, Spenden entgeglnzunehmen und zu übermitteln; die einlaufenden Spenden, sowie die Namen dpr Geber, werden veröffentlicht werden. Die Rcdaction des „JSraelit." vr. Lehmann. Original-Griefe van S. Erster Brief. Wie Sie so ungestüm werden, mein Lieber! Kaum habm Sie von meiner mehrwöchentlichen Reise, die mich mit d m Hauptstädten Deutschlands bekannt gemacht hat, Kunde erhalten, so drängen Sie mich, Ihnen, heute schon, einige Tage nach meiner Nackkehr, Bericht zu erstatten. Sie machen mir das Compliment, daß ich Land und Leute zu schildern und Erfahrung pro st kooi-i zu sammeln verstehe, die gemeinnütziger Natur wären, und da ich das Zeug nicht besitze, anders zu sprechen, als ich denke, so glauben Sie ein n tauglich n Berichterstatter in mir zu erblicken. Wenn Sie Sich in meinen Qualitäten nicht getäuscht haben werden, so will ich mich mit Ihnen f euen; die Rechtlichkeit meiner Absichten jedoch darf ich fettst nicht in Aerede stellen. So sei es nun, ich will in das '> im des Elihn einstimmen, zumal ich meinem Freunde nicht in der Weise Jenes eutgegentreten muß. — lli'oui: 60MIN6 oh-2 NOU3, das ist das erste Resultat meiner Bekanntschaft mit dem schönen Süden und seinen Bewohnern. Unvergleichlich schön groß und erhaben ragen da die Alpen bis in den Himmel hinein, doch — Alles nur optische Täuschung, sie erreichen ihn nicht. Die Materie bleibt auf der Erde und erhell sich nimmer in das Gebiet des Göttlichen. Wenn wir schweißtriefend nach vielstündigem Hinan- und Hinaufklimmen endlich den Gipfel eines respektablen Alp-Kolosses erstiegen haben, dann rst uns der Himmel erst recht wieder in die Ferne gerückt. Fünf¬ oder selbst zehntausend Faß vom Niveau des Wasserspiegels erhoben, immer noch befinden wir uns in den Gränzen unseres Erdplaneten und seiner Interessen. Im günstigsten Falle, w.nn kein neckischer Nebel unS jede Fernsicht zu Wasser macht, wird unser Gesichtskreis außerordentlich ausgedehnt, aus der Brust des unblasirten Meirich n ringt sich eine Jnterjectron, die das i n irra 'p'?« bestätigt, doch schließlich wird uns dieselbe Offenbarung, wenn wir in unserer Stube sitzen und dem lebendigen Sviele einer winzigen Fliege für einen Augenblick unsere Aufmerksamkeit schenken. — Sie wissen, ich bin Optimist, finde in der allgemeinen und naturgemäßen Zerstreu-

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