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Der Israelit · 1865-08-09 · Heft 32 (9.8.1865) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 32 (9.8.1865)
Date
1865-08-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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443 der nach seinem Vermögen, sich eine fromme Pflicht daraus machen» hier berzusteuern." Der „Ilviv.!sr." bemerkt zu diesem Aufruf.: Derselbe spricht von einem bescheidenen und einfachen Denkmal; dennoch ist er nicht nur an die hiesige Gemeinde, sondern an die ganze französische Synagoge gerichtet. Der Ertrag der Collecte wird also nothwendigerweise ein beträchtlicher sein, bedeutend größer, als man zum Ankauf eines Grabsteines bedarf. Es wäre daher passend, den Fonds zur Creirung einer „Ullmanns-Stiftung" anzuwenden, welche z B. die billige oder unentgeltliche Vertheilung guter Bücher zu religiöser und moralischer Belehrung oder Stipendien für Studenten der Theologie bezweckte. Das wäre das schönste und würdigste Denkmal, dos man dem Andenken des ausgezeichnet großen Rabbinen setzen kann, und das ihn im Aufenthalt der Seligen am meisten freuen würde. Paris. Bei seinem Bericht über den Senatsbeschluß, die Naturalisation rc. in Algier betreff., äußerte sich Herr Delangle folgendermaßen: „Vor der Eroberung Algeriens durch unser Heer war die Lage der Israeliten dort eine precäre, niedrige und elende, und die Spuren dieser Erniedrigung sind vielleicht noch nicht vollständig verwischt — wie dies bei lang unterdrückten Nationen leider nur zu häufig der Fall ist. Das ist die traurigste Wirkung der Knechtschaft, die den Geist erniedrigt und an Unterwürfigkeit gewöhnt. Dle Israeliten haben in der Regierung und Lnr Heer energische Protektoren gefunden. Freiheit in den Bewegungen und Sicherheit wurden ihnen wiedergegeben. Sie haben sich dafür dankbar gezeigt, und unter den berühmten Befehlshabern, welche die Heere in Afrika befehligten, und welche der Senat noch heute auf ihrem Posten weiß, gibt es auch nichteinen einzigen, der nicht bezeugt, daß die Israeliten bei Gelegenheit nützliche Dienste leisteten. Wer könnte demnach zweifeln, daß sie mit der ihnen eigenen Einsicht und mit dem für Fortschritt empfänglichen Geist sich beeilen werden, sich mit der Nation zu vereinigen, welche die Flamme der Civilisation hoch cmporhält, und deren erste Sorge es war, sie von dem Joch zu befreien, unter dessen Druck sie seufzten." — Solche Worte, gesprochen im Senat des französischen Reiches, können unsere Glaubensgenossen genügsam entschädigen für die böswillige Verleumdung, mit welcher ein gewisser Alb. Petit dieselben in ein zweifelhaftes Licht stellen will. (Univ. isr) Paris. (Jüdische Briefe von Albert Cohn.) (Forts.) Man hatte diesem Greife fortwährend bis an's Ende seiner Tage in seiner freiwilligen Gefangenschaft, die er sich auferlegt hatte, vom Cap tol und Foium, vom Titusbogen und CoUiseum, vom Vatican und Quirinal, von den Museen und den kostbaren Gegenständen, die sie enthalten, von den Gallerten und den Gemälden mit ihren bewunderungswürdigen Darstellungen erzählt, er wollte Nichts von diesen Zerstreuungen und Herrlichkeiten wissen. Gott mit Aufrichtigkeit zu dienen und sich den Widerwärtigkeiten, die man ihm auferlegte, zu unterziehen, das war der einzige Zweck seines Lebens. Er blieb frei und unabhängig trotz aller Gehässigkeiten, die man ihn, wie seine anderen Brüder, fühlen lassen wollte. — Nichts ist in Rom versäumt, um dem Christen zu zeigen, wie wenig er seinen Mitbürger, den Jaden, zu achten habe; man kann ihn z. B. nicht zum Zeugen in Civilsachen anrufen, und ein Contract oder jeder andere Act, verfaßt bei einem Notar, der das Unglück hatte, die Unterschrift eines Juden als Bekräftigung benutzen zu wollen, wird sogleich für ungiltig erklärt. Nichtsdestoweniger weiß man sich derselben Juden als Zeugen zu bedienen, um in Criminalsällen die Wahrheit zu entdecken, und nie hat man die Zeugenaussage des „imxurus" (unreinen Juden) unwahr finden können. Die Fähigkeit, Zeugniß abzulegen und zu reisen, sind den empörendsten Maßregeln unterworfen; man kann endlich sogar sagen, daß er zu Nom geboren sein müsse, und das nur von Vater auf den Sohn, um da wohnen zu können. Die natürlichsten Gefühle des menschlichen Herzens werden schimpflich behandelt, und durch wen? Durch eine Obrigkeit, die, wie sie sagt, die Mission hat, auf Erden Liebe und Brüderlichkeit zu verbreiten und dem Menschen seinen Ursprung und seine hohe Bestimmung ins Gedächtniß zu rufen! Ironie der Geschichte! Es ist dem christlichen Mitbürger untersagt, dem Israeliten den geringsten Dienst zu erweisen, noch viel weniger aber darf er Knecht oder Diener in einem jüdischen Hause sein. Diese Vorschrift ist unter dem Papste Leo XII. so streng beobachtet worden, daß 1827 Greise und kleine Kinder, die bei der Kälte dieses strengen Winters am Sabbat nicht ohne Feuer sein konnten, gezwungen waren, den ganzen Tag in ihren Betten zu verbringen, während die ganze jüdische Bevölkerung vor Frost zitterte, nur um den Vorschriften unserer Religion nicht untreu zu werden. Während des Sabbats war in dem Ghetto ein Mckitärpiquet, das zu wiederholten Malen Haussuchungen halten mußte, um den Christen, der vielleicht irgend einem armen Juden diesen Dienst erweisen würde, zu verhaften und augenblicklich einer harten Geldbuße und einer unbestimmten Gesängnißstrafe von einigen Tagen zu unterwerfen. Auf diese Weise errichtete man Schranken um Schranken, nur um einen Menschen von dem anderen zu trennen, doch was sage ich? um die Glieder ein und derselben Familie zu trennen. Denn, wenn ein Glied einer jüdisch m Familie seinen Glauben verleugnet, und — trotz der Anziehungspunkte der herrschenden Religion, trotz aller der Demütbigungen, mit denen man die Seele des Jud n erprobt — gibt es doch nur wenige Juden, die ihrem Glauben

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